Böser Blick auf die Mächtigen
Neu im Theater Münster: „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ von Theresia Walser

Münster -

Das „Verhältnis der Mächtigen zum Volk“ ist aktuell und wird vom Schauspiel Münster auf die Bühne gebracht. Mit der Komödie „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ von Theresia Walser will Schauspieldirektor Frank Behnke als Regisseur einen weiblich bösen, vorwiegend unterhaltsamen Blick auf jenes Verhältnis werfen.

Dienstag, 07.11.2017, 23:11 Uhr

Diktatoren-Gattinnen unter sich (v.l.): Frau Imelda (Regine Andratschke), Frau Leila (Ulrike Knobloch) Frau Margot (Claudia Hübschmann), die nicht von ungefähr an historische „Vorbilder“ wie Marcos, Ben-Ali oder Honecker erinnern.
Diktatoren-Gattinnen unter sich (v.l.): Frau Imelda (Regine Andratschke), Frau Leila (Ulrike Knobloch) Frau Margot (Claudia Hübschmann), die nicht von ungefähr an historische „Vorbilder“ wie Marcos, Ben-Ali oder Honecker erinnern. Foto: Oliver Berg

Walser lässt eine Frau Margot, eine Frau Leila und eine Frau Imelda (Ähnlichkeiten mit realen Personen sein kein Zufall) zu einer Pressekonferenz aufeinandertreffen. Ihr Leben soll verfilmt werden. Sie werden sich reizen und spreizen und unfreiwillig offenlegen, welche Verantwortung und Funktion solche Frauen an der Seite solcher Männer haben. Behnke : „Diese ‚Königinnen-Komödie’ ist bösartiges Entlarvungstheater.“

Hinzu kommt ein Simultanübersetzer, der ein Desaster verhindern will. Denn im Small-Talk über schusssichere BHs und die Handküsse von Mao verstricken sich die Ladys immer mehr in den Widersprüchen, die ein Leben als Glamour-Gattin an der Seite eines mörderischen Politikergatten mit sich bringt. Und wie sie über normale Menschen reden, bekommt eine besondere Schärfe.

Das Theater Münster in Bildern

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  • montage Foto: Gunnar A. Pier
  • Szene aus "Gloria".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Theater um 1956

    Foto: Erwin Schwarzer (Wiesbaden), Städtische Bühnen Münster
  • Götz Alsmann beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Szene aus dem Stück "Gloria"

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Theater von außen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Generalmusikdirektor Golo Berg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. März 2013 ist der Sänger Tim Fischer mit seinem Programm "Zarah ohne Kleid" zu Gast im Großen Haus des Theaters Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Podiumsdiskussion am 29. April 2013 im Kleinen Haus des Theaters Münster zum Auftakt der Diskussionsreihe "Wie viel Kultur braucht eine Stadt - und wozu?" (von links): Kathrin Tiedemann (Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des Forum Freies Theater, Düsseldorf), Prof. Dr. Ulrike Haß (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Theaterwissenschaft,
    Ruhr-Universität Bochum), Prof. Ulrich Khuon (Intendant des Deutschen Theaters Berlin/Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein), Stefan Keim (Westdeutscher Rundfunk/WDR, Köln), Dr. Hans-Georg Küppers (Kulturreferent der Stadt München/Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetags), Matthias Lückertz (Vorsitzender der Kaufmannschaft Münster/Vorsitzender der »Initiative Starke Innenstadt Münster e.V.«) und Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg (Direktor der Katholisch-sozialen Akademie Franz Hitze Haus, Münster/ MDL).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 20. Mai 2013 geben Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys ein Konzert im Theater Münster, Großes Haus. Das Programm trägt den Titel "Musik für schwache Stunden...".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2015.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Neujahrskonzert am 1. Januar 2015 mit Götz Alsmann und der Alsmann-Band, der Sopranistin Henrike Jacob, Fabrizio Ventura und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster im Theater Münster / Großes Haus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Neujahrskonzert am 1. Januar 2015 mit Götz Alsmann und der Alsmann-Band, der Sopranistin Henrike Jacob, Fabrizio Ventura und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster im Theater Münster / Großes Haus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 22. Oktober 2015 ist Frank Goosen mit dem Programm "Durst und Heimweh - Geschichten von unterwegs" zu Gast im Kleinen Haus des Theater Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 24. Oktober 2015 ist Ulrike Kriener mit dem Programm "Und wenn es Liebe wär'..." im Kleinen Haus des Theaters Münster zu Gast.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nur noch Formsache waren im August 2015 die Unterschriften unter dem Vertrag: Bis Ende der Spielzeit 2021/22 bleibt Dr. Ulrich Peters (l.) Generalintendant in Münster. 

