Autonomie bei der Gestaltung des Studienangebots Ritterschlag für die Fachhochschule

Münster -

Fast alle Hochschulen in Deutschland müssen sich ihre Studiengänge akkreditieren lassen. Nicht so die FH Münster. Sie ist als komplette Hochschule akkreditiert – und erreichte nun als erste Hochschule deutschlandweit die Erneuerung dieses Vertrauensvorschusses

Von Karin Völker
FH-Präsidentin Ute von Lojewski und Prof. Reinhold Grimm.  
FH-Präsidentin Ute von Lojewski und Prof. Reinhold Grimm.   Foto: FH

Studiengänge an staatlichen Hochschulen in Deutschland müssen von immer akkreditiert werden – für die Hochschulen immer wieder ein aufwendiger Prozess, der aber, so will es der Staat, die Qualität der Studiengänge sichert. Für die Fachhochschule Münster ging schon 2011 ein Traum in Erfüllung. Als erste Fachhochschule in Deutschland absolvierte sie den Prozess der Systemakkreditierung erfolgreich und konnte seither selbstständig über ihr Studienprogramm entscheiden. Am Freitag wurde nun für die FH Münster als erster Hochschule bundesweit die Systemakkreditierung erneuert. „Ein großes Stück Autonomie“, freute sich FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski. „Wir können im Gegensatz zu anderen Hochschulen unsere Studiengänge selbst akkreditieren – ohne Begutachtung durch externe Agenturen.“ Denn, so die Regel: Stimmt das Qualitätsmanagement (QM) einer Hochschule, entsprechen auch die daraus hervorgehenden Studiengänge den Anforderungen.

Als erste deutsche Hochschule systemreakkreditiert

Nun wird die FH Münster als erste deutsche Hochschule systemreakkreditiert, so der Fachterminus. „Eigentlich hätten wir 2018 das übliche Verfahren zur Reakkreditierung angestoßen“, so von Lojewski. Die Hochschule habe aber dem Akkreditierungsrat einen Modus vorgeschlagen, der nicht nur das offizielle Siegel beschert, sondern neue Impulse für das Qualitätsmanagement-System verspreche. „Ihrem Vorschlag haben wir gern entsprochen“, sagte Prof. Dr. Reinhold Grimm, Vorsitzender des Akkreditierungsrates. Er war am Freitag zu Gast an der FH und überreichte die Urkunde zur Systemreakkreditierung. „Von diesem Prozess werden sicher auch weitere Hochschulen, die Ihrem Vorbild folgen möchten“, so Grimm.

Umstellung auch ein langfristiges Ziel der Uni

Auch für die Universität Münster wäre eine Systemakkreditierung wünschenswert: „Die Umstellung auf eine Systemakkreditierung ist ein langfristiges Ziel des WWU-Rektorats. Die Leitung der Universität hält diese Umstellung für sinnvoll“, sagt dazu Uni-Sprecher Norbert Robers. Konkret in Sicht ist dieser Qualitätssprung aber noch nicht. Wie lange der Prozess der Umstellung dauern werde, sei noch nicht bekannt.

Die Fachhochschule Münster trägt unterdessen mit ganz wenigen Ausnahmen, etwa im Lehramt, bis 2026 allein die Verantwortung für die Qualitätsentwicklung ihrer Studiengänge.

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