Katholikentags-Programm vorgestellt
Münster erwartet prominenten Besuch

Münster -

Promi-Auflauf in Münster: Bei einer Pressekonferenz wurde bekanntgegeben, welche hochkarätigen Gäste in drei Monaten zum Katholikentag kommen. Und auch das Programm hat es in sich. Keine Frage: Es wird politisch.

Montag, 05.02.2018, 19:02 Uhr

Viele Prominente unterschiedlicher Genres haben ihr Kommen beim Katholikentag in Münster bereits zugesagt, darunter darunter Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, Sängerin Leslie Clio, Ayman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime), Kardinal Reinhard Marx, Entertainer Götz Alsmann und ZDF-Journalistin Bettina Schausten. Foto: gap (Montage)

Wer kommt – und wer kommt nicht? Klar doch, dass die Medienvertreter bei der Programm-Pressekonferenz am Montag in Münster auf Promis und Profile für den 101. Katholikentag in Münster warteten. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), lieferte mit seinem Presseteam natürlich auch all jene Namen, auf die viele hoffen. Doch der Präsident des ZdK richtete den Blick auf sehr viel Zentraleres, nämlich auf das politische Leitthema „Suche Frieden“. Sternberg: „An­gesichts der Kriege und Brandherde unserer Zeit lag die Aktualität dieses Themas auf der Hand.“

Kehrseiten der Golablisierung 

Dabei hatte die Jahreszahl 2018 den Organisatoren und Themenplanern den Weg ­gewiesen. Vor 400 Jahren begann der verheerende ­30-jährige Konfessionskrieg, den der Westfälische Friede in Münster und Osnabrück vor 370 Jahren beendete. 100 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg mit seinen Tötungsmaschinerien sein Ende fand.

Vorstellung des Programms für den Katholikentag 2018 in Münster

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    Münsters Bischof Felix Genn und Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, stellten am Montag das Programm für den Katholikentag 2018 in Münster vor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Medienauflauf war groß bei der Pressekonferenz im Landesmuseum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Veranstaltungen folgen dem Thema "Suche Frieden".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Medienauflauf war groß bei der Pressekonferenz im Landesmuseum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bischof Felix Genn

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Thomas Sternberg

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Theodor Bolzenius, Pressesprecher des Katholikentags
    und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier

Frieden, so Sternberg, sei aber nicht nur die Abwesenheit von Krieg und Gewalt: „Viele Entwicklungen wie Globalisierung, Pluralisierung der Gesellschaft und Zusammentreffen von Kulturen und Religionen haben als Kehrseite Versuche der Abschottung, die Suche nach einer Abgrenzung.“ Menschen suchten nach Identität und Leitbildern für die Gestaltung des Lebens. „Darum wird es uns in Münster auch um die Suche nach dem Frieden zwischen Kulturen, Weltanschauungen und Religionen gehen.“

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Münsters Bischof Felix Genn nahm als Gastgeber des Katholikentages diesen Faden auf: „Höhepunkt des Katholikentags: Das sind für mich alle Menschen, ganz unabhängig von Status, ­Herkunft oder Religions­zugehörigkeit, die nach Münster kommen werden. Im Zeit­al­ter von Papst Franziskus sollten wir uns auch hier bemühen, unseren Blick zu wenden: Die Promis der ­Kirche sollen die Menschen am Rande sein. Eine große Aufgabe.“

Bischof Felix Genn und Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, stellten am Montag das Programm vor.

Bischof Felix Genn und Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, stellten am Montag das Programm vor. Foto: Gunnar A. Pier

Zahlreiche Prominente kommen zum Katholikentag

Dennoch haben natürlich auch zahlreiche Prominente aus Politik, Kirche und Kultur ihr Kommen zugesagt: Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und seine rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer zum Beispiel. Fast alle der 27 deutschen Diözesanbischöfe werden in Münster vertreten sein, an ihrer Spitze der Münchner Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz.

Diese Promis kommen zum Katholikentag 2018

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    Viele Prominente unterschiedlicher Genres haben bereits zugesagt, vom 9. bis 13. Mai 2018 zum Katholikentag nach Münster zu kommen, darunter Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, Sängerin Leslie Clio, Ayman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime), Kardinal Reinhard Marx, Entertainer Götz Alsmann und ZDF-Journalistin Bettina Schausten.

    Foto: gap (Montage)
  • Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und bis 2017 Bundestagspräsident

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Markus Lewe, Münsters Oberbürgermeister, und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di

    Foto: dpa
  • Franz Müntefering, ehemaliger Bundesvorsitzender der SPD

    Foto: dpa
  • Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz

    Foto: dpa
  • Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des WDR

    Foto: dpa
  • Kasper König, Kurator der Skulptur-Projekte Münster

    Foto: dpa
  • Bettina Schausten, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin

    Foto: ZDF / Klaus Weddig
  • Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Kabarettist

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Götz Alsmann, Entertainer

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Leslie Clio, Sängerin

    Foto: dpa
  • Manfred Lütz, katholischer Theologe und Buchautor

    Foto: dpa
  • Ayman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

    Foto: dpa
  • Andreas Steinhöfel, Schriftsteller

    Foto: Dirk Steinhöfel
  • Julia Klöckner, Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag Rheinland-Pfalz

    Foto: dpa
  • Frank Walter Steinmeier, Bundespräsident

    Foto: dpa
  • Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag

    Foto: dpa
  • Hermann Gröhe, geschäftsführender Bundesgesundheitsminister

    Foto: dpa
  • Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

    Foto: dpa
  • Prof. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie und Professor für
    Islamische Religionspädagogik in Münster

    Foto: dpa
  • Margot Käßmann

    Foto: dpa
  • Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern für Bau und Verkehr

    Foto: dpa
  • Monika Grütters, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

    Foto: dpa
  • Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

    Foto: dpa
  • Pater Anselm Grün OSB

    Foto: dpa

Zu den Prominenten aus dem Bereich Kultur zählen unter anderem der Kabarettist und Moderator Eckart von Hirschhausen, Musiker und Entertainer Götz Alsmann sowie Prof. Kasper König, Kurator der vergangenen Skulptur-Projekte.

