Weihnachtskonzert des Kammerchores St. Lamberti Mit Tiefe und Glockenklang

Münster -

Die Weihnachtsgeschichte hat viele Komponisten inspiriert, wunderschöne Chorsätze zu schreiben. Eine Auswahl davon brachte nun der Kammerchor St. Lamberti in seinem traditionellen Weihnachtskonzert in der sehr gut besuchten Lambertikirche zu Gehör. Vom Frühbarock bis zur Neuzeit zeichneten die etwa dreißig Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Alexander Toepper musikalisch das biblische Geschehen nach, teils an Orgel und Cello begleitet von Markus Michael und Johannes Tebbe.

Von Brigitte Heeke
Der Kammerchor St. Lamberti bei seinem traditionellen Weihnachtskonzert unter der Leitung von Alexander Toepper
Der Kammerchor St. Lamberti bei seinem traditionellen Weihnachtskonzert unter der Leitung von Alexander Toepper Foto: bhe

So erinnerte Michael Altenburgs „Nun komm, der Heiden Heiland“ am letzten Dezemberwochenende noch mal an die erwartungsvolle Adventszeit. Der Jubel über die Geburt des Jesuskinds in Andreas Hammerschmidts Motette „Freude, Freude, große Freude“, aber auch im traditionellen Gemeindelied „In dulci jubilo“, machte deutlich, welcher Trost von der Krippe für die Menschen zu allen Zeiten ausging.

In seiner ganzen Vielfalt und Tiefe zeigte das Konzert die musikalische Beschäftigung mit dem Weihnachtsfest. Das zentrale Werk des Abends, der Satz „Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin“ von Johann Christoph Bach, rankt sich kunstvoll um den Choral „Vom Himmel hoch da komm ich her“. Das Werk hat alles, was eine doppelchörige Motette so braucht. Vor allem aber war es einfach ergreifend gesungen. Der unglaublich sanfte Chorklang des Kammerchores kam hier besonders zur Geltung. Traumhaft schöne Stimmen, die sich unaufgeregt im Dienst der Musik vereinen: So ist die Weihnachtsbotschaft noch überzeugender!

Für eine Carol-Suite hatte Chorleiter Alexander Toepper sechs abwechslungsreiche A-cappella-Sätze internationaler Weihnachtslieder zusammengestellt. Zum Dahinschmelzen, besonders der Kontrast zwischen „Noël nouvelet“, unterlegt von einem archaisch wirkenden Bordunklang, und dem homophon gesetzten Strophenlied „In the bleak midwinter“. Tomasz A. Nowak stellte in seiner Improvisation an der Schuke-Orgel der weihnachtlichen Idylle zunächst ruppigere Klänge entgegen. Schließlich war die Krippe arm, Maria und Josef waren nicht willkommen in Bethlehem. Umso strahlender wirkte dann das zugrunde liegende Weihnachtslied „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich“. In der Weihnachtsfantasie „Christmette in der Kathedrale von Wawel“ von Feliks Nowowiejskis waren sogar Glocken zu hören.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5394263?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F