Die Ausstellung von Wiltrud Rengshausen entschleunigt Das Leben auf der Leinwand tanzen

Münster-Angelmodde -

Das Spektrum der Bilder von Wiltrud Rengshausen ist groß. Eine neue Ausstellung mit ihren Werken wird am Sonntag (13. August) im Kunsthaus Angelmodde eröffnet.

Von Peter Sauer
Zwischen inniger Dynamik einer Tänzerin, entspanntem Chillen in einer VIP-Lounge und einem in sich ruhenden Buddha: das Spektrum der Bilder von Wiltrud Rengshausen ist groß. Ihre Ausstellung wird am Sonntag im Kunsthaus Angelmodde eröffnet.
Zwischen inniger Dynamik einer Tänzerin, entspanntem Chillen in einer VIP-Lounge und einem in sich ruhenden Buddha: das Spektrum der Bilder von Wiltrud Rengshausen ist groß. Ihre Ausstellung wird am Sonntag im Kunsthaus Angelmodde eröffnet. Foto: pesa

Eng kuscheln sich die Paare anein­ander. Vertraut zugewandt tauschen sie Zärtlichkeiten aus. Nur schemenhaft deutet Malerin Wiltrud Rengshausen die Paare auf verschiedenen Bildern an, um zu symbolisieren, dass Liebe uns allen beiwohnt. Und die Gedanken an sie vielfältig und manchmal verschwommen sind, zum Beispiel über eine verwitterte Fotografie des Eiffelturms und handgeschriebene Zeilen eines Briefes, an die man sich nur noch bruchstückhaft erinnert. Gegenständlich und detailreich sind ihre starken Frauenporträts – in sich versunken, von einer friedlichen Harmonie.

Diese Balance und Ruhe prägt die erste große Ausstellung der im Hiltruper Krankenhaus geborenen Künstlerin. Unter dem Titel „Material küsst Leinwand“ zeigt Wiltrud Rengshausen aus Rinkerode ab Sonntag (13. August, Vernissage ab 11 Uhr) im Kunsthaus Angelmodde rund 40 Acryl-Arbeiten aus den vergangenen drei Jahren. Besonders eindrucksvoll: der in sich ruhende Buddha und das mitreißende Großformat über Marilyn Monroe . Mit goldgelben Farben fängt die 55-Jährige die Tiefe und Reinheit religiöser Weisheit hinter Bambusblättern ebenso pointiert ein wie sie mit reduzierten Details (Augenaufschlag und verführerischer Mund) die Sinnlichkeit des archetypischen Sex-Symbols des 20. Jahrhunderts auf die Leinwand bringt. Wiltrud Rengshausen tanzt gerne, oft und offen: „Tanzen bedeutet Freiheit für mich. Wie die Arbeit mit Farbe und Leinwand.“ Die Leichtigkeit von Tanz und Bewegung spiegelt sich in ihrem poetischen Bild einer Tänzerin wieder, mit dem sie aufmunternd an das Friedrich Nietzsche-Zitat „Man muss das Leben tanzen“ erinnert.

Info

„Material küsst Leinwand“: Die Vernissage findet am Sonntag (13. August) von 11 bis 13 Uhr im Kunsthaus Angelmodde statt, Angelmodder Weg 80. Öffnungszeiten sind mittwochs bis samstags ab 17 Uhr und sonntags ab 12 Uhr.

Und die Freiheit des Malens kennt für Rengshausen auch auf dem Rahmen ihrer Bilder keine Grenzen. So erstrecken sich ihre Motive auch über die Kanten hinaus und sorgen so für spannende Perspektiven. „Man kann die Bilder auch gut von den Seiten betrachten.“ Wiltrud Rengshausen baut in ihre Bilder auch Materialien wie Klarsichtfolie, Sand, Pusteblumen, Seidenpapier und sogar Betonreste ein – als Fundstücke gelebten Alltags, die sich mit dem neuen, gemalten Leben auf den Bildern gut vereinen. Durch den pastellartigen Auftrag kann man vielfarbig in tiefere Schichten blicken. Im Spannungsfeld von Farbe und Material und in Kombination mit Strukturen und Schriften entwickeln sich so Ruhe, Nachdenklichkeit, Leidenschaft und Freude am Leben. Das tut gut.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5067007?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F133%2F