Jahreswechsel
Deutlich sichtbare Polizeipräsenz in der Silvesternacht

Münster -

Rund um den Domplatz, wo Tausende ins neue Jahr feiern, wird es diesmal keine massiven Absperrungen geben. Allerdings zeigt die Polizei mit rund 180 Beamten Präsenz am Hafen, in der City und auf dem Domplatz. Die Feuerwehr hat zusätzliche Löschzüge in Alarmbereitschaft versetzt.

Freitag, 29.12.2017, 09:12 Uhr

Silvesternacht auf dem Domplatz: Rettungskräfte und Polizei bereiten sich vor und erhöhen die Präsenz deutlich.
Silvesternacht auf dem Domplatz: Rettungskräfte und Polizei erhöhen wie im Vorjahr die Präsenz deutlich. Foto: hpe

Feuerwehr und Polizei sind auf die heißeste Einsatznacht des Jahres gut vorbereitet, dennoch wird in Sachen Sicherheit sichtbar abgerüstet. An den Zufahrten zum Domplatz, wo mehrere 1000 Menschen den Jahreswechsel mit einem Feuerwerk begrüßen, wird es diesmal keine stationären Straßensperren mit großen Sandsäcken, quer gestellten Lastwagen oder Containermulden geben.

„Vor einem Jahr war die Lage anders, zwei Wochen nach der Amokfahrt auf dem Berliner Weihnachtsmarkt schien uns dieser zusätzliche Schutz gegen Terrorangriffe angebracht“, so Polizeisprecher Roland Vorholt . Zum aktuellen Jahreswechsel wird es am Michaelisplatz und an der Pferdegasse „je nach Lage“, so Vorholt, lediglich für einen kürzeren Zeitraum quer geparkte Polizei-Einsatzfahrzeuge geben.

Hohe Personalpräsenz

Um Ausschreitungen im Keim ersticken und auf Gefahrenlagen sofort reagieren zu können, bleibt aber die Personalpräsenz ungewöhnlich hoch. In der Neujahrsnacht werden an Domplatz, Bahnhof, Hafenplatz und in der Innenstadt insgesamt 180 uniformierte Beamte unterwegs sein. So viele wie im Vorjahr.

Sicheres Silvester

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    Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann rät, in der anste-henden Silvesternacht nur geprüfte und zugelassene Feuerwerksartikel zu benutzen. „Insbesondere über das Internet werden immer wieder illegale Böller und Raketen gekauft, die eine unberechenbare Wirkung haben. Wer diese verbotenen Pyrotechnikartikel zündet, riskiert seine Gesundheit und sogar sein Leben“, warnt Minister Laumann.

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  • Jedes Jahr kommt es in der Silvesternacht zu schweren Unfällen, bei denen Menschen Augenlicht, Hörvermögen oder Hände verlieren. Die Ursache ist meist: ein zu leichtfertiger Umgang mit gefährlichen Knall-körpern.

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  • Verbraucher können geprüftes und zugelassenes Feuerwerk unter an-derem am CE-Kennzeichen und der Kennnummer der Prüfstelle erken-nen. Der Kauf im namhaften Einzelhandel gibt zusätzlich Sicherheit.

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  • Auch in diesem Jahr sind wieder die Expertinnen und Experten der Be-zirksregierungen unterwegs, um gefährliches Feuerwerk aus dem Ver-kehr zu ziehen, bevor es in die Hände der Verbraucher gelangt. Dabei kontrollieren sie auch die Einhaltung der Vorschriften für den Verkauf von Feuerwerk. Feuerwerksartikel der Kategorie F2 (Raketen, Kano-nenschläge, Böller) dürfen nur an Personen ab 18 Jahren verkauft oder weitergegeben werden.

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  • Der Verkauf ist in diesem Jahr vom 28. bis zum 30. Dezember erlaubt, das Abbrennen nur am 31. Dezember und 1. Januar.

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  • Beim Kauf und Zünden von Feuerwerksartikeln sollten folgende Tipps beachtet werden:

    • beim Kauf auf das CE-Kennzeichen achten
    • Sicherheitshinweise genau lesen und beachten
    • Sicherheitsabstand, insbesondere zu Personen, einhalten
    • Böller nach dem Anzünden sofort wegwerfen
    • sich nach dem Zünden von Raketen und Fontänen schnell entfernen
    Foto: Oliver Werner
    • bei Raketen auf eine sichere „Abschussrampe“ achten.
    • Raketen und Fontänen nie unter Vordächern, Bäumen etc. zünden
    • „Blindgänger“ nie erneut zünden – am besten mit Wasser übergießen
    Foto: dpa
    • Keine Basteleien mit Feuerwerkskörpern – dies ist eine häufige Unfallursache
    • Fenster und Türen geschlossen halten, damit angezündete Feuerwerkskörper nicht in das Gebäude gelangen können
    • Haustiere in einen möglichst ruhigen Raum bringen
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  • Einen Handzettel mit den wichtigsten Tipps stellt das Ministerium kostenlos zur Verfügung: https://www.mags.nrw/broschuerenservice

    Weitergehende Informationen sind auch bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) erhältlich: https://www.bam.de/

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„Mit vielen Augen wachsam sein und deutlich erkennbar Flagge zeigen gegenüber allen, die das friedliche Feiern stören wollen“, so die Devise der Polizei. Vorholt: „Wir wollen und werden die Terrorgefahr nicht ausblenden.“

Nur wenige Ausschreitungen

In den vergangenen Jahren war es auf dem Domplatz nur zu wenigen Ausschreitungen gekommen. Meist randalierten betrunkene Jugendliche oder hielten die bereits angezündeten Raketen auf Menschengruppen. Sie wurden von der Hundertschaft blitzschnell aus dem Verkehr gezogen und festgenommen.

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Die Feuerwehr wird wieder mit zusätzlichen Rettungskräften und Löschzügen parat stehen. Das Ordnungsamt plant keine Silvester-Streifen. „Im Vorjahr gab es nur zwei kleine Einsätze, dafür müssen wir die Kollegen nicht antreten lassen“, so Ordnungsamtschef Martin Schulze-Werner.

Feuerwehr-Tipps

Die Feuerwehr Münster rückt in der ersten Nacht des neues Jahres regelmäßig zu außergewöhnlich vielen Rettungsdiensteinsätzen aus und muss auch immer wieder vermeidbare Brände bekämpfen. Abstürzende Raketen segeln durchs offene Dachfenster ins Haus, Funken stecken trockene Hecken an oder setzten Autos in Flammen. Dazu kommen die Brandverletzungen an Händen, Armen und im Gesicht. Oft eine Folge von Mutproben, Trunkenheit oder einfach nur Fahrlässigkeit. „Feuerwerkskörper und Raketen sind Sprengstoff, deshalb ist immer Vorsicht geboten“, sagt Dirk Hülsken von der Feuerwehr. „Böller nie in Jacken- und Hosentaschen mit sich rumtragen. Niemals Raketen aus der Hand starten, Blindgänger nicht erneut anzünden, und immer die Kinder im Auge haben, solange das Silvesterfeuerwerk abgebrannt wird“, rät Hülsken.

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