Freizeit-Vergnügen Glücksspiel auf dem Prüfstand

Münster-Hiltrup -

Kahlschlag beim Glücksspiel? Um den Wildwuchs einzudämmen und die Spielsucht zu reduzieren greifen ab dem 1. Dezember die neuen Spielregeln für den Glücksspiel-Staatsvertrag des Landes NRW. Was bedeutet dies für die Spielhallen im Stadtbezirk Hiltrup? Drohen Schließungen?

Von Peter Sauer
Mehrere Spielhallen gibt es in Hiltrup. Welche auch dort bleiben wird die Zukunft zeigen.
Mehrere Spielhallen gibt es in Hiltrup. Welche auch dort bleiben wird die Zukunft zeigen. Foto: mlü / Grafik: Colourbox.com

Sie sind beileibe keine Schmuckstücke, versprechen aber das große Glück auf Knopfdruck an sogenannten Unterhaltungsautomaten. Die Rede ist von Spielhallen. Fünf gibt es im Stadtbezirk Hiltrup.

Und denen geht es jetzt an den Kragen. Der Glückspielstaatsvertrag des Landes NRW sieht seit dem 1. Dezember neue „Spiel“-Regeln vor. Darin heißt es, dass bei einer Spielhalle „der Mindestabstand von 350 Metern Luftlinie zu einer anderen Spielhalle nicht unterschritten werden“ solle. Die Regel gilt auch für den Abstand zwischen Spielhallen und öffentlichen Schulen sowie Häusern der Kinder- und Jugendhilfe.

Was heißt das nun für den Stadtbezirk Hiltrup? Im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte Felix Küttner vom Ordnungsamt Münster die aktuelle Situation. An der Hammer-Straße stehen zwei Mehrfach-Spielhallen. Die sind weit genug voneinander entfernt. „Das Problem ist jedoch, dass beide Spielhallen unter 350 Metern von der Mehrfachhalle an der Siemensstraße entfernt sind.“ Hier wird das Ordnungsamt klären müssen, welche Spielhalle ihren Betrieb einstellen muss.

Auch die Einzelspielhalle an der Westfalenstraße 175 trennen weniger als die mindestens vorgegebenen 350 Meter von der Einzelhalle an der Amelsbürener Straße 2a. „Da wird eine Auswahl zu treffen sein“, sagt Küttner. Mit anderen Worten: Nur eine Spielhalle darf bleiben.

Hinzukommt eine zweite neue „Spiel“-Regel: Eigentlich sind nur bis zu zwölf Automaten an einem Standort erlaubt, doch durch einzeln konzessionierte Betriebe unter einem Dach konnten die Betreiber diese Regelung bislang umgehen. Sobald maximal zwölf Geräte installiert waren, meldeten die Betreiber einfach eine zweite Konzession an und so weiter. Damit ist jetzt Schluss.

„Gerade für die Mehrfachkonzessionen, die vor 2011 gestartet sind, ist die Übergangsfrist abgelaufen“, sagt Felix Küttner. „Alle Spielhallen im Bezirk Hiltrup haben Antrag auf Glücksspielerlaubnis unter Vorbehalt gestellt“, ergänzt der Mitarbeiter vom Ordnungsamt. „Einige sehr früh, andere auf den letzten Drücker.“ Nun wird das Ordnungsamt eine „saubere Bewertung“ vornehmen. „Alle Betreiber der Hiltruper Spielhallen haben gleichzeitig einen Härtefallantrag gestellt.“

Was erwartet nun Felix Küttner: Die Spielhalle an der Marktallee wird sich wohl von einer Konzession (zwölf Automaten) trennen müssen. Und bei den Spielhallen, die zu eng beisammen sind, müsse dann auch eine schließen.

Ob Personal- und Materialkosten sowie Mietverträge: Für die Betreiber kann dies ein Schlag ins Kontor bedeuten. „Keiner der Spielhallenbetreiber ist uns gegenüber ausfallend geworden“, sagt Felix Küttner, „alles verläuft sehr sachlich.“ Bis zur Klärung dürfen übrigens alle Spielhallen weiter betrieben werden.

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