Experten führen über die Kunstmesse „Art & Antik“ in der Halle Münsterland
Gute Zeiten für Sammler

Münster -

Die Kunstmesse „Art & Antik“ findet von Mittwoch bis Sonntag (14. bis 18. Februar) zum 42. Mal in der Halle Münsterland statt. Im Interview mit Heike Hano berichten die Organisatoren der Führungen im Rahmen des Kunstmesse, die drei Kunsthistoriker Dr. Jürgen Krause und Dr. Angelika Lorenz sowie Daniel Friedt (Sprecher der Jungen Freunde des Museums für Kunst und Kultur), von ihren Erwartungen und Erfahrungen.

Montag, 12.02.2018, 23:02 Uhr

Experten im Gespräch mit Heike Hano (2.v.l.): Dr. Jürgen Krause (r.), Dr. Angelika Lorenz und Daniel Friedt bieten während der Kunstmesse „Art & Antik“ in der Halle Münsterland Führungen an.
Experten im Gespräch mit Heike Hano (2.v.l.): Dr. Jürgen Krause (r.), Dr. Angelika Lorenz und Daniel Friedt bieten während der Kunstmesse „Art & Antik“ in der Halle Münsterland Führungen an. Foto: Peter Leßmann

Im vorigen Jahr haben Sie erstmals die Führungen angeboten. Wie wurden sie angenommen?

Lorenz : Sehr gut. Wir hatten bei jeder Führung zwischen 20 und 30 Teilnehmer. Die Besucher lieben es, wenn man ihnen etwas zu dem Gezeigten erzählt.

Friedt : Anschließend sind einige zu den Ausstellern zurückgegangen, die wir während der Führung besucht haben.

Welche Führungen haben Sie dieses Mal geplant?

Friedt: Die Künstlerin Stephanie Sczepanek und ich werden zwei Führungen anbieten, die sich „Künstlerischen Techniken im historischen Kontext“ und „Sammelobjekten von damals bis heute“ widmen.

Lorenz: Bei mir wird sich eine Führung mit dem Thema Möbel beschäftigen. Also: Wie kann ich mit alten Möbeln meine Wohnung personalisieren? Als zweites Thema widme auch mich den Highlights der Messe.

Krause: Wir möchten die Sammellust wecken und Mut zum Cross-Over-Sammeln machen. Es ist auch gerade eine sehr gute Zeit, um eine Sammlung zu beginnen; aktuell ist vieles sehr preiswert. Wir sollten den Besuchern die Angst vor dem aktuellen Mediengetöse um die 500 Millionen für den Leonardo nehmen. Es geht um die Stärkung, individuell gegen den Strich zu sammeln. Wir geben den Teilnehmern Basiswissen an die Hand, wie sie sich zum Beispiel um ein Gemälde, oder ein antikes Möbelstück kümmern müssen.

Was ist für Sie besonders spannend und reizvoll?

Krause: Für mich machen die Makel und auch der Verschleiß die älteren Objekten so reizvoll. Kerzenleuchter aus dem 16. Jahrhundert können nun mal nicht wie neu aussehen. Manchmal kann auch die Frage spannend sein, warum Kunstwerke aufgrund ihrer politischen Botschaft beschädigt wurden.

Die „Art & Antik“ möchte auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Haben Sie diesen Trend bemerkt?

Lorenz: Ich glaube, dass sich die jüngere Generation in dieser schnelllebigen Zeit darauf besinnt, dass sie die technische Entwicklung in eine Art Strudel reißt und dass gerade jetzt Kunst und Antiquitäten als Anker fungieren können.

Krause: Das jüngere Publikum traut sich wieder, ganz ausgefallene und verrückte Sachen zu kaufen Wie zum Beispiel Exponate aus dem Historismus.

Sammeln Sie auch persönlich Kunstobjekte?

Lorenz: Ich habe eine Sammelleidenschaft für Glas, Porzellan und Zeichnungen.

Krause: Ich finde Objekte spannend, die einem zunächst ein gewisses Rätsel aufgeben. Außerdem sammle ich seit 50 Jahren Plakate. Die ersten Mao-Motive würde ich als Souvenirs von damals nie hergeben.

Friedt: Bei mir finden sich vor allem viele Design-Klassiker und eine gute Sammlung von Ausstellungskatalogen.

Auf welche Aussteller freuen Sie sich diesmal ganz besonders?

Lorenz: Die „Art & Antik“ ist wie eine große Wundertüte, die jedes Jahr neu gefüllt und ausgepackt wird.

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