Gut besuchte Erntedankgottesdienste mit vielen Denkanstößen Kirchen vor großen Veränderungen

Münster-Amelsbüren -

Die Erntedankgottesdienste in der katholischen St. Sebastian und der evangelischen Kreuz-Christi-Kirche sorgten am Sonntagvormittag für gut gefüllte Gotteshäuser. Beide Kirchen hatten sich ein zentrales Thema für den Gottesdienst ausgesucht. So drehte sich in St. Sebastian alles um das Thema Dankbarkeit. Den Löwenanteil der Vorbereitung übernahmen die Bewohner der Bauerschaft am Hartmannsbrook. Während die Erwachsenen die Erntekrone für den Gottesdienst gebunden und den Altar zum Erntedankfest gestaltet hatten, trugen die Kinder Fürbitten vor.

Von Simon Kerkhoff
Die Erntekrone  war von Bewohnern der Bauerschaft Hartmannsbrook für den Gottesdienst der St.-Sebastian-Kirche gebunden worden. Sie hatten auch den Altar mit Gaben des Feldes und aus der Natur geschmückt.  
Die Erntekrone  war von Bewohnern der Bauerschaft Hartmannsbrook für den Gottesdienst der St.-Sebastian-Kirche gebunden worden. Sie hatten auch den Altar mit Gaben des Feldes und aus der Natur geschmückt.   Foto: Kerkhoff

In der Kreuz-Christi-Kirche schaute Pfarrer Klaus Maiwald mit den vielen Besuchern des Gottesdienstes für Jung und Alt „über den Tellerrand“. Dabei lenkte Maiwald die Aufmerksamkeit mithilfe eines Theaterstücks und einer anschließenden Diashow auf die Menschen, besonders die Kinder dieser Welt, denen es viel schlechter geht als den Menschen hier. Außerdem demonstrierte er mit einem kleinen „ Eine-Welt-Laden “ vor dem Altar, welche Produkte erhältlich sind, die nicht durch Kinderarbeit oder unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen hergestellt werden.

n diesem Zusammenhang kündigte Pfarrer Maiwald ein besonderes Engagement der Gemeinde an: „Wir versuchen momentan ein Hilfsprojekt auf die Beine zu stellen, mit dem wir das Leben von Menschen an einem fernen Ort dieser Welt verbessern können“.

Eine langjährige Tradition führte die evangelische Gemeinde auch in diesem Jahr fort und lud die Besucher des katholischen Gottesdienstes zum gemeinsamen Suppenessen ein. Dieses Angebot wurde gerne angenommen, auch von Pfarrer Ewald Spieker, der zuvor den Gottesdienst in der St. Sebastian-Kirche geleitet hatte.

„Ich finde das ist eine tolle Tradition und ein schönes Zeichen der Verbundenheit. Möglicherweise können wir ja sogar in Zukunft mehr machen, als nur gemeinsam Suppe zu essen. Ich fände es wunderbar, wenn wir im nächsten Jahr einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst zum Erntedankfest feiern könnten“, sagte Pfarrer Spieker. Von dieser Idee zeigte sich auch sein evangelischer Kollege Maiwald überzeugt und würde sich „über einen gemeinsamen Gottesdienst freuen“.

Momentan stehen für die Kreuz-Christi-Kirche ohnehin große Veränderungen an, die mit der sinkenden Mitgliederzahl und geringeren Zahlungen von Seiten der Landeskirche zusammenhängen. „Wir befinden uns in Verhandlungen mit einem großen Sozialträger. Bei diesen Verhandlungen ist ein tolles Konzept entstanden, dem das Presbyterium bereits zugestimmt hat“, so Pfarrer Maiwald. Dieser Plan sieht vor, dass das Gemeindehaus abgerissen wird und auf dem Grundstück an der Leisnerstraße eine Tagespflege sowie barrierefreie Wohnungen entstehen. Allerdings wird nicht – wie vor Monaten befürchtet – die gesamte Kirche abgerissen. Der Kirchenraum soll der Gemeinde auch nach den Veränderungen weiterhin zur Verfügung stehen.

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