Chorgemeinschaft St. Ludgeri vor 50 Jahren gegründet Ein Unikum in der katholischen Kirchenmusik

Münster -

Auch wenn das Singen bei Jung und Alt derzeit groß im Kommen ist, bedeutet der 50. Geburtstag einer Chorgemeinschaft etwas Besonderes.

Von Chr. Schulte im Walde
Tradition (v.l.): Magdalene Saal und Helmut Leistritz engagieren sich seit Langem für die Ludgeri-Chorgemeinschaft.
Tradition (v.l.): Magdalene Saal und Helmut Leistritz engagieren sich seit Langem für die Ludgeri-Chorgemeinschaft. Foto: cws

Auch wenn das Singen bei Jung und Alt derzeit groß im Kommen ist, bedeutet der 50. Geburtstag einer Chorgemeinschaft etwas Besonderes. Zumal, wenn es sich um einen Kirchenchor handelt, dem es in erster Linie um die Gestaltung von Gottesdiensten geht. Genau darum ging es, als Helmut Leistritz vor 50 Jahren die Chorgemeinschaft St. Ludgeri gründete.

Mit Anfang 30 kam der heute 83-jährige nach Münster in die Ludgeri-Pfarre. „Damals gab es dort keinen Kirchenchor. Ich fing also bei Null an“, erinnert sich der Kirchenmusiker, der viele Jahre lang zugleich als Stadtdekanatskantor wirkte. „Aus dem Stand heraus fanden sich rund 20 Sängerinnen und Sänger. Und am nächsten Weihnachtsfest haben wir schon gesungen!“ Das war im Jahr 1967.

In den Folgejahren entwickelte sich sowohl der Chor als auch das breit gefächerte Repertoire. „In der Hochzeit unserer Gemeinschaft waren wir 60, 70 Stimmen“, so Leistritz. Eine gute Fügung, dass er im Bistum in der Ausbildung nebenamtlicher Kirchenmusiker tätig war. Die kamen als Sänger in den Chor. So wie Magdalene Saal, die amtierende Kirchenmusikerin von St. Ludgeri: „Ich habe Helmut vor 34 Jahren als C-Schülerin kennengelernt. Er war mein Orgel- und Klavierlehrer. Und seit 20 Jahren bin ich seine Nachfolgerin.“ Zwischen Vorgänger und Nachfolgerin stimmt die Chemie. Leistritz ist nach seiner Pensionierung nach wie vor musikalisch aktiv. Als Mädchen für Alles? „Das kann man so sagen“, bestätigt der hellwache und sympathische Kantor, dem auch der Bläserkreis St. Ludgeri seine Existenz verdankt. Den hat Leistritz 1983 ins Leben gerufen und jahrelang geleitet – gewissermaßen ein Unikum im Bereich der katholischen Kirchenmusik.

Saal pflegt beide Ensem­bles mit großer Leidenschaft: die Chorgemeinschaft ebenso wie den Bläserkreis. Und sie blickt gelassen und optimistisch in die Zukunft: „Unsere Chorarbeit hat sich schon etwas verändert. Wir arbeiten nun häufiger projektbezogen, entwerfen auf bestimmte Themen hin ausgerichtete Programme.“ Das kommt gut an und sorgt im Chor für neue Mitglieder.

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Gefeiert wird im Gottesdienst am Sonntag (5. November) um 9.30 Uhr in St.Ludgeri. Es erklingen unter anderem Chorsätze von Helmut Leistritz und das „Magnificat“, eines der bekanntesten Werke des Briten Alan Wilson.

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