Eröffnung des Hauptbahnhofs Neuer Bau, neues Gleis - Bahn-Nadelöhr im Münsterland soll verschwinden

Münster -

Tausende Besucher feierten am Wochenende die Eröffnung des neuen, 40 Millionen Euro teuren Hauptbahnhofs in Münster. Überraschung während der Eröffnungsfeier: Der Bund will ein Bahn-Nadelöhr im Münsterland beseitigen.

Von Klaus Baumeister
Eröffnung des Hauptbahnhofs : Neuer Bau, neues Gleis - Bahn-Nadelöhr im Münsterland soll verschwinden
Dicht bevölkert war Münsters neuer Hauptbahnhof am Wochenende. Laut Auskunft der Bahn verfügt Münster jetzt über eine der modernsten Empfangshallen. Foto: Oliver Werner

Nach vier Jahren Bauzeit war es am Samstag so weit: Die neue Empfangshalle des Bahnhofs löst einen maroden Nachkriegsbau ab. Dank riesiger Glasflächen wirkt der Innenraum sehr hell.  

Während der Eröffnungsfeier gab der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann , eine Nachricht bekannt, die von Regionalpolitikern und Wirtschaftsvertretern nicht weniger gefeiert wurde: Der Bund will konkret den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen angehen. Dieses Teilstück ist ein Nadelöhr in der Fernverbindung zwischen Norddeutschland und dem Ruhrgebiet.

„Das Geld ist da“

Kaum hat Enak Ferlemann seine Rede beendet, da wird er auch schon belagert. Alle möchten wissen, ob das auch wirklich wahr ist, was er soeben verkündet hat.

Ja, erklärt der Gast aus Berlin, der Bund werde den Ausbau der Zugverbindung auf der wichtigen Route zwischen Münster und Dortmund bis Ende des Jahres in den „vordringlichen Bedarf“ aufnehmen. Das sei die höchste Stufe und beinhalte zugleich die Zusicherung, dass der Bund für die Finanzierung sorge. Oder, wie es Ferlemann auf Anfrage unserer Zeitung ausdrückt: „Das Geld ist da.“

Anfällig für Verspätungen

Bislang war das von Wirtschaft und Politik geradezu gebetsmühlenartig geforderte zweite Gleis nur in der zweithöchsten Stufe („prognostizierter Bedarf“). Entsprechend groß waren die Fragezeichen. Aktuell verfügt der Bahnverkehr auf einer Länge von 42 Kilometern zwischen Münster und Lünen nur über ein Gleis, was mit vielen Restriktionen verbunden ist.

Enak Ferlemann Foto: OHW

Inmitten einer gewaltigen Menschentraube, die sich durch den neu eröffneten Hauptbahnhof bewegt, erklärt der Staatssekretär die Beweggründe seines Ministeriums. Die Fernverbindung zwischen Münster und Dortmund sei anfällig für Verspätungen. „Wir brauchen Begegnungsgleise, um dieses Nadelöhr aufzulösen.“ Mit der Festlegung auf den „vordringlichen Bedarf“ sei der Auftrag an die Planer verbunden, das Baurecht zu schaffen. Danach werde gebaut.

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„Ein Traum geht in Erfüllung“

Wann genau? Dazu sagt der parlamentarische Staatssekretär nichts. Gleichwohl nehmen viele Festgäste die jetzt vorhandene Bereitschaft des Bundes, bauen zu wollen, fast schon euphorisch zur Kenntnis. „Das ist ja mal eine echte Nachricht“, verkünden unisono die CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland und die FDP-Fraktionschefin im Rat der Stadt Münster, Carola Möllemann-Appelhoff .

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe ist fast schon gerührt. Zum Geschenk des neuen Hauptbahnhofs komme jetzt auch noch das Geschenk des Streckenausbaus. „Ein Traum geht in Erfüllung.“ Dies um so mehr, als mit einem doppelten Gleis auf der Bahnstrecke zwischen Münster und Dortmund auch die Anbindung für die neuen RXX-Züge besser werde.

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