Dreharbeiten für zwei neue „Wilsberg“-Folgen Vorsichtig, Kamera!

Münster -

Vorsicht, Kamera: Rund um das Antiquariat werden aktuell zwei neue „Wilsberg“-Folgen gedreht. Am Filmset plaudert Hauptdarsteller Leonard Lansink über Zukunft - und über Politik.

Von Ralf Repöhler
Kameramann Philipp Timme (l.) setzt die Schauspieler Anne Kanis, Leonard Lansink und Oliver Korittke vor dem Antiquariat ins rechte Licht.
Kameramann Philipp Timme (l.) setzt die Schauspieler Anne Kanis, Leonard Lansink und Oliver Korittke vor dem Antiquariat ins rechte Licht. Foto: Oliver Werner

„Können Sie mal kurz eine Minute warten?“ Der ältere Radfahrer hat das gerade eigentlich nicht im Sinn, als er über den Hof der Überwasserkirche fährt. Schließlich stoppt ihn der Security-Mitarbeiter, der genaue Anweisung von Setaufnahmeleiter Colin Bennett per Funkgerät bekommt.

Zwei neue Folgen

Mit der Müll-Mafia und mit kriminellen Bankgeschäften hat es „Wilsberg“ in zwei neuen Fällen zu tun, die derzeit bis voraussichtlich zum 8. Dezember gedreht werden. In der Episode „Müll ist immer“ wird ein Müllmann tot in einer Tonne aufgefunden. Die Ermittlungen führen zu seinem Arbeitgeber, dem Entsorgungsunternehmen „Mynstermyll“. „Mörderische Rendite“ erzählt die Geschichte von Wilsbergs Freund Paul Dietze. Dessen angeblich lukrative Altersvorsorge, die ihm der angebliche „Vermögensberater“ einst aufgeschwatzt hatte, ist ein Reinfall.

Vorsichtig, Kamera: Die nächste Filmszene vor dem Antiquariat muss jetzt in den Kasten. Und da dürfen keine Passanten durchs Bild laufen. Also ist die Frauenstraße kurzzeitig gesperrt. „Soll ja wohl keine Stunde dauern“, hofft der Rentner-Radler gütig. Am Ende wartet gut ein Dutzend Münsteraner auf die Weiterfahrt.

Die Wilsberg-Crew ist mal wieder in der Stadt. Seit Montag werden über die zwei Wochen die Außenaufnahmen für gleich zwei neue Folgen der beliebten ZDF-Krimiserie in Münster gedreht. „Mörderische Rendite“ heißt die eine, „Müll ist immer“ die andere. Dabei dreht sich alles um „Wilsbergs“ neue Klientin „Elena Haussner“. Die lebt alternativ, so ohne Fernseher, Smartphone und Geld. Als ihr Ex-Mann spurlos verschwindet, beauftragt sie „Wilsberg“.

Kommentar

„Wilsberg“ meint: „Polenz wäre ein guter Bundespräsident“ [25.10.2017]

Regisseur Martin Enlen lässt die Szene mehrfach wiederholen. Kameramann Philipp Timme benötigt gleich mehrere Einstellungen. Gut ein halbes Dutzend Mal verlassen „Ekki“ (Oliver Korittke) und „Elena Haussner“ (Anne Kanis) das Antiquariat. Sie unterhalten sich vor der Tür. Dann kommt „Wilberg“ ( Leonard Lansink ) dazu. Alle drei steigen in „Ekkis“ roten Alfa ein. „Dankeschön“, ruft Setaufnahmeleiter Colin Bennett. Die Szene ist endgültig im Kasten. 1,40 Minute werden das in der neuen Folge sein, die nicht vor dem Jahr 2018 im ZDF zu sehen sein wird. Insgesamt nimmt die 40-köpfige Filmcrew am Mittwoch fünf Minuten „Wilsberg“ auf.

Am Abend taucht Lansink dann – ein bisschen gerädert vom langen Drehtag – im Factory-Hotel auf. Was sieht er so von Münster außer die Filmsets? „Den Germania Campus“, witzelt er. „Aber vielleicht schaffen wir es ja noch bis zum Aasee.“

Seine Frau Maren Muntenbeck, die aus Westfalen stammt, kommt nächste Woche aus Berlin nach. Dann soll es unter anderem in den Wienburgpark gehen. Denn der Hund ist dabei.

Seit dem Jahr 1999 gibt Lansink den münsterischen Privatdetektiv. Aktuell werden die Folgen 60 und 61 in der Stadt gedreht. Langweilige Journalistenfrage: Und wann ist Schluss? „Wir hätten mal gedacht, bei der 50. Dann war plötzlich die 75 eine Superzahl. 100 Folgen sind auch nicht schlecht. Wir machen uns keine Sorgen um die Quote – und der Sender auch nicht“, lässt Lansink die Zukunft offen.

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