Rock-Mystery „Everyman“ im Großen Haus des Theaters mit Sinfonieorchester und Metal Band
Ein Jedermann mit vollem Sound

Münster -

Es ist mit einem ordentlichen Wumms zu rechnen. Für die Ohren auf jeden Fall, wahrscheinlich auch für die Augen und im besten Fall für die Seele. Denn „Everyman“ ist ein Stück über das Leben, sein Ende sowie seinen Sinn, und in Münsters Großem Haus soll es als imposante Rockoper auf die Bühne kommen. Die Generalprobe ist jetzt öffentlich.

Dienstag, 09.01.2018, 23:01 Uhr

Der Todesengel (Andy Kuntz) lehrt den Jedermann in der Rockoper „Everyman“ mit Power die Nachdenklichkeit über dessen Leben.
Der Todesengel (Andy Kuntz) lehrt den Jedermann in der Rockoper „Everyman“ mit Power die Nachdenklichkeit über dessen Leben. Foto: Oliver Berg

Das opulente Werk ist eine Koproduktion mit dem Pfalztheater Kaiserslautern, wo 2015 die Uraufführung stattfand, und dem Tiroler Landestheater. Nun inszeniert dessen Intendant Johannes Reitmeier die Rock Mystery von Günter Werno, Andy Kuntz und Stephan Lill als Drittes für das Theater Münster . Und das wartet mit einer ganz neuen Musik-Fassung auf: für Orchester.

Unter der musikalischen Leitung vom zweiten Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg wird beim 120-minütigen Rockspektakel im Großen Haus zur Metal Band „Vanden Plas“ das Sinfonieorchester Münster für vollen Sound sorgen – auf ausdrücklichen Wunsch des Generalintendanten Dr. Ulrich Peters, der diese Produktion nach Münster geholt hat. Bis auf den Tod, der in allen drei Aufführungen von Andy Kuntz gespielt wird, werden sämtliche Tanz- und Schauspiel-Rollen aus dem münsterischen Ensemble besetzt, für das Reitmeier sehr schwärmt: „Tolle Besetzung hier.“

Das Stück basiert nicht auf dem „Jedermann“ à la Hofmannsthal, sondern auf dessen älteren Vorlage: das Moralitätenspiel „Everyman“ eines anonymen Autors von 1490. Daher ist die Sprache „antikes Englisch“, weist Reitmeier auf sprachliche Besonderheiten hin. Seine Inszenierung fasst die allegorischen Figuren Gott, Tod, Teufel, Glaube und natürlich die Buhlschaft, die hier „Par­amour“, also Geliebte heißt, modern auf. Der Everyman wird ein vergnügungssüchtiger Dandy mit allen Attributen des Wohlstands sein. Reitmeier: „die Mallorca-Generation“. Ausstattung und Bühne unter der großen Alukuppel beschreibt der Regisseur als Popart und Futurismus. Musikalisch gehe dieser „Every­man“ innerhalb des Genre-Rockoper eher in Richtung Oper als Musical. Es gebe musikalische Formen wie die Fuge.

Zum Inhalt: Der reiche Jedermann lebt ohne jedes Maß, er kennt keine moralischen Schranken und nimmt keinerlei Anteil an den Nöten seiner Mitmenschen. Als Gott ihm den Tod schickt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, setzt bei Jedermann eine Besinnung über sein Leben ein. Im letzten Moment kann er seine Seele vor dem Teufel retten.

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Die Generalprobe am Donnerstag (11. Januar) um 19 Uhr im Großen Haus ist öffentlich. Karten (5 Euro) können ab sofort an der Theaterkasse erworben werden. Das Kontingent ist begrenzt. Die Premiere ist am Samstag (13. Januar) um 19.30 Uhr im Theater Münster, Neubrückenstraße 63. Restkarten: ' 5 90 91 00.

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