Massenansturm zur Eröffnung des Hauptbahnhofs
Volles Haus gleich am ersten Tag

Münster -

Es ist 12.14 Uhr an diesem Samstag, als der Vorhang fällt. Der Vorhang zwischen dem neuen Empfangsgebäude und dem Tunnel, der die Menschen zu den Bahnsteigen führt.

Montag, 26.06.2017, 07:06 Uhr

Mit dem Handy ein Foto vom neuen Hauptbahnhof machen: Diese Aufgabe stand am Wochenende bei Münsteranern und Münster-Besuchern ganz hoch im Kurs. Tausende wollten sich den neuen Hauptbahnhof persönlich ansehen.
Mit dem Handy ein Foto vom neuen Hauptbahnhof machen: Diese Aufgabe stand am Wochenende bei Münsteranern und Münster-Besuchern ganz hoch im Kurs. Tausende wollten sich den neuen Hauptbahnhof persönlich ansehen. Foto: Oliver Werner

Was dann zu sehen ist, steht stellvertretend für die überragende Bedeutung, die der neue Hauptbahnhof für die Münsteraner hat: Auf beiden Seiten des zu Boden gegangenen Vorhanges ist es rappelvoll. Hunderte Besucher, denen es auf der Vorderseite zu voll war, sind während des Redemarathons der Honoratioren schnurstrackes durch den Hamburger Tunnel zum Bremer Platz gegangen – und von dort aus zurück in den Bahnhofstunnel. Das stetig lauter werdende Gemurmel auf der anderen Seite des Vorhanges hat sie angekündigt.

„Neuer Lieblingsbahnhof“

Der Menschenauflauf und die spürbare Erwartungshaltung inspirieren offensichtlich auch die Festredner. Dr. André Zeug von der Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG bezeichnet Münster als „meinen neuen Lieblingsbahnhof“.

 

Der Bahnhof ist eröffnet

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  • Volles Haus im Bahnhof. Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner
  • Volles Haus im Bahnhof. Foto: Oliver Werner

 

Er ist sich ebenso wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann , sicher, dass in den kommenden Wochen Dutzende Briefe deutscher Oberbürgermeister auf ihren Schreibtischen landen werden. Die Bitte: „Wir möchten auch so einen Bahnhof wie in Münster haben.“

Ab sofort, schwärmt Zeug weiter, sei Münster nicht nur eine Radfahrerstadt, sondern auch eine Eisenbahnstadt. Mit 68.000 Fahrgästen am Tag gehöre der Standort ohnehin schon zu den Top Ten in Nordrhein-Westfalen.

„Dreiklang der wichtigsten Gebäude in der Stadt“

Oberbürgermeister Markus Lewe fühlt sich beim Anblick der lichtdurchfluteten Empfangshalle darin bestärkt, laut zu verkünden: „Münster ist die Hauptstadt Westfalens.“ Auf jeden Fall sei der Dreiklang der wichtigsten Gebäude in der Stadt – Dom, Rathaus und Bahnhof – wieder hergestellt.

Abriss und Neubau: Arbeitsphasen am Hauptbahnhof

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    Die Zeit für das alte Bahnhofsgebäude war abgelaufen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick auf die Außenfassade des alten Empfangsgebäudes.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Eingangshalle standen Verkaufsstände...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...das triste Gebäude hatte ausgedient.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Bereits 2013 wurde mit den ersten Abrissarbeiten auf der Rückseite des Hauptbahnhofes begonnen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Ausgang war somit fortan gesperrt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 2014 waren die Geschäfte im Bahnhofsinneren leer.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Diese Aufnahme aus dem Januar 2015 zeigt das noch stehende alte Empfangsgebäude sowie die Abrissarbeiten auf der Vorderseite des Hauptbahnhofes.

    Foto: Oliver Werner
  • Dieses Bild zeigt den ehemaligen Seiteneingang auf der Bahnhofsvorderseite - kurz vor dem Abriss.

    Foto: Oliver Werner
  • Anfang März erinnerte nur noch die alte Glasfassade in Blickrichtung der Gleise an das alte Empfangsgebäude.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Derweil gingen 2015 die Abrissarbeiten an der Bahnhofsstraße weiter. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Anfang vom Ende des alten Empfangsgebäudes: Abrissbeginn im Januar 2015.

