Unterwasser-Steg am populärsten bei den Skulptur-Projekten
„Dieses Kunstwerk begeistert"

Münster -

Der Unterwasser-Steg von Ayşe Erkmen war von Start weg ein Renner. Bei der Abstimmung über die Frage „Was ist Ihre Lieblingsskulptur?“ ist die Arbeit der türkischen Künstlerin unangefochten die Nummer eins der Kunstfreunde.

Montag, 18.09.2017, 15:09 Uhr

Unterwasser-Steg am populärsten bei den Skulptur-Projekten: „Dieses Kunstwerk begeistert"
Ayşe Erkmens Unterwassersteg im Hafen von Münster ist bei unseren Lesern das beliebteste Werk bei den Skulptur-Projekten 2017. Foto: Oliver Werner

Und mit dem Nackerten-Brunnen von Nicole Eisenman liegt auch auf Platz zwei eine Arbeit mit Wasser. Insgesamt beteiligten sich 345 Besucher der Ausstellung an der Abstimmung via Zeitung oder Internet.

Fast ein Drittel stimmt für die Unterwasserbrücke

Die Unterwasserbrücke hat mit 113 Stimmen fast ein Drittel aller Stimmen auf sich vereint. Das Besondere dieses Skulptur-Projektes ist, dass es an sich unsichtbar ist und erst durch die Besucher erkennbar wird. Und die sind voller Lob und Freude: „Dieses Kunstwerk begeistert auch Menschen, die sich sonst vielleicht nicht für Kunst begeistern, und animiert so viele Leute, eine ganz besondere und für Münster und den Kanal sonst untypische Situation ausprobieren zu können“, meint zum Beispiel Ryan Langkowski . Stellvertretend für viele Meinungen mag Regina Waltermann aus Greven stehen: „Wie Jesus übers Wasser laufen, das wollte ich schon immer.“

Der Brunnen auf Platz zwei

Mit 60 Stimmen landet der Brunnen von Eisenman auf Platz zwei. Damit kommen die beiden Wasser-Skulpturen auf die Hälfte der Stimmen und verweisen die übrigen 33 Skulpturen auf die hinteren Plätze. Wolfgang Meistes begründet sein Lieblingsskulptur-Projekt zum Beispiel so: „Es ist skurril, ehrlich und strahlt eine große Ruhe und einen friedlichen Humanismus aus.“ Ähnlich argumentiert Hedda Kriesten für Platz drei der „Lieblingsskulpturen“: „Der ,Nuclear Temple’ von Thomas Schütte erinnert einerseits an ein Atomkraftwerk, andererseits an eine Kirche. Er fügt sich harmonisch in das Gelände des alten Zoos und strahlt eine eigenartige Würde und Ruhe aus.“

Die zehn populärsten Werke

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  • Platz 9 müsste eigentlich Platz 10 sein, teilt sich mit der Wasserwaage von John Knight aber die gleiche Zahl an Stimmen. Daher gibt es zwei 9. Plätze: Einer davon ist Koki Tanakas Werk „Gruppe“. Vier Stunden Film-Material zeigt acht Menschen, die miteinander reden und gelegentlich Impulse von anderen Menschen bekommen. Die Fragestellung ist ebenso spannend wie wichtig: „Wie zusammen leben und das Unbekannte teilen“.

    Platz 9 müsste eigentlich Platz 10 sein, teilt sich mit der Wasserwaage von John Knight aber die gleiche Zahl an Stimmen. Daher gibt es zwei 9. Plätze: Einer davon ist Koki Tanakas Werk „Gruppe“. Vier Stunden Film-Material zeigt acht Menschen, die miteinander reden und gelegentlich Impulse von anderen Menschen bekommen. Die Fragestellung ist ebenso spannend wie wichtig: „Wie zusammen leben und das Unbekannte teilen“.

