Verfahren am Landgericht Duo hatte sich mit reichlich „Stoff“ eingedeckt

Münster -

Weil sie ein größere Menge der synthetischen Droge Amphetamin horteten und eine Cannabis-Plantage in ihrer Wohnung hatten, sind zwei Münsteraner zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden. Ursprünglich war ihnen auch Rauschgifthandel vorgeworfen worden. Das Dealen konnte das Gericht aber nicht beweisen.

Von Klaus Möllers
Am Landgericht wurde der Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz verhandelt.
Am Landgericht wurde der Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz verhandelt. Foto: dpa

Weit im Voraus hatten die Männer anscheinend geplant, wie lange ihr „Stoff“ reichen sollte. Über 80 Cannabis-Pflanzen als Teil einer Marihuana-Plantage fand die Polizei in einem Ein-Zimmer-Appartement in der Innenstadt – und fast ein Kilo Amphetamin. Das sollte für den täglichen Konsum monatelang reichen.

Wegen Besitzes von Be­täubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilte das Landgericht die Münsteraner am Donnerstag zu Haftstrafen auf Bewährung: den 29 Jahre alten Einzelhandelskaufmann zu eineinhalb Jahren, den 34 Jahre alten gelernten Monteur zu einem Jahr und zehn Monaten.

Das Amphetamin hätten sie „günstig“ bekommen, hatten die Angeklagten ausgesagt und deshalb eine große Menge vorrätig gehabt. Dem Jüngeren war bei seiner Festnahme in der Wohnung an der Königstraße ein Schlagring abgenommen worden, den er in seiner ­Hosentasche mit sich trug. Im Urteil ist bei ihm deshalb ein Verstoß gegen das Waffengesetz mit einbezogen.

Als das Drogen-Versteck aufflog, fanden die Ermittler auch einen Elektroschocker, der dem Älteren zugerechnet wurde. Nicht nur die Plan­tagenausrüstung, auch konsumfertiges Ecstasy und Klemmverschlusstütchen gaben Hinweise darauf, dass die beiden mit ihren Rauschmitteln dealten. Was das Gericht aber letztlich nicht beweisen konnte. „Dass der Waffenbesitz diesen Zweck hatte, ist nicht klar“, sagte der Vorsitzende Richter.

In die Strafe des 34-Jährigen ist auch eine Fahrt in einem Wagen nachts über die Scharnhorststraße ohne Führerschein mit eingeflossen. Die Vielzahl seiner Vorstrafen – Trunkenheit im Verkehr, Drogenbesitz, versuchte gefährliche Körperverletzung, Diebstahl und Fahren ohne Führerschein – wurden strafschärfend berücksichtigt.

Beide Männer waren geständig. In einem Punkt der Selbsteinschätzung widersprach eine Psychiaterin dem Älteren aber deutlich: In den Wochen vor der Verhandlung hatte er fünf Mal eine Suchtberatung in Anspruch genommen. Weil er früher, wie er sagte, „extrem“ Drogen genommen habe. Die Ärztin erklärte, dass er in wenigen Stunden keinesfalls von seinem Hang heruntergekommen sein könne. Das Gericht ordnete die Unterbringung in einer Sucht­klinik zur Bewährung an und als Auflage eine ambulante Drogen-Therapie.

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