Polizei rückte von allen Seiten an Drogen-Razzia im Park an der Engelenschanze

Münster -

Plötzlich kam die Polizei von allen Seiten. Über die Windthorststraße, die Promenade, die Schorlemerstraße. Mit Mountainbikes, mit Streifenwagen. Münsters Polizei führte am Mittwochabend mitten im Feierabendverkehr eine Razzia in der Grünanlage an der Engelenschanze durch. Es war die erste konzentrierte Polizeiaktion in dem Park, der sich in den vergangenen Monaten zu einem regen Umschlagsplatz für Drogen entwickelt hat.

Von Ralf Repöhler
Die Polizei führte am Mittwochabend eine Drogen-Razzia im Park an der Engelenschanze durch.
Die Polizei führte am Mittwochabend eine Drogen-Razzia im Park an der Engelenschanze durch. Foto: Oliver Werner

Der Zugriff erfolgte um 18 Uhr, nachdem die zusammengezogenen Einsatzkräfte den ganzen Nachmittag über den Park beobachtet und die Einsatzleitung dann den „Go!“-Befehl gegeben hatte. Von 13 verdächtigen Personen werden derzeit die Personalien überprüft. Ob es zu Fest­nahmen kommt, teilt die Polizei erst am Donnerstag mit. „Die Ermittlungen dauern an“, bestätigt Polizeipressesprecher Roland Vorholt .

Mehrere Tütchen mit ­Marihuana wurden sicher­gestellt. Insgesamt waren 40 Polizisten in Uniform sowie zahlreiche Beamte in Zivil an der Razzia beteiligt.

In der Grünanlage gegenüber dem Museum für Lackkunst wird seit gut einem halben Jahr vor allem mit Marihuana gehandelt, das Tütchen für einen Durchschnittspreis von zehn Euro. In der jüngeren Vergangenheit hatte es durch intensive Ermittlungsarbeit mehrfach Festnahmen an der Engelenschanze gegeben. 26 mutmaßliche Drogenhändler sitzen bereits in Untersuchungshaft. Dabei handelt es sich vor allem um Personen aus Algerien und Marokko sowie aus Guinea.

Ins Netz ging vor einigen Tagen auch ein größerer Fisch aus den Niederlanden, der 50 Gramm Marihuana mit sich geführt und damit andere Verkäufer versorgt hatte.

Käufer sind vor allem jüngere Konsumenten. Sowohl der Handel als auch der Erwerb von Marihuana ist strafbar. „Uns geht es weniger um den Konsum, sondern primär um den Handel“, so Vorholt.

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