    Foto: Oliver Werner
  • Ebenfalls auf Platz 9: John Knights Waage am LWL-Museum für Kunst und Kultur.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Platz 7: Hervé Youmbi vermischt in seinen himmlischen Masken afrikanische und US-amerikanische Jenseits-Motive von Tod und Schrecken. Der Kameruner hat sie am Überwasserfriedhof in unmittelbarer Nähe zur letzten Ruhestätte des Generals Ludwig Roth von Schreckensteinin in Bäumen aufgehängt. Damit hinterfragt der Künstler die Authentizität von Grabriten. Seine Arbeit wirft an diesem Ort unwillkürlich Gedanken über Spiritualität und Aberglaube auf. Wer etwa die Motive seiner himmlischen Masken studiert, die mitunter recht grimmig sind, dem werden Gedanken über Unheil bringende Fetische kommen. Ob man will oder nicht.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ebenfalls auf Platz 7: Die Gartenstraße Nummer 29 war schon immer ein Ort irgendwo in Fernost – voll chinesischer Zutaten. Während der Skulptur-Projekte 2017 konzentriert sich im Hinterzimmer des ehemaligen Asia-Ladens die globalisierte Welt und dies sehr bunt, aber nicht immer schön. Angeordnet hat dieses Sammelsurium die 1976 geborene Künstlerin Mika Rottenberg, selbst ein Kind der globalisierten Welt. Geboren in Argentinien, aufgewachsen in Israel, ausgebildet zur Künstlerin in den USA, als solche tätig überall. Rottenbergs Skulptur-Projekt vollendet der 30 Minuten dauernde Film, der im als kleines Kino umgebauten Hinterzimmer des Asia-Ladens in Endlos-Schleife läuft.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Platz 6: Im Tunnel am Schloss herrscht während der Skulptur-Projekte dank Aram Bartholls fünf Kronleuchter mit ihren jeweils aus zehn thermoelektrischen, mit Teelichtern betriebenen LED-Leselampen eine fast schon festliche Stimmung.

    Foto: Hanna Neander
  • Für Platz fünf (Pierre Huyghes Welt im Eispalast) findet Irmgard Bröskamp (Ostbevern) diese Worte: „Hier kann nachempfunden werden, wie trist, trostlos, unheimlich ein Leben ohne Mitmenschen und Pflanzen sein kann. Eine Mahnung, wie wichtig es ist, die Umwelt zu schützen und zu pflegen.“

    Foto: Matthias Ahlke
  • Platz 4: Der Schönheit und Stille erfreuen sich Besucher auch beim Haus im Wald von Hreinn Fridfinnsson. Leser Christian Lüschen-Heimer: „Die Wirkung entfaltet sich erst, wenn man sich einlässt, sprich: sich ihm nähert, es betritt. Und dann ist sie enorm: Heimat; Wahrnehmung von Geborgenheit und gleichzeitig Ungeschütztheit; Erinnerung an Kinderspiele; die gedankliche Vervollständigung, die bei jedem anders ist. Es ist berührend!“

    Foto: -kb-
  • Platz drei der „Lieblingsskulpturen“: Der “Nuclear Temple“ von Thomas Schütte erinnert einerseits an ein Atomkraftwerk, andererseits an eine Kirche. Er fügt sich harmonisch in das Gelände des alten Zoos und strahlt eine eigenartige Würde und Ruhe aus.

    Foto: Ellen Bultmann
  • Platz 2: Mit 60 Stimmen landet der Nackerten-Brunnen von Nicole Eisenman auf Platz zwei. Damit kommen die beiden Wasser-Skulpturen auf die Hälfte der Stimmen und verweisen die übrigen 33 Skulpturen auf die hinteren Plätze.

    Foto: Hanna Neander
  • Platz 1: Der Unterwasser-Steg von Ayşe Erkmen war von Start weg ein Renner. Die Unterwasserbrücke hat mit 113 Stimmen fast ein Drittel aller Stimmen auf sich vereint. Das Besondere dieses Skulptur-Projektes ist, dass es an sich unsichtbar ist und erst durch die Besucher erkennbar wird.

    Foto: Oliver Werner

Platz vier berührt

Die Schönheit und Stille erfreuen auch beim Haus im Wald von Hreinn Fridfinnsson – Christian Lüschen-Heimer: „Die Wirkung entfaltet sich erst, wenn man sich einlässt, sprich: sich ihm nähert, es betritt. Und dann ist sie enorm: Heimat; Wahrnehmung von Geborgenheit und gleichzeitig Ungeschütztheit; Erinnerung an Kinderspiele; die gedankliche Vervollständigung, die bei jedem anders ist. Es ist berührend!“

Für Platz fünf (Pierre Huyghes Welt im Eispalast) findet Irmgard Bröskamp (Ostbevern) diese Worte: „Hier kann nachempfunden werden, wie trist, trostlos, unheimlich ein Leben ohne Mitmenschen und Pflanzen sein kann. Eine Mahnung, wie wichtig es ist, die Umwelt zu schützen und zu pflegen.“

Keine Stimmen für die letzten vier

Jeder Teilnehmer an der Abstimmung hatte seine Lieblingsskulptur und hat dafür teilweise kluge und anrührende Begründungen abgegeben. Erstaunlich sind allein die letzten Vier: Für die Projekte von Nairy Baghramian, An­dreas Bunte, Justin Matherly und Christian Odzuck konnte sich anscheinend keiner erwärmen.

Zum Thema

Aus allen Teilnehmern haben wir die zehn Gewinner ausgelost. Sie erhalten in den nächsten Tagen jeweils eine „Skulptur Projekte Geschichte“.

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