Raoul Schor­egge stellt im Pumpenhaus sein Solo-Programm vor Zwei Typen – eine Person

Münster -

Als Klischee ein Widerspruch: Manager und Clown – der disziplinierte Organisator im Hintergrund auf der einen, der scheinbar chaotische Naivling im Scheinwerferlicht auf der anderen Seite. Raoul Schor­egge bringt in seiner Person beides zusammen.

Von Gerhard H. Kock
Der Manager Raoul Schoregge zeigt sich in seinem Solo „Halbzeit“ als Clown Correggio.
Der Manager Raoul Schoregge zeigt sich in seinem Solo „Halbzeit“ als Clown Correggio. Foto: Schoregge

Als Klischee ein Widerspruch: Manager und Clown – der disziplinierte Organisator im Hintergrund auf der einen, der scheinbar chaotische Naivling im Scheinwerferlicht auf der anderen Seite. Raoul Schor­egge bringt in seiner Person beides zusammen. Der Havixbecker ist zum einen seit den 80ern als Clown Correggio erfolgreich unterwegs. Zum anderen produziert er seit fast zwei Jahrzehnten den Chinesischen Nationalcircus. Jetzt zieht Schoregge eine Zwischenbilanz mit Clown. Die Uraufführung von „Halbzeit“ ist am Freitag (5. Januar) im Pumpenhaus.

Schoregges Clownsname Coreggio weist nicht zufällig lautmalerische Ähnlichkeit zum Nachnamen auf. Coreggio (der Name eines italienischen Renaissance-Malers) verweist auf seinen Maler-Vater Günther Schoregge. Der Sohn des Kunstmalers lernte früh das Handwerk der Clownskunst; mit Circus Krone war er unterwegs und mit Sarrasani, Vorbilder sind Charlie Rivel und natürlich Oleg Popov . Mit André Heller und dem Chinesischen Nationalcircus unternahm Schoregge Welttourneen, wurde dessen Macher und Manager bis heute.

Viel Erfahrung und viele Geschichten. Und die sollen durch seine beiden Persönlichkeitsteile zur Sprache kommen. Auf der Bühne. In zwei Mal 50 Minuten. Und jeweils sind beide anwesend. Im ersten Teil steht Clown Correggio auf der Bühne und erhält via Skype Anweisungen durch den Manager Schoregge. Im zweiten Teil steht der Manager auf der Bühne und sucht den Clown. Er wird ihn finden . . .

Der Abend wird eine Mischung aus amüsanten Erzählungen („Wie wir in Westfalen sagen: Dönekes.“) sowie eigenen Nummern sein. Schoregge will sich als Correggio vor seinen Meistern verneigen: seinen mentalen wie Jerry Lewis oder Charlie Chaplin und seinen realen wie Tony Alexis oder Oleg Popov. „Aber nicht eins zu eins“, betont Schoregge. Eher wie Bernstein in der West Side Story auf Shake­speare anspielt.

Die Bühne wird eine Mischung zwischen Abstellkammer, Bauwagen und Villa Kunstbunt sein. Erarbeitet hat Schoregge sein Programm während einer Auszeit (als Manager) in Dänemark mit Inga Dietrich (Berlin), mit der ihn eine gemeinsame Straßentheater-Vergangenheit in den 80er Jahren verbindet. Apropos: Sein erstes Solo-Bühnenprogramm zeigt er auch im Pumpenhaus. Kein Wunder also, dass dessen Leiter Ludger Schnieder, als er von den Plänen zu einem neuen Programm hörte, ihn „verpflichtete“: „Wenn Du es machst, mache es bitte bei uns.“

Und als wäre Clown und Manager nicht genug: Ein Buchprojekt liegt noch in der Schublade. „Ich sammle schon Geschichten.“

Zum Thema

Das Clowns-Theater ist drei Mal im Pumpenhaus, Gartenstraße 123, zu sehen: 5. und 6. Januar um 20 Uhr sowie am 7. Januar um 16 Uhr. Karten: ' 23 34 43.

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