Einschaltquoten-Sieger Wilsberg: Straße der Tränen (ZDF)

Samstagabend: Zeit für Wilsberg. Das dachten sich viele Zuschauer - 7,16 Millionen Menschen haben reingezappt. Nicht alle waren zufrieden, im Netz echauffierten sich beispielsweise User über die mangelhafte Umsetzung der digitalen Themen.

Von Johannes Loy
Wilsberg. Foto: ZDF/Bernd Spauke
Wilsberg (Leonard Lansink, li.), Alex (Ina Paule Klink) und Ekki (Oliver Korittke) überlegen, wie sie die Online-Community von „Wo ist Emelie“ dazu bewegen können, sich aktiv an der Suche nach der entführten Schülerin zu beteiligen. Foto: ZDF/Bernd Spauke

"Analog ist doch nur was für alte Säcke", meinte das vermeintliche Entführungsopfers Emelie am Ende der jüngsten Wilsberg-Folge. Der kauzige Detektiv rückte der jungen Dame, die sich von Familie und Freunden vernachlässigt gefühlt, deshalb ihre eigene Entführung vorgetäuscht und bei der Suche gezielt das Netz zum Glühen gebracht hatte, den Kopf zurecht: "Richtige Freunde hat man nur im richtigen Leben." Ein Seitenhieb auf die Scheinwelt von Facebook und Co.

Eher zäh

Auch wenn die Botschaft des Beitrags einleuchtete, entwickelte sich dieser Wilsberg-Fall eher zäh. Ekki kam als Täter sowieso nicht in Frage, unrealistisch wirkte die langatmige Suche der Facebook-Gemeinde im finsteren Wald, abwegig die Geschichte des angeblichen Demenzkranken, den seine Frau, die Kriminalpsychologin (prominent besetzt: Nina Petri), zur Vertuschung zweier Lustmorde mit Tabletten ins Nirwana geschickt hatte. Nur einmal konnte man richtig schmunzeln. Als Overbeck bei seiner I-Pad-Fahndung im Dreck landete. Ach ja: Autobahnbrücken dieser Dimension gibt es am Autobahnkreuz Münster-Süd auch nicht. Diesmal also nur ein schwaches „Befriedigend“ für Wilsberg.

„Wilsberg“ wieder vorn: Die Suche von Wilsberg nach einer Vermissten sahen zur besten Sendezeit im ZDF 7,16 Millionen Menschen (23,2 Prozent Marktanteil). Den zweiten Platz holte sich RTL mit der Castingshow „Das Supertalent“ (4,75 Millionen Zuschauer, 15,7 Prozent). (dpa)

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