Verkehr der Zukunft „Stadtbahn auf Rädern ist eine Variante“

Münster -

Wenn es um den Stadtwerke-Vorschlag für einen Hochleistungsbusnetz geht, scheiden sich die Geister. Die SPD hat als erste Partei in Münster auf den  reagiert – und zwar erfreut.

Den Stadtwerken Münster schwebt in der Zukunft ein Hochleistungsbusnetz mit eigenen Trassen vor. Ein solches System gibt es bereits im niederländischen Eindhoven.
Den Stadtwerken Münster schwebt in der Zukunft ein Hochleistungsbusnetz mit eigenen Trassen vor. Ein solches System gibt es bereits im niederländischen Eindhoven. Foto: Stadt Eindhoven

Die Stadtwerke-Empfehlung für ein supermodernes Hochleistungsbusnetz in der Zukunft ist in einer ersten Reaktion bei der SPD-Ratsfraktion auf Zustimmung gestoßen. „Wir freuen uns, dass unser Vorschlag für eine Stadtbahn von den Stadtwerken aufgegriffen wurde. Eine Stadtbahn auf Rädern mit eigenen Trassen kann eine Möglichkeit sein“, erklärte der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ludger Steinmann , in einer Pressemitteilung.

Zu früh für detaillierte Einschätzung

Die SPD hatte im Februar dieses Jahres öffentlich den Vorschlag für eine Stadtbahn zwischen Gievenbeck und dem Zentrum gemacht. Dabei sei eine Stadtbahn auf Schienen nur eine der möglichen technischen Varianten, sagte der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Dr. Michael Jung. „Wir haben das ausdrücklich offen gelassen.“ Für eine detaillierte Beurteilung der Stadtwerke-Vorstellungen ist es nach Einschätzung der Sozialdemokraten aber noch zu früh.

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„Weitere Busspuren und Vorrangampeln reichen nicht aus“, betonte die verkehrspolitische Sprecherin Gaby Kubig-Steltig . „Die Kernfrage ist, ob ein Bus Rapid Transit tatsächlich ausreichend Plätze für den münsterischen Verkehr mitbringt. Sonst stehen nicht nur die Busse, sondern auch die BRTs bald hintereinander im Stau“, so Gaby Kubig-Steltig. Sie verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass keine Stadt über 300 000 Einwohner ohne innerstädtische Bahnen auskomme. „Eine Stadtbahn hat den Vorteil, dass sie von Staus und Verkehrsbehinderungen unbeeindruckt weiterfahren kann. Ein zukunftsfähiger Personennahverkehr muss schnell und zuverlässig sein und muss ausreichend Plätze für den ansteigenden Bedarf vorhalten. Ob die Stadtbahn dann auf Schienen oder Rädern fährt, ist uns egal.“

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Weitere Busspuren und Vorrangampeln reichen nicht aus.

Gaby Kubig-Steltig

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Im Internet hält sich die Begeisterung über den Stadtwerke-Vorschlag für das Verkehrssystem der Zukunft zunächst in Grenzen. Und nicht von allen wird der Vorstoß offenbar ganz ernst genommen, wie durchaus spitzzüngige und ironische Kommentare auf der Facebook-Seite unserer Zeitung: „Revolutionäre Idee. Nennen wir sie Omnibus“, schreibt etwa Nutzer Fränk Drebin.

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