Plattdeutsches Theater Albachten
Zwei Bräute und viele Turbulenzen

Münster-Albachten -

Die Premiere des neuen Stückes „Eene Bruut toviel“ der Plattdeutschen Spielgemeinschaft „Lach män lück Albachten“ war auf jeden Fall Garant für zahlreiche Lacher und gute Laune. Darin waren sich die zahlreichen Zuschauer einig.

Sonntag, 07.01.2018, 16:01 Uhr

Journalistin Annika Versemann (Michelle Gehltomholt) stellt viele Fragen, die Kriminalrat Robert Gerstner (Heinz-Josef Winkelsett) schlicht zur Verzweiflung bringen.
Journalistin Annika Versemann (Michelle Gehltomholt) stellt viele Fragen, die Kriminalrat Robert Gerstner (Heinz-Josef Winkelsett) schlicht zur Verzweiflung bringen. Foto: sn

Zum dritten Mal läutete die Glocke, das war das Zeichen: Der Vorhang lüftete sich, und die Premiere des neuen Stückes „Eene Bruut toviel“ der Plattdeutschen Spielgemeinschaft „Lach män lück Albachten“ konnte steigen. Im „ Haus der Begegnung “ ging es um einen Bräutigam, zwei Bräute und ganz viele Turbulenzen. Eines aber gab es an diesem Abend garantiert nicht: Hochdeutsch.

Spielleiterin Maria Wienecke hatte das Stück ausgesucht. Die Komödie in drei Akten schrieb im Original Wolfgang Binder, Wienecke selbst übertrug es in das münsterländische Platt, das gar nicht so schwierig ist, wie von einigen Akteuren geglaubt. „Bei der Generalprobe haben einige junge Leute befürchtet, dass sie die Handlung nicht verstehen würden.“ Und, war es so? „Sie haben alles verstanden“, sagte Wienecke zufrieden. Denn: „Wenn wir die jungen Leute kriegen, dann lebt das Platt weiter.“

Auch im Ensemble fehlt der Nachwuchs nicht. So spielte der 30-jährige Philipp Winkelhaus das erste Mal mit und sofort die Hauptfigur Sascha Börnsen. Der „Glückliche“ mit den zwei Bräuten.

Witzige Schlagabtausche gab es mit Bühnenvater Hermann Konermann, der den Gregor Börnsen verkörperte und beklagte, dass er noch gar nicht seine Schwiegertochter kennen würde. „Ick och nit“, so der Sohn.

Womit er nicht ganz Unrecht hatte, denn schon zwei potenzielle Kandidatinnen gaben sich im ersten Akt die Klinke in die Hand: die umtriebige Christa Lipschütz (Julia Egger) und die Ukrainerin Elena Krimskowja (Nele Grüter), die sogar ein schriftliches Heiratsversprechen vorweisen konnte. Es tauchten zurecht zwei Fragen auf: „Wu kann dat angaohn?“ Und: „Kann dat no´n gued Enne niemen?“

Auf alle Fälle: Viele Lacher gab es, von Beginn bis zum Schluss. „Es ist ein Stück aus der heutigen Zeit“, meinte Dietmar Rölver, der neue Vorsitzende von „Lach män lück“, der zudem bemerkte: „Platt wird mit viel Freude vom Publikum angenommen.“ Immerhin: Für einige Ältere war das Niederdeutsche die erste Sprache, die sie kennenlernten: „Ich bin ein native speaker“, meinte ein Zuschauer verschmitzt.

„Man kann Platt auch lernen“, sagte Maria Wienecke. Viele ihrer Darsteller würden diese Sprache von ihren Großeltern noch kennen. Einzelne Wörter könnten dann leicht neu dazu gelernt werden.

Dieser plattdeutsche Abend war aber auch ein Gesamterlebnis. Während auf der Bühne das Haus Börnsen „Kopp steiht“, konnten die Gäste in den Pausen den „Mönsterländer Aperitif“ kennen lernen, der ebenso Premiere hatte. Für die Bewirtung, für alles Organisatorische vom Kartenverkauf bis zur Platzeinweisung, aber auch vom Bühnenbild bis zur Maske waren die ehrenamtlichen Plattbegeisterten von „Lach män lück“ zuständig. Die Zuschauer dankten dem Engagement vor und hinter den Kulissen mit starkem Beifall. Und auch Rölver ließ es sich nicht nehmen, „Dank zu seggen“: Nämlich Norbert Espenkott, der einst die Spielgemeinschaft gründete, und der im vergangenen Jahr starb.

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