    Foto: Oliver Werner
  • Es folgen Impressionen der Abriss- und Neubauphasen: hier aus dem März 2015.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Mai 2015 konnte man nur erahnen, wie der neue Bahnhof aussehen würde.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Luftbild aus dem September 2015 zeigt die großen Kräne, die für die Bauarbeiten auf dem Gelände standen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein weiteres Luftbild aus dem September 2015.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Während im September 2015 gebaut wurde, mussten die Bahnreisenden durch den Hamburger Tunnel zu den Gleisen gelangen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Arbeiten an der Bodenplatte im Oktober 2015.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im November 2015 schaut sich ein Bauarbeiter die Baustelle aus erhöhter Position an.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine weitere Fußgängerampel sorgte im November 2015 dafür, dass die Fußgänger geradewegs zum Hamburger Tunnel kommen konnten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Dezember 2015 waren erste Teile des neuen Bahnhofs bereits als solche erkennbar.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das schlechte Wetter im Dezember 2015 hielt die Bauarbeiter nicht davon ab, täglich voranzukommen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Rohbau nahm im Februar 2016 bereits deutlich Gestalt an.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Stützen sorgten im März 2016 für die nötige Stabilität.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Während am Bahnhofsgebäude weiter gebaut wurde, nahm das Leben auf der Bahnhofsstraße seinen gewohnten Gang.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine Gesamtübersicht über die Baustelle im März 2016.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch von den Gleisen hinter dem neuen Gebäude hatten Kunden der Deutschen Bahn im März 2016 bereits einen guten Blick auf die Bauarbeiten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Richtfest wurde im Juli 2016 gefeiert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großer Kranz wurde traditionsgemäß auf das Dach des Gebäudes gehievt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der bretterzaun an der Rückeseite verdeckt im September 2016 längst nicht mehr den Blick auf die Baustelle.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im September 2016 ist vor der Baustelle wieder genug Platz für Fußgänger, um den Neubau zu passieren.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im September 2016 war bereits die Höhe des künftiges Bahnhofgebäudes ersichtlich.

    Foto: Oliver Werner
  • Wo normalerweise reger Durchgangsverkehr herrscht, ist im Oktober 2016 noch immer der Durchgang versperrt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Frontseite zeigt ein Plakat im Oktober 2016 bereits, wie der Bahnhof bei seiner Fertigstellung aussieht.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Baustützen dominieren auch im November 2016 den Blick ins Innere des Neubaus.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Januar 2017 geht es von den Gleisen nur in eine Richtung - nämlich zum Bremer Platz.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Januar 2017 ist die Fassade zu den Gleisen bereits fertig.

    Foto: Oliver Werner
  • Klare Linien und die Glaselemente sorgen für einen Vorgeschmack auf die Frontseite.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Inneren sind im März 2017 die Baustützen weitesgehend verschwunden. Die Geländer im ersten Stock sind bereits montiert.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Innenausbau schreitet schnell voran. Der Eröffnungstermin Ende Juni gerät fest in den Blick.

    Foto: Oliver Werner
  • In den oberen Etagen des Bahnhofs sind Büroflächen untergebracht.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Glasfront des neuen Bahnhofs ist im Mai 2017 erstmals in voller Pracht zu bewundern.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Supermarkt und mehrere Fastfood-Restaurants sind in das neue Bahnhofsgebäude eingezogen.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Luftbild aus dem Mai 2017.

    Foto: Oliver Werner
  • Und obwohl der Bau von außen betrachtet bereits fertig erscheint, müssen die Bahn-Kunden noch immer durch den Hamburger Tunnel zu den Gleisen gelangen.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Juni 2017 ist die Vorfreude besonders bei Pendlern groß, endlich wieder den Bahnhof durch den Haupteingang verlassen zu können.

    Foto: Oliver Werner
  • Kurz vor der Eröffnung wird am 22. Juni in der neuen Empfangshalle noch fleißig gearbeitet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Fahrkartenautomaten werden eingerichtet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am 24. Juni 2017 ist es so weit: Das neue Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs Münster öffnet seine Tore.

    Foto: Oliver Werner
  • Fahrgäste kommen jetzt wieder zu Fuß von der Innenstadt zu den Gleisen, ohne den Umweg über den Hamburger Tunnel nehmen zu müssen.

    Foto: Oliver Werner
  • Blick vom Obergeschoss in die neue Ladenzeile im Hauptbahnhof.

    Foto: Oliver Werner
  • Die neue Empfangshalle ist lichtdurchflutet. Links die Anzeigetafel für die Züge, rechts sind Infotafeln zu den Bus-Abfahrten angebracht.

    Foto: Oliver Werner

Apropos Dom: Aus eben diesem ist Bischof Felix Genn herbeigeeilt, um den Bahnhof zu segnen. „Ich danke für die Ehre, dass ich das für Sie tun darf“, lässt er keinen Zweifel daran, dass die Segnung dieses so publikumsträchtigen Ortes ihn emotional berührt. Gerade diese immense Sogwirkung des Bahnhofs auf Menschen aller Art nimmt der Oberbürgermeister zum Anlass, auch der Bahnhofsmission und den Streetworkern rund um den Hauptbahnhof für ihren Einsatz zu loben. Ausdrücklich lobt Lewe auch den früheren Stadtdirektor Hartwig Schultheiß für sein Engagement zur Umsetzung der Bahnhofs-Pläne.

„Ich musste erst Staatssekretär werden . . .“

Bekanntlich hat der Erfolg viele Väter. Als einer dieser Väter fühlt sich auch Staatssekretär Ferlemann. Mit spürbarer Ironie verweist er auf seine Studienzeit in Münster. Schon damals habe er sich gefragt, warum eine so vermögende Stadt einen so hässlichen Bahnhof habe. Sodann fügt er schmunzelnd hinzu: „Ich musste erst Staatssekretär werden . . .“

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