    Foto: Presseamt Münster/ MünsterView / Witte
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beim 10. Sinfoniekonzert am 5. Juli 2016 im Theater Münster spielen das Sinfonieorchester Münster, das Philharmonische Orchester Hagen, der Konzertchor Münster und die Capella Vocale Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura die Sinfonie Nr.2 c-Moll von Gustav Mahler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der damalige Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude bei Nacht im Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude bei Nacht im Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Robert Atzorn liest mit Angelika Atzorn "Arthur und Adele", Kleines Haus im Theater Münster am 10. Februar 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Thorsten Schmid-Kapfenburg, 2. Kapellmeister am Theater Münster,

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Ulrich Peters beim Pressegespräch im Theater Münster am 1. März 2017.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressegespräch im Theater Münster am 1. März 2017. Hintere Reihe v.l. Intendant Dr. Ulrich Peters, Schauspieldirektor Frank Behnke, Julia Dina Hesse (Leiterin Junges Theater), Generalmusikdirektor Golo Berg (ab Saison 2017/18)
    Vordere Reihe v. l. Hans Henning Paar (Künstlerischer Leiter Tanztheater), Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann, Operndirektorin Susanne Ablass

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Stefan Veselka, 1. Kapellmeister am Theater Münster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Gebäude um 1956.

    Foto: © Stadtmuseum Münster, Sammlung Heller
  • Linn Sanders (oben), Bálint Tóth, Carolin Wirth in "Ronja Räubertochter".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Claudia Hübschmann, Linn Sanders, Andrea Spicher in "Demut vor deinen Taten, Baby".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Ilja Harjes und Hubertus Hartmann in "La Révolution #1 - Wir schaffen das schon".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Christian Bo Salle und Bálint Tóth, Statisterie in "La Révolution #1 - Wir schaffen das schon".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Mirko Roschkowski, Gregor Dalal und Sebastian Campione in "Der Freischütz".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Oliver Berg
  • Foto: Oliver Berg
  • Maria Bayarri Pérez und Keelan Whitmore in "Back, Immortalis".

    Foto: Oliver Berg, Theater Münster

Walser bedient sich über die Namen ihrer Figuren einer historischen Dimension. Imelda Marcos und Leila Ben-Ali (die auch Anleihen an Suzanne Mubarak und Asma al-Assad nimmt) sind für ihr luxuriöses Leben bekannt. Während Margot Honecker die ewig Gestrige bleibt, die Veränderungen nicht mitbekommt. Sie weigert sich, mit den beiden anderen in einen Topf geworfen zu werden.

Behnke will mit seiner Inszenierung auch zeigen, „wie sich die Mechanismen überall in der Welt gleichen, wie obszön Macht sein kann“. Dabei lobt er die „extrem hintersinnige und nuancenreiche“ Sprache der Autorin Theresia Walser. Die drei Diktatorinnen-Frauen sprechen deutsch, und der Übersetzer übersetzt auf Deutsch, ein hintersinniges Deutsch.

Dieser „Übersetzer“ werde im Laufe des Stücke zu einer Art Repräsentanten des Volkes, ein „unberechenbarer Mephisto“, der sich nicht nur an seiner eigenen Vergangenheit abarbeitet, sondern eine teuflische Lust entwickelt, die drei Figuren zu entlarven, so Behnke.

Mitwirkende sind Regine Andratschke, Claudia Hübschmann und Ulrike Knobloch sowie Jonas Riemer. Theresia ist die Tochter von Martin Walser. „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ wurde 2013 uraufgeführt.

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Die Premiere ist am Freitag (10. November) um 19.30 Uhr im Kleinen Haus des Theaters, Neubrückenstraße. Karten: ' 5909100.

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