Feuerwerksverkauf startet Raketen verdrängen Mini-Knaller

Münster -

Ab Donnerstag und bis einschließlich Samstag darf Feuerwerk verkauft werden. Der Handel rüstet sich und freut sich auch in Münster auf hohe Umsätze mit Böllern und Raketen. Besonders die schussstarken Batteriefeuerwerke sind gefragt.

Von Helmut P. Etzkorn/dpa
Vorbereitung auf den großen Ansturm: Silke Koslowski und Dennis Kaminski sortieren im Marktkauf Gievenbeck das Raketen- und Böllersortiment, heute beginnt der Verkauf.
Vorbereitung auf den großen Ansturm: Silke Koslowski und Dennis Kaminski sortieren im Marktkauf Gievenbeck das Raketen- und Böllersortiment, heute beginnt der Verkauf. Foto: hpe

Die kleinen Zieselmännchen, aufgereiht in rot und grün in einer kleinen Matte, waren früher nicht nur zum Jahreswechsel für die Kinder ein Riesenspaß mit Knalleffekt. Wer die Mini-Kracher im aktuellen Sprengstoff-Sortiment zum Jahreswechsel sucht, wird in aller Regel nicht fündig. Längst haben die Raketensortimente und Batteriefeuerwerke die harmlosen Zieselmännchen abgelöst. Und wer es in der Nacht zum Montag richtig ernst meint mit der Vertreibung der bösen Geister, der kann ab dem heutigen Donnerstag bei Dennis Kaminski und Silke Koslowski für schlappe 139,99 Euro das 264 Schuss starke Profi-Power-System mit Effekten, Farbkombinationen und Doppelsalven kaufen. Fast schon ein komplettes Send-Feuerwerk für den Hausgebrauch.

Raketenkäufer kaum zu bremsen

Kaminski und Koslowski, Fachverkäufer im Marktkauf Gievenbeck, räumen am Mittwoch schon einmal die Regale voll und sperren den Verkaufsraum mit quer gestellten Holzpaletten ab. Dennoch sind die ganz heißen Raketenkäufer kaum zu bremsen und müssen mit freundlichen Worten auf den offiziellen Start des Feuerwerksverkaufs vertröstet werden.

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„Tischfeuerwerk, eine leichte Verkleidung mit Partyhütchen und ein mittleres Raketensortiment sind begehrt, der Trend zu immer größeren Batterien mit einer Zündung und drei Minuten Non-Stop-Feuerzauber ist ungebrochen“, so Kaminski.

24 Mitarbeiter der Bezirksregierung sind ab Donnerstag unterwegs und prüfen, ob im Handel nur genehmigtes Feuerwerk angeboten wird. „Wichtig ist die sichere Handhabung. Wer nicht zugelassene Artikel im Internet oder auf Flohmärkten kauft, begeht einer Straftat, die nach dem Sprengstoffgesetz geahndet wird“, so eine Sprecherin zum Thema „Polen-Böller“.

Fenster und Türen geschlossen halten

Hafen, Domplatz und Tormin-Brücke am Aasee sind beliebte Orte, wo man sich zum Böllern trifft. Haustierbesitzer sind aufgefordert, ihre Vierbeiner möglichst im Gebäude unterzubringen. Weil immer wieder Raketen zu Brandstiftern werden, sollte man alle Dachfenster und Balkontüren geschlossen halten. Die Krankenhäuser rechnen mit einer Vielzahl von Patienten, Brand- und Augenverletzungen sind typische „Silvester-Unfälle“.

Sicherheitshinweis: Blindgänger nicht noch einmal anzünden und keine selbst gebastelten Feuerwerkskörper abfeuern.

"Brot statt Böller"

Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt hat zum Jahreswechsel wieder zu Spenden aufgerufen. „Brot statt Böller“ ist eine Einladung an alle, denen Silvesterfeuerwerk eher Unbehagen bereitet, weil hier Millionen Euro im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert werden“, erklärte die Präsidentin des Hilfswerkes, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Das Hilfswerk unterstützt Projekte in über 90 Ländern.

Raketen und Böller dürfen nur an den letzten drei Werktagen des Jahres verkauft werden - 2017 also vom 28. bis zum 30. Dezember. Gezündet werden darf das sogenannte Kleinfeuerwerk dann nur am Silvester- und Neujahrstag.

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