Schrägstrichtheater zeigt „spiel dich frei!“
Mit Begeisterung überschüttet

Münster -

Ein kleiner roter Luftballon surrt zum alten UFA-Welthit: „Kauf’ Dir einen bunten Luftballon!“, der elegant aus den Tasten des Pianisten Jakob Reinhardt fließt. Die junge Schauspielerin, die den Luftballon so zauberhaft zum Schwingen und Klingen bringt, ist geistig behindert. Sie gehört zum Ensemble des Schrägstrichtheaters, das aus Menschen mit und ohne Behinderung besteht.

Donnerstag, 21.12.2017, 20:12 Uhr

Die „Aktion Mensch“ fördert die Arbeit des Schrägstrichtheaters.
Die „Aktion Mensch“ fördert die Arbeit des Schrägstrichtheaters. Foto: Heike Eickhoff

Reinhardt (eigentlich Pianist des Placebo Theaters) begleitet erstmalig eine Offene Probe des Schrägstrichtheaters mit immer passender Livemusik in die Martin-Luther-King-Schule – alle Zuschauerplätze sind besetzt, und der Beifall prasselt laut. „Spiel dich frei!“ heißt das neue Programm, das im Juni im Kreativ-Haus Premiere feiern wird. Viele improvisierte Szenen, gehalten durch einen konzeptionellen Rahmen, sollen die Zuschauer zum Staunen und Lachen bringen, so Annette Knuf (Schrägstrichtheater). Der Rahmen wird noch entwickelt. Der reizende Luftballon und das improvisierte Ballett dreier Herren mit drei leeren Stühlen gefällt bereits.

Seit vorigem Herbst arbeitet das Ensemble mit Improvisationen. Viel Bewegung und wenig Sprache seien Merkmal der Arbeit, so Regisseurin Knuf. Da die „Aktion Mensch“ nun ebenfalls in die Förderung des Theaters einsteige, seien weitere zwei Jahre engagierte Theaterarbeit im gemischten Ensemble gewährleistet, strahlt Knuf. Doch die Akteure, die nach kräftigem Schlussapplaus noch einmal auf die Bühne gebeten und ein weiteres Mal sehr herzlich mit Beifall überschüttet werden, strahlen am Ende sogar noch mehr.

Die nicht behinderten Schauspieler verfügen über eine Theaterausbildung, so Knuf, und verwenden vor allem Mittel aus dem Bereich des Foolings. Dieses ist eine spezielle Art des improvisierten Theaters – respektvolle und liebevolle Narrenfreiheit, die alle Formen des Theaters umschließen kann. In der Offenen Probe locken die nicht behinderten Schauspieler die behinderten Kollegen ein wenig aus der Reserve, animieren sie zum improvisierten Spiel, machen selbst aber immer voll mit. So entsteht ein lockeres Ganzes aus engagierten und gleichberechtigt agierenden Schauspielern.

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