RCDS-Vertreter Philipp Schiller über die Arbeit des Studierendenparlaments Alles auf eine Karte

Münster -

Wenn es nach Philipp Schiller geht, hat man künftig nur noch eine Karte für Bibliothek, Mensa und Bus. Der Student sitzt nach den jüngsten Wahlen erneut für den Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) im Studierendenparlament (Stupa).

Philipp Schiller ist RCDS-Vertreter im Studierendenparlament.
Philipp Schiller ist RCDS-Vertreter im Studierendenparlament. Foto: Jona-Schülerseminar

Auch in anderen Bereichen könnte man die Digitalisierung an der Uni noch vorantreiben, meint Schiller im Interview mit Kariem Abbas und Noah Börnhorst.

Was hat das Studierendenparlament für die Studierenden schon erreicht?

Schiller: Im letzten Semester haben wir auf Initiative des RCDS eine sogenannte Bib-Ampel eingeführt. Diese zeigt online, wie ausgelastet eine Bibliothek ist, sodass man nicht vor Ort feststellen muss, dass kein Platz mehr frei ist. Das spart Zeit und hilft, die Auslastung auf die verschiedenen Bibliotheken der Stadt zu verteilen. Darüber hinaus haben wir einen neuen Studierendenausweis eingeführt, der neben Bibliothekskarte nun auch Geldkarte für die Mensa ist. In Zukunft soll auch enger mit den Stadtwerken zusammengearbeitet werden, sodass das Semesterticket für Bus und Bahn auch noch in den Studierendenausweis integriert wird.

Was würden Sie an der Uni noch verbessern?

Schiller: In der Medizinischen Fakultät, wo ich zurzeit studiere, kann man so gut wie alle wichtigen Bücher online abrufen. Solche E-Book-Angebote würde ich mir auch für die anderen Fachrichtungen wünschen. Ein weiteres Anliegen, was wir auch mit anderen Hochschulvereinigungen gemeinsam haben, ist, dass wir die Masterplätze ausbauen wollen, damit jeder, der möchte, auch an der Uni Münster seinen Master machen kann.

Die Wahlbeteiligung bei den Stupa-Wahlen sinkt in vielen deutschen Städten. Worin sehen Sie die Gründe dafür?

Schiller: Auch wenn bei uns in Münster die Wahlbeteiligung zuletzt leicht anstieg, ist die geringe Beteiligung ein großes Problem, gerade wenn man aus den höheren Kreisen der Uni hört, dass Stimmen lauter werden, die sich fragen, ob man das Stupa noch braucht. Außerdem glauben viele Studierende, dass sie im Stupa nicht so viel erreichen können, und sie nehmen das Studierendenparlament daher für nicht so wichtig.

Und was darf das Studierendenparlament?

Schiller: Seien es Verhandlungen mit den Stadtwerken um die Verträge des Studitickets oder Gremien für Zeitschriften, all das fällt unter die Zuständigkeit des Studierendenparlaments. Daneben gibt es noch den Asta, den man auch als Regierung ansehen kann. Innerhalb des Asta gibt es wieder verschiedene Referate, die sich mit den Ministerien vergleichen lassen.

Ist die Mitarbeit im Stupa für die Studierenden attraktiv?

Schiller: Ich muss zugeben, dass es noch nicht so attraktiv ist, wie es sein könnte.

Wie viel Zeit kostet die Mitarbeit im Asta oder im Stupa?

Schiller: Die Mitarbeit im Asta ist schon ein Vollzeitjob, dafür bekommt man dann in der Regel auch ein Freisemester genehmigt. Als Parlamentarier hat man nicht ganz so viel zu tun, da hängt der Zeitaufwand immer davon ab, wie viel Arbeit man sich macht und wie aktiv die eigene Liste beziehungsweise Gruppe ist.

Die einzelnen Hochschulgruppen sind recht parteinah. Tauscht ihr euch mit den Landespolitikern aus?

Schiller: Es lässt sich natürlich nicht leugnen, dass eine gewisse Nähe zu den verschiedenen Parteien besteht. Das versuchen wir aber auch immer wieder deutlich zu machen. Wir verstehen uns aber trotzdem noch als eine eigenständige Einheit. Wir stehen auch mit den Landespolitikern in Kontakt, die münsterischen Landtagskandidaten der CDU , Stefan Nacke und Simone Wendland, waren zuletzt auf einem unserer Stammtische zu Gast. Thema war unter anderem unsere Meinung zur Einführung von Studiengebühren.

Wie ist Ihre Meinung zu Studien- bzw. Semestergebühren?

Schiller: Ich als Student freue mich natürlich, wenn ich nichts bezahlen muss. Wenn man ehrlich ist, muss man aber zugeben, dass im Leben eigentlich nichts umsonst ist. Ich finde es sozial sehr ungerecht, dass Auszubildende ihre Ausbildung selbst bezahlen müssen und Studierende ihr Studium vom Bund finanziert bekommen. Ich befürworte die sogenannten nachgelagerten Studiengebühren, also dass man nach dem Studium zahlt, sobald man ein bestimmtes Bruttoeinkommen bekommt.

Der RCDS steht der CDU sehr nah. Sind Sie selbst Mitglied in der CDU?

Schiller: Nein, ich bin weder Mitglied in der CDU noch in der Jungen Union (JU). Ich kann mir aber gut vorstellen, in Zukunft der CDU beizutreten.

Können Sie sich vorstellen, ihre Forderungen auch selbst als Politiker umzusetzen, oder möchten Sie die medizinische Karriere weiterverfolgen?

Schiller: Ich habe mich da noch nicht festgelegt, finde beide Arbeitsbereiche sehr spannend. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich mal in die „echte“ Politik wechsele.

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