Musikalische Ausbildung Gänsehaut vom Orgelspielen

Münster-Amelsbüren -

„Es ist beeindruckend, was dieses Instrument für Möglichkeiten bietet – von leisen und feinen bis zu lauten, bombastischen Klängen“, sagt der Amelsbürener Josef Heinrich Bogatzki. Die Rede ist von der Orgel.

Behutsamer Tastengriff: Josef Heinrich Bogatzki (20) lässt sich zum Kirchenmusiker ausbilden. Das regelmäßige Üben – wie hier an der Orgel in der Kirchenmusikschule in Münster – gehört auch dazu.
Behutsamer Tastengriff: Josef Heinrich Bogatzki (20) lässt sich zum Kirchenmusiker ausbilden. Das regelmäßige Üben – wie hier an der Orgel in der Kirchenmusikschule in Münster – gehört auch dazu. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Die Gamben (historische Streichinstrumente) sind das Lieblingsregister von Josef Heinrich Bogatzki . Wenn der 20-Jährige diesen Klang an der gut erhaltenen, barocken Orgel in der Kirche St. Sebastian in Amelsbüren einstellt, behutsam in die Tasten greift und die Augen schließt, bekommt er manchmal sogar eine Gänsehaut.

„Es ist beeindruckend, was das Instrument Orgel für Möglichkeiten bietet – von leisen und feinen bis zu lauten, bombastischen Klängen“, sagt der Amelsbürener.

Deshalb möchte er mehr darüber erfahren, den Beruf des Kirchenmusikers erlernen. Seit knapp zwei Jahren absolviert er die kirchenmusikalische C-Ausbildung, die das Bistum Münster an den Standorten Münster und Xanten am Niederrhein anbietet. Die Ausbildung befähigt Frauen und Männer für den nebenberuflichen Dienst als Organist und Chorleiter.

Schon als Kind faszinierte Bogatzki die „Königin der Instrumente.“ Sein Großvater, Professor Heinz-Gert Freimuth , war Domchordirektor an Münsters St.-Paulus-Dom. Häufig hörte er ihm als kleiner Junge beim Spielen zu und beobachtete ihn beim Dirigieren.

Nach dem Tod des Großvaters stimmten Orgelklänge den Jugendlichen zunächst eher traurig, bis er eine Anzeige in der Zeitung entdeckte, die auf den C-Kurs hinwies. „Ich habe gar nicht lang gezögert, sondern mich einfach für die Aufnahmeprüfung angemeldet“, erinnert er sich.

Mittlerweile studiert er Musik und Mathematik auf Lehramt an der Uni Münster. Zweimal pro Woche ist er für den C-Kurs im Einsatz: Jeden Dienstag erhält er in seiner Heimatkirche in Amelsbüren Orgelunterricht, der den praktischen Teil der Ausbildung ausmacht. Freitagsabends findet die dreieinhalb Stunden dauernde Theorie in der Kirchenmusikschule in Münster statt: Neben den Schwerpunkten Chorleitung, Liturgiegesang und Tonsatz/Gehörbildung trainieren Bogatzki und seine 15 Kommilitonen auch Sprechen und Singen und lernen wichtige Ereignisse aus der Musikgeschichte kennen.

„Wir bilden regelmäßig einen Übungschor und simulieren die Probensituationen, das hilft ungemein“, sagt der Student. Auch spezifische Einheiten, wie praktische Tipps und Tricks für die Leitung eines Kinderchores, seien hilfreich.

Rund ein Dutzend Mal hat er bereits Gottesdienste in seiner Heimatkirche begleitet. „Das macht einen schon stolz, wenn man in ein paar Monaten so viel lernt, dass man das in dieser Form umsetzen kann“, sagt er. Regelmäßig übt er während der Öffnungszeiten an der Orgel in der St.-Sebastian-Kirche, für die er zu Beginn der C-Ausbildung in Absprache mit dem Pfarrer einen Schlüssel bekommen hat.

„Die Ausbildung deckt unglaublich viele Bereiche ab und ist ein idealer Startpunkt für jeden Musikinteressierten“, sagt der Amelsbürener. Durch die verschiedenen Fächer liefere sie außerdem gute Voraussetzungen für ein späteres Kirchenmusik- oder Schulmusik-Studium. Ersteres ist übrigens auch für den 20-Jährigen eine Option. Doch erstmal möchte er die kirchenmusikalische Ausbildung im Oktober erfolgreich abschließen.

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