Vor der Ratssitzung
Platanenpower-Protest vor dem Rathaus

Münster -

(Aktualisiert) Die Nachbarschaftsinitiative „Platanenpower“ demonstriert gegen die Fällung von zwei Platanen am Hansaring, fordert eine bessere Informationspolitik der Stadt – und will weiteren Kahlschlag unbedingt verhindern.

Mittwoch, 14.03.2018, 16:03 Uhr

Eine Scheibe aus den Stamm einer gefällten Hansaring-Platane liegt auf den Rathausstufen – die Gruppe „Platanenpower“ will das Holz auch weiterhin als Protest-Symbol nutzen. Foto: Oliver Werner

Die beiden Platanen am Hansaring gibt es nicht mehr, die Gruppe „Platanenpower“ hingegen will weitermachen.  Die Nachbarschaftsinitiative, die sich im Februar spontan gebildet hatte, um die Fällung der beiden stattlichen Bäume zu verhindern, demonstrierte am Mittwoch im Vorfeld der Ratssitzung auf dem Prinzipalmarkt. Es ging dabei um zweierlei: Um Kritik an dem nach Meinung der Protestierenden  überheblichen und wenig informativen Verhalten von Stadt und Stadtwerken. Und um eine alternative Verkehrs- und Planungspolitik mit deutlicher Bevorzugung von Fahrrad und ÖPNV. Knapp 100 „Platanenpower“-Unterstützer versammelten sich vor dem Rathaus zu einer eher sachlich-nüchternen als aufwühlenden Kundgebung.

Ein Teilnehmer berichtete von der überraschenden Fäll-Aktion am Hansaring; so etwas dürfe sich nicht wiederholen, hieß es unter lautem Beifall. Die Bäume hätten mit gutem Willen erhalten werden können – etwa wenn die Baustelle in die Schulferien verlegt worden wäre. Unterdessen sei eine „Platanenpower“-Delegation von Oberbürgermeister Markus Lewe empfangen worden, berichtete eine Rednerin. Dabei habe man die Zusicherung erhalten, dass im Zuge der E-Center-Baustelle zwischen Hansaring und Schillerstraße keine Bäume mehr gefällt würden. Ferner soll der weitere Ausbau der Stadtwerke-Fernwärmeleitung bis zur Ostmarkstraße von Informationsveranstaltungen begleitet werden.

Sechs weitere von über 100 Bäumen in diesem Bauabschnitt seien potenziell gefährdet. Man werde sich für ihren Erhalt einsetzen. Ein Redner ging ausdrücklich auf das vom Rat verhandelte Thema Fahrradstraßen ein: „Rote Farbe alleine bringt keine Sicherheit für Radfahrer.“ Die Politik solle eher darauf drängen, Autos grundsätzlich von Fahrradstraßen zu verbannen. Am Samstag (16. März) will sich die Gruppe um 16 Uhr erneut am früheren Platanenstandort am Hansaring treffen – zu „Kaffeekränzchen“ und Gedankenaustausch, wie es heißt. 

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