Improvisieren in allen Variationen war gefragt Marionetten im Weltall

Münster-Amelsbüren -

Das Improvisationstheater „Wahnfrei“ bindet bei seinem Auftritt im Pfarrheim St. Sebastian das Publikum mit ein.

Von Andreas Hasenkamp
Die Raumkapsel ist im Eimer: Möglich machte dies das Impro-Theater „Wahnfrei“ als Marionetten, ins Verhängnis geleitet von Helfern aus dem Publikum.
Die Raumkapsel ist im Eimer: Möglich machte dies das Impro-Theater „Wahnfrei“ als Marionetten, ins Verhängnis geleitet von Helfern aus dem Publikum. Foto: anh

„Mal gucken, was da kommt. Weiß das schon einer?“ Voller Vorfreude unterhalten sich einige ältere Damen im Publikum des Impro-Theaters „Wahnfrei“ im Pfarrheim von St. Sebastian in Amelsbüren. „Das weiß ich nicht. Vielleicht was Kirchliches?“, geht das Fragen weiter. Fünf andere Ahnungslose stehen draußen im Garten. Stefan Leibold gehört dazu, in der Gemeinde Pastoralassistent und ab August Pastoralreferent, nahm die Anregung für Impro-Theater auf, mit dabei waren Marlene Sadrowski, David Schmitz-Hübsch, Sebastian Krapp und Claudia Averkamp.

Die fünf sind ein kleiner Teil Aktiver aus dem Fortgeschrittenen-Kurs des Impro-Theaters Placebo. Was   alles zum Impro-Theater gehören kann, das wissen die zwei Dutzend Gäste des Abends gleich darauf, von der jungen Schülerin über Studierende bis zur Nonne. Ein Wort des Anstoßes liefert das Publikum, mal ein Wort für eine Beziehung, einen Gegenstand oder eine Situation. Oder eine Zahl – daraus wird eine Seitenzahl. Ein Satz aus dem Buch wird vorgelesen – 5, 4, 3, 2, 1, schon legen zwei Darsteller los. Wobei sie sich gern überraschend ablösen, dann läuft die Geschichte in eine unerwartete Richtung weiter. Gerade wurde gemeinsam gesägt, dann nimmt jemand das als Ausgangspunkt für Box-Unterricht. Einmal mitten im Impro-Dialog die Hupe drücken – dann muss der Sprechende das Gegenteil des Gesagten sagen - und damit weitermachen.

Am Klavier sekundierte Ingo Rohrbacher. Das Publikum ist oft noch mehr gefragt: Wie soll das Ende aussehen in dem Stückchen, das seinen Anfang aus einem Buch über die „Cosa Nostra“ bezog: „Tod!“ – „Tod!“ – „Tod!“, so das Mehrheits-Votum. In der Marionetten-Variante sind die Darsteller Marionetten, zwei Zuschauerinnen bewegen, Arme, Beine, den Kopf, die Darsteller reagieren in ihrem Text darauf. Zu dumm, dass dabei bei der Raumkapsel-Reparatur das Fenster ins All zu Bruch geht. Nicht zuletzt beim Marionetten-Stück hielt das wechselhafte Geschehen die Zuschauer geistig auf Trab, staunend und lachend.

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