Debatte über Populismus

Im Zentrum des Katholikentags stehen 32 „Große Po­dien“, die natürlich mit profilierten Köpfen bestückt werden: Dabei geht es um „Syrien und die Schwierigkeiten der Friedenspolitik“ und um „Migration, Integration, Einwanderung“ ebenso wie um „Chancen und Bedrohungen der Digitalisierung“ oder „Konflikt oder Frieden in Familien und zwischen den Generationen“.

Bischof Felix Genn erhofft sich starke Impulse: „Frieden jetzt! Das Signal wird sein: Wir haben genug von Terror, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Krieg und Unterdrückung.“ Am 12. März wird das Detail-Programm auf der Homepage des Katholikentags veröffentlicht. 

Das Interesse an der Programm-Pressekonferenz im Landesmuseum war groß.

Das Interesse an der Programm-Pressekonferenz im Landesmuseum war groß. Foto: Gunnar A. Pier

Auch „Populismus und Missbrauch in den neuen Medien“ sind ein Thema, das auf viel Gehör stoßen dürfte. Wird die AfD eingeladen? „Wir laden keine Parteien ein!“, sagte Sternberg. Auch die CDU nicht!“ Was einzelne teilnehmende Vertreter nicht ausschließe.

In dieser Form neu sind fünf historische und künstlerische Ausstellungen an fünf Orten Münsters, die sich mit dem Thema „Frieden“ beschäftigen.

Kommentar: Vorfreude geweckt

Natürlich freut sich Münster auf Promis, großen Andrang und festliche Atmosphäre. Im Zentrum des Katholikentages aber stehen natürlich nicht die Prominenten, sondern normale Christenmenschen, die in Zeiten politischer Krisen, Verwirrung und Glaubenserosion den gemeinsamen Nenner suchen. Katholikentage sind – wie auch die protestantischen Kirchentage – politische und gesellschaftliche Zeitansagen. Thomas Sternberg als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und Bischof Felix Genn ergänzten sich gestern in der bewährten Aufgabenverteilung. Hochpolitisch wird der Katholikentag dort, wo es um Globalisierung, Krisen, Flucht, Migration und Klimadebatte geht. Spirituelle Tiefe wird das Treffen dort bekommen, wo Gottesdienste, Gebete und Gesänge die Gläubigen zusammenführen. Sammlung und Sendung: Beides gehört bei Katholikentagen zusammen. Das starke Bistum und die attraktive Stadt Münster können bei diesem Katholikentag mächtig punkten.  

Johannes Loy

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„Der familienfreundlichste Katholikentag, den es je gab“

Das Bistum Münster will sich gastfreundlich präsentieren und setzt das ganz praktisch um, wie Bischof Genn erläuterte: 120 bis 160 angehende Erzieherinnen und Erzieher aus den Berufskollegs werden eine Betreuung für Kinder im Alter zwischen zwei und neun Jahren anbieten. „Das ist großartig, das ist neu, und dafür bin ich sehr dankbar. Münster 2018: das wird der familienfreundlichste Katholikentag, den es je gab“, strahlte Felix Genn.

Die in den vergangenen Jahren ausgezehrte Marienwallfahrt nach Telgte dürfte im Rahmen des Katholikentags neue Teilnehmerrekorde brechen. Der Bischof hofft dafür am 12. Mai (Samstag) auf bestes Frühlingswetter.

Zahlen und Fakten zum Programm

► Das Programm des ­Katholikentags umfasst an fünf Tagen mehr als 1000 Veranstaltungen, darunter befinden sich 300 Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Kabarettvorstellungen, Filmvorführungen, Kunstausstellungen und Tanzprojekte.

► Knapp drei Dutzend „Große Podien“ bilden den thematischen Kern des Katholikentags.

► Etwa 160 Diskussionsforen sind im Programm.

► Mehr als 3000 einzelne Mitwirkende kommen nach Münster.

► Die Veranstaltung mit den meisten Akteuren ist das große Chorfestival mit 4000 Sängerinnen und Sängern.

► Fast alle der 27 Orts­bischöfe aus den deutschen Diözesen nehmen am Programm teil.

► Die Veranstaltungen finden in Münster an etwa 100 verschiedenen Orten statt.

► Für die Kirchenmeile (Schlossplatz, Stuben­gasse Aegidiikirchplatz) haben sich mehr als 330 kirchliche Organisationen und Themenbereiche angemeldet (Rekord!): Darunter befinden sich Hilfswerke, Bistümer, Orden, Ver­treter geistlichen Lebens, Caritas, Verbände, Wissenschaft und Bildung, Reiseveranstalter und Medien.

► Der 101. Katholikentag in Münster rechnet mit rund 35 000 Dauergästen und weiteren Tausenden Tagesgästen, vor allem zum Auftakt und zum Schluss.

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