Kuratorengespräch im Landesmuseum
Zart und fragil

Münster -

„Stehen, liegen, stützen, hängen, lehnen, halten, fallen“, mit diesen Verben beschrieb Dr. Mario Kramer, Sammlungsleiter des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt, das Gesamtwerk Reiner Ruthenbecks. Direkt in Nachbarschaft zur Bodenraute im Lichthof des LWL-Kunstmuseums fand am Donnerstagabend ein Gespräch mit Dr. Marianne Wagner, Kuratorin für Gegenwartskunst des LWL-Kunstmuseums, und dem Frankfurter Kollegen über den Bildhauer statt.

Freitag, 09.02.2018, 16:02 Uhr

Marianne Wagner und Mario Kramer sprachen im Lichthof des Landesmuseums über Reiner Ruthenbecks Werk.
Marianne Wagner und Mario Kramer sprachen im Lichthof des Landesmuseums über Reiner Ruthenbecks Werk. Foto: con

Seit 27 Jahren arbeitet Kramer in Frankfurt. Wagner beschrieb seine Kompetenz in Bezug auf Ruthenbecks Werk mit den Worten: „Er kennt es wie seine Westentasche.“

Kramer und Wagner waren sich einig, dass neue Ausstellungen mit Ruthenbecks Oeuvre eine Herausforderung darstellten, weil Details zu Materialien mühsam erarbeitet werden müssten – so auch bei der Raute im Lichthof. Welches Papier ist ideal in Bezug auf Oberfläche und Grammzahl? Das war nirgendwo notiert, die Münsteraner mussten sich hier langsam herantasten. Denn das Material reagiert auf die Wetterlage und Luftfeuchtigkeit. 270 Papierbögen wurden für diese Installation gleichmäßig verteilt, sie müssen regelmäßig entstaubt werden, damit das Kunstwerk wirken kann.

Kramer zitierte Joseph Beuys, den Lehrer von Ruthenbeck, der einst sagte: „Sprache ist die erste Form von Plastik.“ Nach seinem Rundgang im Lichthof wandelte der Kurator dieses Zitat in „Die Zeichnung ist die erste Form der Plastik“ ab.

Wagner und Kramer plauderten über Ruthenbecks Werdegang, seine Beteiligung an den „Skulptur-Projekten“ in Münster und die Ausstellungen seiner Werke in Hamburg, Basel, Bremerhaven und Frankfurt. Dazu zeigten sie entsprechendes Bildmaterial. Die Kuratoren hoben die Lebendigkeit des von Ruthenbeck verwendeten Materials hervor, ob Papier, Asche, Stoffe, und die dabei reduzierte Farbpalette. Für Kramer wird das Werk Ruthenbecks, den er als „zarten, kleinen, fragil wirkenden Mann“ beschrieb, auch nach vielen Jahren nicht langweilig. Er beurteilte es schlicht als zeitlos.

Zum Thema

Noch bis zum 11. März sind die Papierarbeiten von Reiner Ruthenbeck im Lichthof des Landesmuseums, Domplatz 10, zu sehen.

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