Neuer Masterplan soll helfen Münster will Kampf gegen drohenden Verkehrsinfarkt aufnehmen

Münster -

Mit einem neuen Masterplan will die Stadt den Kampf gegen einen drohenden Verkehrsinfarkt aufnehmen. Bis 2022 soll er vorliegen – zu spät, kritisiert die SPD.

Von Martin Kalitschke
Auf den Straßen ist immer mehr los. Ein Masterplan soll Maßnahmen gegen den Verkehrsinfarkt entwickeln.
Auf den Straßen ist immer mehr los. Ein Masterplan soll Maßnahmen gegen den Verkehrsinfarkt entwickeln. Foto: pp

Mit einem Masterplan will die Stadt den Kampf gegen den drohenden Verkehrsinfarkt aufnehmen. Bis 2022 sollen „die besten und innovativsten Verkehrsplaner Europas“ an dem Konzept mitarbeiten, so Stadtbaurat Robin Denstorff .

Doch bereits zum Auftakt der politischen Beratungen am Donnerstagabend im Planungsausschuss gab es scharfe Kritik von der SPD . „Eine echte Mogelpackung“ sei der Entwurf der Verwaltung, über den am 6. Dezember der Hauptausschuss entscheiden wird, kritisiert SPD-Ratsherr Ludger Steinmann . „Die dringenden Verkehrsprobleme der Stadt können nicht bis auf eine Zeit nach der nächsten Kommunalwahl in der Warteschleife hängen. Wir wollen die zügige Bearbeitung der Thematik mit Ergebnissen bis 2020“, fordert er.

Mobilität 2035+

Denstorff wies diese Vorwürfe postwendend zurück. „An allen verkehrspolitischen Maßnahmen – von Straßenausbau bis Velorouten – wird weiter engagiert und forciert gearbeitet. Der Erarbeitungsprozess des Masterplans ,Mobilität 2035+‘ wird keinen Stillstand der Verkehrsplanung und Maßnahmenumsetzung bedeuten.“ Vielmehr gehe es darum, erstmalig Ziele und grundsätzliche Strategien zum Umgang mit den verkehrlichen Herausforderungen der wachsenden Stadt Münster zu definieren – und konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Und diese Herausforderungen sind groß, wie die Verwaltung betont: Zu enge historische Straßenquerschnitte entsprächen allenfalls dem Verkehrsaufkommen einer Stadt mit 260.000 Einwohnern. Zudem weise das aktuelle Verkehrssystem „deutliche Kapazitätenengpässe“ und Defizite bei Individual-, Schienen- und Radverkehr auf.

In Verkehrsinfrastruktur investieren

Der Druck auf den zur Verfügung stehenden Verkehrsraum sei „massiv“, die Beeinträchtigungen für Wohn-, Lebens- und Aufenthaltsqualität vor allem in der Innenstadt seien „beträchtlich“. „Unglaubliche Beträge“, so Denstorff, müssten in den kommenden Jahren in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden, eine genaue Zahl könne er noch nicht nennen.

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Stimmt die Politik zu, dann werden die Arbeiten für den Masterplan europaweit ausgeschrieben. Das Unternehmen, das den Zuschlag erhält, soll die Ergebnisse bis 2022 vorlegen. Die Stadt plant, dafür 550.000 Euro bereitzustellen.

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