Dr. Ring-Ding bei „Sebel plus“ im Jovel Gerade zurück aus Mexiko

Münster -

„Unverschämt untätowiert“, mit solch humorvollen Songs unterhält zunächst Sebel selbst mit der großartig aufgelegten Hausband des Jovel die Gäste – und die dürfen sich schon mal im Mitsingen üben. Die Stimmung ist schnell oben, und da bleibt sie auch.

Von Andreas Hasenkamp
Christin Koll und Sarah Schäfer an Gitarre und Keyboard nennen sich „Ohrenpost“
Christin Koll und Sarah Schäfer an Gitarre und Keyboard nennen sich „Ohrenpost“ Foto: Andreas Hasenkamp

Ein Meister der bissigen Worte und Lach-Anlässe ist Achim Leufker . Trotz Hexenschuss erklimmt er die Bühne und lässt sich von Sebel befragen. Er habe in Münster studiert, bevor es überhaupt eine Universität dort gab, raunt er; und zwar zunächst Katholische Theologie. Später was Sicheres: BWL, sagt der Rheinenser. Dann erzählt er rasant vom Problem-Verhältnis mit seiner Tochter: „Papa, ich hab‘ Mama ganz lieb.“

Es wird zu wenig Pop gespielt, meinen Christin Koll und Sarah Schäfer an Gitarre und Keyboard von „Ohrenpost“, und dann bieten sie ihre eigenen Songs zusammen mit Schlagzeuger Nils aus Wuppertal (und Rosa-Schweinchen-Maskottchen „Ohri“): nachdenklich, mal witzig auf Deutsch. Für einen besonderen Deutschunterricht waren sie schon in einer dänischen Schule, ab Januar geht es mit dem Goethe-Institut nach Frankreich. Schon ihre Körpersprache vermittelt einiges, reißt mit.

Die Künstler wären jederzeit als „Fragezeichen“ höchster Güte qualifiziert, aber es wird noch internationaler, berühmter: Es kommt ein Mannsbild mit Trompete, Balladen und Aznavour im Gepäck, mit Ska dazu und weiteren virtuosen Blechbläsern an seiner Seite: Richie Alexander alias Dr. Ring-Ding. Angefangen hat er mit Blockflöte und Posaunenchor, nun ist er frisch zurück aus Mexiko und spielt „All the Way to the Moon“ und singt „Tous les visages de l’amour“.

Die gut 40 Gäste hatten sichtlich einen Heidenspaß bei dem kurzweiligen Kulturereignis mit Humor und Virtuosität. Leufert schmeckt der kleine Rahmen ohnehin mehr als eine Halle mit 4000 Leuten, bekannte er.

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