Kantinen-Restaurant im Stadthaus I Alexianer: „Noch nichts unterschrieben“

Münster -

Zwei Gutachten wurden bereits vom Hotel- und Gaststättenverband erstellt, ob als Nachfolge der Kantine im Stadthaus an der Klemensstraße ein kombinierter Kantinen- und Restaurantbetrieb sinnvoll und wirtschaftlich machbar ist. Nun brauchen die möglichen Betreiber, die Alexianer aus Münster, ein weiteres Gutachten für eine Förderung als integrativer Betrieb.

Von Klaus Möllers
Im elften und zwölften Stock des Stadthauses befindet sich die Kantine. Laut den Plänen soll der Ausblick zukünftig auch zum Dom möglich sein.
Im elften und zwölften Stock des Stadthauses befindet sich die Kantine. Laut den Plänen soll der Ausblick zukünftig auch zum Dom möglich sein. Foto: Matthias Ahlke

„Es gibt noch keinen unterschriebenen Vertrag zwischen der Stadt und den Alexianern“, sagt Norbert Mussenbrock, Geschäftsführer der Alexianer-Textilpflege. Die Tochterfirma der Alexianer-Werkstätten soll und möchte nach dem Umbau des Stadthauses 1 dort den Kantinen- und einen zusätzlichen Restaurantbetrieb führen.

Wirtschaftlichkeit muss sein

Absolut sicher sei die Umsetzung nicht, erklärt der Projekt-Beauftragte der Werkstätten zur Frage nach dem Stand der Umsetzung. Das Café mit Ganztagsbetrieb, in dem auch bis zu sieben Mitarbeiter mit Handicap angestellt werden sollen, sei „machbar“, wenn es sich „wirtschaftlich rechnet“, so Mussenbrock. „Wir wollen es, wenn es wirtschaftlich ist. Sonst geht es nicht.“

Dafür bedürfe es einer Förderung durch den Landschaftsverband und durch die „Aktion Mensch“. Und deshalb eines erneuten Gutachtens durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband ( Dehoga ), der diese zu integrativen Unternehmen durchführt.

Diverse Aspekte ungeklärt

Das wäre bereits das dritte Gutachten. Zwei waren für die Stadt erstellt worden und im zweiten der integrative Aspekt berücksichtigt. Die Stadt möchte die Übernahme durch die Alexianer . Mussenbrock nennt „die Räume außerordentlich attraktiv“. Trotzdem: Das Gutachten befasse sich etwa mit Fragen, die mit den integrativen Arbeitsplätzen und mit der betrieblichen Ausstattung in der Hinsicht zusammenhingen. Praktisch fehlten zudem ein Brandschutzkonzept, denkmalrechtliche und diverse technische Aspekte seien noch ungeklärt.

„Wir sind noch nicht so weit. Aber die Stadt auch nicht“, unterstreicht der Geschäftsführer und reagiert damit offenbar auf kritische Töne, die in der Stadtverwaltung zu vernehmen waren, dass es von Seiten der Alexianer „nicht schnell genug“ gehe. Diese Kritik schwächt Siegfried Methner, Projektleiter im Amt für Immobilienmanagement und für die Umsetzung der Stadthaus-Sanierung verantwortlich, ab. Er sagt lediglich: „Wir wären gerne weiter.“ Den Alexianern müsse aber „die nötige Zeit gegeben“ werden. Beide Seiten säßen regelmäßig zur Klärung offener Fragen an einem Tisch.

Übernahme durch die Alexianer „außer Frage“

Für seinen Kollegen Daniel Bracht vom Personal- und Organisationsamt steht die Übernahme durch die Alexianer „außer Frage“, sagt er. In beiden vorherigen Gutachten habe der Dehoga die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts „positiv begutachtet“. Dies sei jeweils Grundlage der Ratsentscheidungen gewesen. Mussenbrock erwartet das Ergebnis des neuen Gutachtens „in zwei Wochen“. Bracht nennt ein angepeiltes Datum für die Vertragsunterzeichnung: 15. Dezember. An dem Tag erfolgt die letzte Essenausgabe vor der Sanierung.

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