„Geschlossene Ateliers“ im Speicher 2
Künstler entdecken den Flur als Raum

Münster -

„Geschlossene Ateliers“ heißt … geöffnete Flure: Die Künstler des Speicher II am Hafenweg erschlossen erstmals exklusiv ihre Flure für ihre Kunst und die einiger Gästekünstler. Malte van de Water und Moritz Hagedorn hatten die Idee: „Man hat so viel Platz im Flur“, sagt van de Water.

Montag, 18.12.2017, 18:12 Uhr

Räumlichkeit im Speicher II neu entdeckt (v.l.): Kilian und Malte van de Water, der Lift-Boy, Melanie Bisping, Nadia Perreira Benavente, Yasin Wörheide und Moritz Hagedorn.
Räumlichkeit im Speicher II neu entdeckt (v.l.): Kilian und Malte van de Water, der Lift-Boy, Melanie Bisping, Nadia Perreira Benavente, Yasin Wörheide und Moritz Hagedorn. Foto: Andreas Hasenkamp

Da steht auf einem Vorsprung eine kleine Plastik, neben einer Treppe hängt in lichter Höhe ein Gemälde, neben dem Treppenaufgang hängen zwei schwebeleichte Konstruktionen aus Metallstäben mit halb transparenten Flügelflächen. Letzteres ist formal betitelt „Mischtechnik“, ein Werk der Gastkünstlerin Ivna Mavrinac .

Andere nutzen klassisch die Wände, etwa der Gastkünstler Kilian van de Water aus Düsseldorf für eine Trilogie von Grafiken auf Basis eines Linolschnitts. Ein verfremdeter, gewölbter Teppich lädt auf dem Boden zum Verwundern ein; daneben steht eine auf rätselhafte Weise beleuchtete Plexiglas- Kons­truktionen. Jan Enste hat ein Beyoncé-Porträt mit einem klassischen Marienbildnis kombiniert. Hinterleuchtet sieht sich ein Negativfilm (Frucht längerer, sorgfältiger Fotoarbeit) doch schließlich überbelichtet: Nichts ist zu sehen.

Ein Effekt für die Künstler war, nicht die Ateliers besucherfein aufräumen zu müssen, deutet Malte van de Water an. Ein Haupteffekt ist wohl, die Exponate konzen­trierter wahrnehmen zu können. Zumal sie viel Platz haben – die Initiatoren können sich da noch mehr vorstellen. Das gilt auch für die Nutzung eines Raums im vierten Stock, den die Kunsthalle ihnen für diesen Anlass überlassen hatte – hier sammelten sich Künstler auf rotem Teppich bei Glühwein. Es fehle ein Gemeinschaftsraum, so Hagedorn. 

Kunst gab es nicht nur im Flur: Wer statt der Treppe den Lastenaufzug nahm, fuhr nie allein: der „Lift-Boy“ von Yasin Wörheide fuhr mit, geschnitzt aus Holz und womöglich etwas gruselig für Alleinfahrende.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5368605?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Sparda-Münster City Triathlon 2018
Liveticker: Sparda-Münster City Triathlon 2018
Nachrichten-Ticker