Beißattacke auf Albachtener Seniorin
PETA: „Verantwortungslose Hundehaltung“

Münster-Albachten -

Noch keinerlei Hinweise sind bei der Polizei Münster auf die Halterin des Hundes eingegangen, der in Albachten eine 78-Jährige gebissen und verletzt hat. Der Vorfall hat jedoch bereits die Tierrechtsorganisation PETA auf den Plan gerufen.

Mittwoch, 10.01.2018, 19:01 Uhr

Beißen Hunde unvermittelt fremde Personen, dann kann dies nach Ansicht der Tierrechtsorganisation PETA auf eine verantwortungslose Haltung des Tieres zurückzuführen sein.
Beißen Hunde unvermittelt fremde Personen, dann kann dies nach Ansicht der Tierrechtsorganisation PETA auf eine verantwortungslose Haltung des Tieres zurückzuführen sein. Foto: www.colourbox.de

Der Vorfall sorgte offenbar nicht nur in Albachten sondern auch weit darüber hinaus für Aufsehen: Als am 2. Januar eine 78-jährige Seniorin am Albachtener Rottkamp von einem Hund in den Unterarm gebissen wurde und – wie berichtet – ärztlich versorgt werden musste, machte sich die Besitzerin des Tiers dreist und unerkannt aus dem Staub. Der Bericht darüber in unserer Zeitung führte dazu, dass Deutschlands größte Tierrechtsorganisation PETA mit Sitz in Stuttgart die Redaktion kontaktierte: Sie fordert die Einführung eines Hundeführerscheins in Nordrhein-Westfalen.

Hund beißt 78-Jährige: Polizei sucht Hundehalterin

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PETA fordert verpflichtenden Hundeführerschein

Nach Ansicht der PETA lässt der Albachtener Vorfall eine „verantwortungslose Hundehaltung“ vermuten. „Offenbar können viele Halter ihre Hunde nicht einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Das Verhalten der Hundehalterin war verantwortungslos“, meint Jana Hoger , Fachreferentin der Tierrechtsorganisation.

Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt werde, könne zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob er einer bestimmten Rasse angehöre oder ein Mischling sei, erläutert die Expertin. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Deshalb sei es notwendig, dass Herrchen und Frauchen auch hierzulande verpflichtend den Hundeführerschein absolvierten. Der sei unter anderem bereits seit 2013 in Niedersachsen vorgeschrieben.

Signale des Hundes richtig deuten

Der Hundeführerschein sehe vor, dass künftige Halter schon vor der Aufnahme eines Hundes einen Theoriekursus absolvierten, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben.

Im Anschluss an den theoretischen Part folge für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule: „Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten“, erläutert Jana Hoger. Zudem vermittele das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, was für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sei. Die Einführung eines Hundeführerscheins habe noch einen weiteren Vorteil: „Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten.“

Noch keine Hinweise auf Hundehalterin

Die polizeiliche Fahndung nach der Besitzerin des beißenden Hundes in Albachten ist bislang erfolglos verlaufen: „Es sind noch keine Hinweise eingegangen“, erläuterte am Mittwoch Vanessa Arlt, Sprecherin der Polizei Münster.

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