Diskussionsthema „Feuerwache / Alter Friedhof“
Der Friedhof soll erhalten bleiben

Münster-Albachten -

Eine Bürgergemeinschaft macht in Albachten gegen eine mögliche Überplanung des alten Friedhofgeländes an der Dülmener Straße Front. Die Mitglieder setzen sich dafür ein, das ehemalige Bestattungsareal auch weiterhin der Nachwelt zu sichern.

Donnerstag, 21.12.2017, 22:12 Uhr

Ortstermin an der Dülmener Straße (v.l.): Josef Häming, Norbert Rolf, Roswitha Hovestadt, Werner Rolf, Rudolf Schabbing, Wilhelm Lenfers und Lothar Wantia von der Bürgergemeinschaft wollen für den Erhalt des alten Albachtener Friedhofs kämpfen.
Ortstermin an der Dülmener Straße (v.l.): Josef Häming, Norbert Rolf, Roswitha Hovestadt, Werner Rolf, Rudolf Schabbing, Wilhelm Lenfers und Lothar Wantia von der Bürgergemeinschaft wollen für den Erhalt des alten Albachtener Friedhofs kämpfen. Foto: sch

Soll der alte Friedhof an der Dülmener Straße zum Standort der neuen Albachtener Feuerwache werden? Über dieses Thema wird in Albachten – wie berichtet – derzeit kontrovers diskutiert. Die neu ins Leben gerufene „Bürgergemeinschaft alter Friedhof“ beantwortet diese Frage mit einem entschiedenen „Nein“. Sie setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass das im Jahre 1877 eingeweihte Bestattungsareal erhalten bleibt und weiterentwickelt wird.

Gleich mehrere Albachtener haben sich in den vergangenen Wochen zusammengeschlossen, um sich im Rahmen der Bürgergemeinschaft für den Erhalt des alten Friedhofs stark zu machen. Weitere Mitstreiter sind der überparteilichen Initiative willkommen. Erklärtes Ziel ist es, das Areal vor einer möglichen Überplanung und Bebauung zu schützen. Aus Sicht der Initiative kann und darf es nicht sein, dass die insgesamt noch 68 Grabstellen auf dem stillgelegten kirchlichen Friedhofsgelände nebst Gedenksteinen und Kriegsgräbern dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses Platz machen sollen.

Nach Ansicht der Bürgergemeinschaft muss der alte Friedhof, der als Ort der Besinnung und Erinnerung an Verstorbene gelte, den Albachtenern auch in Zukunft zugänglich sein. Bei sämtlichen Überlegungen, die im Hinblick auf das Areal getätigt würden, müssten die Gebote der Pietät beachtet werden. Es gehe um einen identitätsstiftenden Ort für Rückzug, Ruhe und Begegnung.

Es könne nicht sein, dass eine solche Stätte „ohne zwingende Notwendigkeit platt gemacht wird“, betont Lothar Wantia, Mitglied der Initiative. „Wir wollen der Feuerwehr nichts. Die sollen ihr Gerätehaus selbstverständlich bekommen.“ Allerdings an anderer Stelle – sprich am vorgesehenen Standort im Baugebiet Albachten-Ost. Dort gebe es eine geeignete Fläche.

Auf Unverständnis gestoßen ist bei der Bürgergemeinschaft, dass die Stadtverwaltung seitens der Politik bereits beauftragt wurde, Möglichkeiten für eine Nutzung des alten Friedhofs als Feuerwehrstandort auszuloten. Dies obwohl es den rechtsgültigen Beschluss des Kirchenvorstands gebe, das alte Friedhofsgrundstück bis 2021 unverändert liegen zu lassen. Ohnehin gebe es keinen Grund, überhastete Entscheidungen zu treffen. „Nachhaltiges und langfristiges Denken“ sei geboten, sagt Gemeinschaftsmitstreiter Rudolf Schabbing.

Darüber hinaus kritisiert die Initiative, deren Mitglieder auf dem Friedhof vielfach Gräber verstorbener Familienmitglieder pflegen, von Kirchengemeinde und Politik nicht zeitnah und gezielt angesprochen und über das sensible Thema informiert worden zu sein. Allein Bezirksbürgermeister Stefan Brinktrine habe sich in dieser Hinsicht den Angehörigen der Verstorbenen gegenüber fair und pietätvoll verhalten.

Nach Ansicht der engagierten Albachtener muss der alte Friedhof auch weiterhin als Gedenk- und Begegnungsstätte beziehungsweise grüne Parkanlage gesichert werden. Da Albachten künftig beträchtlich wachsen werde und das Gelände des neuen Friedhofs an der Osthofstraße nicht erweiterbar sei, biete sich der alte Friedhof dafür an, eines Tages wieder für Bestattungen beziehungsweise Urnenbeisetzungen reaktiviert zu werden.

Neben dem Erhalt von Gräbern, die Angehörige auch weiterhin pflegen möchten, liegt der Bürgerschaft eine Neugestaltung des Terrains am Herzen: „Mit dem jetzigen Zustand sind wir nicht zufrieden. Der Friedhof muss aufgewertet werden. Es besteht erheblicher Entwicklungsbedarf“, unterstreicht Mitglied Wilhelm Lenfers.

Vorgenommen hat sich die Initiative, klärenden Kontakt zur katholischen Kirchengemeinde aufzunehmen. Darüber hinaus sind weitere Mitstreiter gern gesehen. Diese können sich an Werner Rolf (Am Lindenkamp 22) wenden.

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