Projekt in der Stern-Kita Farben für die Seele

Münster -

In der Evangelischen Sternkindertagesstätte findet seit Anfang Februar ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen, statt. Seit dem Wintersemester 2016/17 gibt es dort das zweisemestrige Theorie-und-Praxismodul „Ästhetische Wahrnehmungsförderung durch Farben“ unter Leitung von Prof. Dr. Kulkānti Barboza und Heike Montreal („Farben für die Seele“).

In der Stern-Kita soll mit Körperbemalung die körpernahe Wahrnehmung der Kinder gestärkt werden.
In der Stern-Kita soll mit Körperbemalung die körpernahe Wahrnehmung der Kinder gestärkt werden. Foto: Heike Montreal

Ausgangslage für dieses Projekt ist laut Pressemitteilung zum einen die Tatsache, dass aufgrund zunehmender Digitalisierung bei vielen Kindern und Jugendlichen die körpernahe Sinneswahrnehmung eingeschränkt ist. Zum anderen ist das Verhältnis zum eigenen Körper – zum Beispiel auf Grund von Krankheit, Behinderung – ebenfalls verzerrt. Mit Hilfe von Farben und Körperbemalung soll die körpernahe Wahrnehmung positiv gestärkt werden.

Stefanie Tomberge, die Leiterin der Einrichtung, berichtet von dem gelungenen Projekt: „Entschieden haben wir uns für dieses Projekt, da unser Schwerpunkt die Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenzen ist. Diese besondere Art von zwischenmenschlichem Kontakt und Körperwahrnehmung passt gut in unser Konzept. Anfangs waren wir ein wenig verhalten und mussten erst einmal schauen, wie die Kinder dieses Angebot annehmen. Aber direkt nach dem zweiten Besuch der Studierenden war das Eis gebrochen. Die Kinder warteten schon morgens sehnsüchtig auf den Nachmittag und überlegten gemeinsam, in was sie sich heute mal verwandeln lassen.

„Verwandeln“ – das ist das richtige Wort für diese besondere Art des Schminkens. Die Studierenden sind von den beiden Leiterinnen des Theorie-und-Praxismoduls, Prof. Dr. Barboza und Heike Montreal, intensiv geschult worden. Und dies ist in der Umsetzung in der Sternkindertagesstätte spürbar. „Wenn die sechs Studierenden kommen, verzaubern sie unsere Räume. Es werden glitzernde Tücher ausgebreitet, Ruhe durchströmt die drei Schminkräume, in denen in einer Eins-zu-eins-Situation voller Gefühl und Hingabe die Farben auf das gewünschte Körperteil aufgetragen werden“, freut sich Stefanie Tomberge.

„Das kitzelt so schön mit dem Pinsel, da sind so ganz kleine Haare dran, und es fühlt sich für mich weich und soo gut an,“ schwärmt die sechsjährige Greta. „Auf den Lippen finde ich es ein bisschen komisch, und ich traue mich dann nachher gar nicht mehr zu sprechen. Ich fänd´ es toll, wenn sowas jeden Tag wär´.“ Sie ist als Einhorn geschminkt und schwebt glücklich durch den Stern-Kitaflur zurück in ihre Gruppe.

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