Skulptur-Projekte: Welche Kunstwerke sollen gekauft werden? Populäres nicht auf der Liste

Münster -

Die 15-köpfige Kunstkommission hat getagt, beraten und entschieden. Jetzt stehen die zehn Arbeiten fest, über deren Verbleib die Politik entscheiden muss.

Von Gerhard H. Kock
Vorgeschlagen wird unter anderem „Tender Tender“ von Michael Dean im Landesmuseum.
Vorgeschlagen wird unter anderem „Tender Tender“ von Michael Dean im Landesmuseum. Foto: kok

Die Liste steht: Aus den 36 Kunstwerken der Skulptur-Projekte 2017 in Münster hat eine Kunstkommission zehn Arbeiten aus­gewählt, die dauerhaft verbleiben können. „Die weiteren Skulpturen stehen für einen Verbleib in Münster nicht mehr zur Diskussion,“ heißt es in der Beschlussvorlage, die am Donnerstag im Kultur­ausschuss diskutiert wird.

20 Skulptur-Projekte waren laut Kunstkommission ohnehin nicht auf Dauer geeignet, und von den rest­lichen 16 Kunstwerken hielt die Kommission sechs für nicht empfehlenswert – darunter Lieblingsskulpturen wie den „Nuclear Temple“ von Thomas Schütte am Alten Zoo, die Wasserwaage von John Knight am Landesmuseum oder die Masken von Hervé Youmbi am Überwasserfriedhof.

Folgende Skulptur-Projekte empfiehlt die Kunst­kommission:

► die Performance „Still Untitled“ der nach dem Zufallsprinzip Passanten auf­suchenden Skulpturen von Xavier Le Roy mit Scarlet Yu;

► die Soundinstallation und das Bier „Passage through Moondog/Quiet Storm“ von Emeka Ogboh;

► die Performance ­„Leaking Territories“ von Alexandra Pirici im Friedenssaal;

► die Videos „Provisional Studies“ von Koki Tanaka über die Frage „How to Live Together“;

► der Grill-Ofen „Burn the Formwork“ von Oscar Tuazon am Hafengrenzweg;

► die Video-Installation „HellYeahWeFuckDie“ von Hito Steyerl in der LBS;

► das Video „Bye Bye Deutschland! Eine Lebensmelodie“ aus der Elephant Lounge von Wagner/De Burca;

► die Installation „Tender Tender“ im Landesmuseum von Michael Dean;

► die Skulptur „Nietzsche’s Rock“ von Justin Matherly am Servatiiplatz;

► das Video „In Our Time“ von Gerard Byrne aus der Stadtbücherei.

Die 15-köpfige Kunstkommission besteht aus Vertretern des Landesmuseums, Westfälischen Kunstvereins, der Kunstakademien Münster und Düsseldorf, der Fachhochschule und der Universität sowie Vertretern der Ratsfraktionen und der Stadt.

Oberbürgermeister Markus Lewe betont, dass die Entscheidung darüber, welche der Skulpturen in Münster verbleiben sollen, bei der Politik liegen müsse. So gebe es erste Signale, unter anderem das Kunstwerk „Burn the Formwork“ im Hafen zu erhalten. Lewe selbst gibt ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der Skulptur-Projekte ab, die zum fünften Mal mit großem Erfolg stattgefunden und über 700 000 Besucher nach Münster gelockt hätten. „Münster hat sich zu einem international anerkannten Standort zeitgenössischer Kunst entwickelt. Wir wollen mit dem LWL die Skulptur-Projekte im Jahr 2027 erneut durchführen“, spricht sich Lewe deutlich für den bisherigen Zehn-Jahres-Rhythmus aus. Kurator Prof. Kasper König hatte zuvor laut darüber nach­gedacht, diese Zeit-Taktung zu verändern.

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