Massenansturm zur Eröffnung des Hauptbahnhofs Volles Haus gleich am ersten Tag

Münster -

Es ist 12.14 Uhr an diesem Samstag, als der Vorhang fällt. Der Vorhang zwischen dem neuen Empfangsgebäude und dem Tunnel, der die Menschen zu den Bahnsteigen führt.

Von Klaus Baumeister
Mit dem Handy ein Foto vom neuen Hauptbahnhof machen: Diese Aufgabe stand am Wochenende bei Münsteranern und Münster-Besuchern ganz hoch im Kurs. Tausende wollten sich den neuen Hauptbahnhof persönlich ansehen.
Mit dem Handy ein Foto vom neuen Hauptbahnhof machen: Diese Aufgabe stand am Wochenende bei Münsteranern und Münster-Besuchern ganz hoch im Kurs. Tausende wollten sich den neuen Hauptbahnhof persönlich ansehen. Foto: Oliver Werner

Was dann zu sehen ist, steht stellvertretend für die überragende Bedeutung, die der neue Hauptbahnhof für die Münsteraner hat: Auf beiden Seiten des zu Boden gegangenen Vorhanges ist es rappelvoll. Hunderte Besucher, denen es auf der Vorderseite zu voll war, sind während des Redemarathons der Honoratioren schnurstrackes durch den Hamburger Tunnel zum Bremer Platz gegangen – und von dort aus zurück in den Bahnhofstunnel. Das stetig lauter werdende Gemurmel auf der anderen Seite des Vorhanges hat sie angekündigt.

„Neuer Lieblingsbahnhof“

Der Menschenauflauf und die spürbare Erwartungshaltung inspirieren offensichtlich auch die Festredner. Dr. André Zeug von der Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG bezeichnet Münster als „meinen neuen Lieblingsbahnhof“.

Er ist sich ebenso wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann , sicher, dass in den kommenden Wochen Dutzende Briefe deutscher Oberbürgermeister auf ihren Schreibtischen landen werden. Die Bitte: „Wir möchten auch so einen Bahnhof wie in Münster haben.“

Ab sofort, schwärmt Zeug weiter, sei Münster nicht nur eine Radfahrerstadt, sondern auch eine Eisenbahnstadt. Mit 68.000 Fahrgästen am Tag gehöre der Standort ohnehin schon zu den Top Ten in Nordrhein-Westfalen.

„Dreiklang der wichtigsten Gebäude in der Stadt“

Oberbürgermeister Markus Lewe fühlt sich beim Anblick der lichtdurchfluteten Empfangshalle darin bestärkt, laut zu verkünden: „Münster ist die Hauptstadt Westfalens.“ Auf jeden Fall sei der Dreiklang der wichtigsten Gebäude in der Stadt – Dom, Rathaus und Bahnhof – wieder hergestellt.

Apropos Dom: Aus eben diesem ist Bischof Felix Genn herbeigeeilt, um den Bahnhof zu segnen. „Ich danke für die Ehre, dass ich das für Sie tun darf“, lässt er keinen Zweifel daran, dass die Segnung dieses so publikumsträchtigen Ortes ihn emotional berührt. Gerade diese immense Sogwirkung des Bahnhofs auf Menschen aller Art nimmt der Oberbürgermeister zum Anlass, auch der Bahnhofsmission und den Streetworkern rund um den Hauptbahnhof für ihren Einsatz zu loben. Ausdrücklich lobt Lewe auch den früheren Stadtdirektor Hartwig Schultheiß für sein Engagement zur Umsetzung der Bahnhofs-Pläne.

„Ich musste erst Staatssekretär werden . . .“

Bekanntlich hat der Erfolg viele Väter. Als einer dieser Väter fühlt sich auch Staatssekretär Ferlemann. Mit spürbarer Ironie verweist er auf seine Studienzeit in Münster. Schon damals habe er sich gefragt, warum eine so vermögende Stadt einen so hässlichen Bahnhof habe. Sodann fügt er schmunzelnd hinzu: „Ich musste erst Staatssekretär werden . . .“

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