Begehrtes Grundstück
Blücher-Kaserne: Bundeswehr hat keine Eile mit der Freigabe

Münster -

Stadt und Land stehen in den Startlöchern, aus dem Areal der weitgehend leergezogenen Blücher-Kaserne an der Einsteinstraße etwas Schönes zu machen. Doch die Bundeswehr hat offenbar keine große Lust, die Kaserne herzugeben – und wartet lieber ab.

Donnerstag, 14.12.2017, 11:12 Uhr

Generalmajor Stephan Thomas (l.) empfing seine Gäste in der Bürgerhalle des Rathauses. Foto: Matthias Ahlke

Die Bundeswehr hält sich mit Äußerungen über die Zukunft der Blücher-Kaserne an der Einsteinstraße zurück: Wie berichtet, ist das Stabs- und Unterstützungsbataillon des Deutsch-Niederländischen Korps in die Handorfer Lützow-Kaserne verlegt worden, womit das hochattraktive Gelände an der Einstein-Straße vorerst so gut wie leer steht. Sowohl die Stadt als auch das Land sind brennend daran interessiert, Gelände und Gebäude zu übernehmen, sogar eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge sollte hier eingerichtet werden.

Die Anfrage der Redaktion zur Zukunft der Blücher-Kaserne wurde vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum weitergereicht – und liegt mittlerweile beim Verteidigungsministerium. Eine Antwort steht aus.

Blücher-Kaserne
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Fraglich bleibt damit, ob der Bund die Kaserne überhaupt abzugeben bereit ist. Generalmajor Stephan Thomas, als ranghöchster Bundeswehroffizier Münsters „Standortältester“, dämpft die Erwartungen. Schließlich sei unklar, wie sich eine neue Bundesregierung die Entwicklung der Bundeswehr vorstelle. Bis dahin müsse gelten: „Wir behalten erstmal das, was wir haben.“ Ein einmal aufgegebener Standort sei für die Bundeswehr praktisch verloren.

Er stehe in dieser Frage sowohl mit der Regierungspräsidentin als auch mit dem Oberbürgermeister in Kontakt, schließlich sei das öffentliche Interesse an der Kaserne nachvollziehbar.

Der Bundeswehr sei die enge Bindung an ihren Standort außerordentlich wichtig, betonte der Standortälteste beim Adventsempfang in der Bürgerhalle: „Es ist kein Zufall, dass ein solcher Abend im Rathaus stattfindet.“ General Thomas begrüßte rund 250 Gäste: vor allem vielfältig uniformierte Militärs aus zahlreichen Nationen; aber auch Bürgermeisterin Karin Reismann, Polizeipräsident Hajo Kuhlisch und etliche Vertreter von Politik und Verwaltung waren dabei.

Bevor das Luftwaffenmusikkorps unter Leitung von Oberstleutnant Christian Weiper das Adventskonzert mit einem eleganten „Pomp and Circumstance“-Marsch von Edward Elgar sehr kultiviert eröffnete, sprach der Gastgeber noch über den Traditionserlass der Bundeswehr, der vor Kurzem unter dem Eindruck der Vorfälle um einen extremistischen Offizier erneuert wurde. Er zitierte aus dem „Kleinen Prinzen“ („es muss feste Bräuche geben“) und warnte vor „kulturverdrängenden“ Entscheidungen für die Bundeswehr: „Man muss wissen, woher man kommt, damit man weiß, wohin man geht.“

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