Unterwasser-Steg am populärsten bei den Skulptur-Projekten „Dieses Kunstwerk begeistert"

Münster -

Der Unterwasser-Steg von Ayşe Erkmen war von Start weg ein Renner. Bei der Abstimmung über die Frage „Was ist Ihre Lieblingsskulptur?“ ist die Arbeit der türkischen Künstlerin unangefochten die Nummer eins der Kunstfreunde.

Von Gerhard H. Kock
Unterwasser-Steg am populärsten bei den Skulptur-Projekten: „Dieses Kunstwerk begeistert"
Ayşe Erkmens Unterwassersteg im Hafen von Münster ist bei unseren Lesern das beliebteste Werk bei den Skulptur-Projekten 2017. Foto: Oliver Werner

Und mit dem Nackerten-Brunnen von Nicole Eisenman liegt auch auf Platz zwei eine Arbeit mit Wasser. Insgesamt beteiligten sich 345 Besucher der Ausstellung an der Abstimmung via Zeitung oder Internet.

Fast ein Drittel stimmt für die Unterwasserbrücke

Die Unterwasserbrücke hat mit 113 Stimmen fast ein Drittel aller Stimmen auf sich vereint. Das Besondere dieses Skulptur-Projektes ist, dass es an sich unsichtbar ist und erst durch die Besucher erkennbar wird. Und die sind voller Lob und Freude: „Dieses Kunstwerk begeistert auch Menschen, die sich sonst vielleicht nicht für Kunst begeistern, und animiert so viele Leute, eine ganz besondere und für Münster und den Kanal sonst untypische Situation ausprobieren zu können“, meint zum Beispiel Ryan Langkowski . Stellvertretend für viele Meinungen mag Regina Waltermann aus Greven stehen: „Wie Jesus übers Wasser laufen, das wollte ich schon immer.“

Der Brunnen auf Platz zwei

Mit 60 Stimmen landet der Brunnen von Eisenman auf Platz zwei. Damit kommen die beiden Wasser-Skulpturen auf die Hälfte der Stimmen und verweisen die übrigen 33 Skulpturen auf die hinteren Plätze. Wolfgang Meistes begründet sein Lieblingsskulptur-Projekt zum Beispiel so: „Es ist skurril, ehrlich und strahlt eine große Ruhe und einen friedlichen Humanismus aus.“ Ähnlich argumentiert Hedda Kriesten für Platz drei der „Lieblingsskulpturen“: „Der ,Nuclear Temple’ von Thomas Schütte erinnert einerseits an ein Atomkraftwerk, andererseits an eine Kirche. Er fügt sich harmonisch in das Gelände des alten Zoos und strahlt eine eigenartige Würde und Ruhe aus.“

Platz vier berührt

Die Schönheit und Stille erfreuen auch beim Haus im Wald von Hreinn Fridfinnsson – Christian Lüschen-Heimer: „Die Wirkung entfaltet sich erst, wenn man sich einlässt, sprich: sich ihm nähert, es betritt. Und dann ist sie enorm: Heimat; Wahrnehmung von Geborgenheit und gleichzeitig Ungeschütztheit; Erinnerung an Kinderspiele; die gedankliche Vervollständigung, die bei jedem anders ist. Es ist berührend!“

Für Platz fünf (Pierre Huyghes Welt im Eispalast) findet Irmgard Bröskamp (Ostbevern) diese Worte: „Hier kann nachempfunden werden, wie trist, trostlos, unheimlich ein Leben ohne Mitmenschen und Pflanzen sein kann. Eine Mahnung, wie wichtig es ist, die Umwelt zu schützen und zu pflegen.“

Keine Stimmen für die letzten vier

Jeder Teilnehmer an der Abstimmung hatte seine Lieblingsskulptur und hat dafür teilweise kluge und anrührende Begründungen abgegeben. Erstaunlich sind allein die letzten Vier: Für die Projekte von Nairy Baghramian, An­dreas Bunte, Justin Matherly und Christian Odzuck konnte sich anscheinend keiner erwärmen.

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Aus allen Teilnehmern haben wir die zehn Gewinner ausgelost. Sie erhalten in den nächsten Tagen jeweils eine „Skulptur Projekte Geschichte“.

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