Kinderuni
Antike Mode braucht Stoff

Münster -

Asterix und Obelix wissen es schon lange: Die spinnen die Römer, sagen die beiden gallischen Helden. Dr. Helge Nieswandt und seine Mitarbeiter vom Archäologischen Museum der Universität wissen, dass dieser Satz wirklich stimmt – mit einer kleinen Einschränkung. 

Dienstag, 10.10.2017, 07:10 Uhr

So ein Gewand aus der Römerzeit macht viel Arbeit. Für das Ankleiden wurde immer Hilfe benötigt. Helge Nieswandt und sein Team vom Archäologischen Museum der Universität zeigen bei der Kinderuni, wie die alten Römer und Griechen sich kleideten.
So ein Gewand aus der Römerzeit macht viel Arbeit. Für das Ankleiden wurde immer Hilfe benötigt. Helge Nieswandt und sein Team vom Archäologischen Museum der Universität zeigen bei der Kinderuni, wie die alten Römer und Griechen sich kleideten. Foto: Oliver Werner

Es müsste heißen: „Die spinnen, die Römerinnen.“ Nicht, weil die Frauen im alten Rom komische Ideen hatten. Sie saßen tatsächlich häufig und lange am Spinnrad. „Das war auch nötig, denn schon ein Gewand für ein Kind verbrauchte gewaltige sieben Meter Stoff“, erklärt Helge Nieswandt .

Am Freitag (13. Oktober) sollen auch die Studierenden der Kinderuni ein Gefühl dafür bekommen, was Römer und Römerinnen, Griechen und Griechinnen in der Antike kleidete: Die Vorlesung unter dem Titel „Stoff aus der Antike“ beginnt um 16.15 Uhr im großen Hörsaal H1 am Schlossplatz.

Mal eben in den Laden, schnell ein paar T-Shirts, Hosen und Kleider kaufen – das gab es in der Antike nicht. Die Kleidung inklusive der Stoffe wurde meist selbst gewebt. Das Garn dafür eigenhändig gesponnen. Die Stoffe wickelten sich die Römer und Griechen geschickt um den Körper: „Je mehr Falten ein Gewand hatte, je mehr Stoff verwendet wurde, desto schöner wurde es empfunden. Wer gut „betucht“ war, war in aller Regel auch wohlhabend, ein Grund, warum sich dieses Wort als Ausdruck für Reichtum bis heute erhalten hat, erklärt Helge Nieswandt.

Die Gewänder und Stoffe, die er und die Mitarbeiter des Museums am Freitag im Hörsaal vorführen, wurden nach Forschungen über die Kleidung der Römer gearbeitet. Darstellungen auf ausgegrabenen Vasen, Steinplatten und Statuen haben dabei gezeigt, wie Mode damals aussah. „Moden gab es übrigens tatsächlich“, erklärt Helge Nieswandt. Römer und Griechen haben immer wieder neue Methoden erfunden, wie eine Toga oder ein Peplos, der griechische Mantel, raffiniert drapiert wurde.

Die antike Modevorlesung ist geeignet für Kinder ab acht Jahren, der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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