Lärmaktionsplan Tempo 30 kommt nicht vor 2019

Münster -

In Münster ist es an manchen Stellen zu laut. Die Politik entscheidet Mitte Oktober über einen Lärmaktionsplan für die Innenstadt. Wesentlicher Bestandteil sind Geschwindigkeitsreduzierungen auf Tempo 30.

Von Helmut Etzkorn, Ralf Repöhler
Lärmaktionsplan: Tempo 30 kommt nicht vor 2019
Tempo 30 soll ab Frühjahr 2019 auf zusätzlichen Straßen gelten. Foto: dpa

Vor Februar 2019 wird es keine weiteren Tempo 30-Zonen in Münsters Innenstadt geben, weil zunächst noch Ampelschaltungen an 20 Lichtsignalanlagen angepasst und eine neue Beschilderung mit 120 weiteren Verkehrszeichen vorbereitet werden müssen. Das bestätigte am Montag der städtische Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck . Die Temporeduzierungen sind ein wesentlicher Bestandteil eines Lärmaktionsplans, über den Münster seit Jahren diskutiert und der ab Dienstag in den politischen Gremien beraten wird. Der Rat soll am 18. Oktober den Beschluss dazu fassen. „Lärm verursacht Stress und beeinträchtigt die Gesundheit“, unterstrich Peck und erinnerte an die gesetzliche Verpflichtung durch Brüssel und Berlin, dagegen etwas zu tun.

Weitere Tempo 30-Abschnitte

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Lärmaktionsplans sind weitere Tempo 30-Abschnitte in der Innenstadt, die mit Blick auf die Rechtssicherheit allerdings weniger als ursprünglich mal vorgesehen sind. So ist die Geiststraße nach Intervention der Feuerwehr gestrichen worden, weil die Rettungswege beeinträchtigt gewesen wären. Die Geschwindigkeitsreduzierung auf der Hammer Straße soll zwischen Geiststraße und Ludgeristraße auch nur noch nachts gelten.

Weiter soll die Wolbecker Straße vom Hohenzollernring bis zur Bremer Straße 30er-Zone werden. Gleiches gilt für die Nordstraße (Kreuztor bis Bergstraße) sowie die Engelstraße (Hafenstraße bis Engelenschanze) sowie die Schorlemer Straße und Herwarthstraße.

5000 Anlieger werden entlastet

Im Bereich Aegidiistraße (Stadtgraben bis Aegidiikirchplatz) sowie an der Münzstraße, Bergstraße, An der Apostelkirche, der Voßgasse, am Bült, auf der Mauritzstraße sowie vom Schlossplatz bis zur Eisenbahnstraße sowie auf der Moltkestraße ist ebenfalls Tempo 30 geplant. Allein durch die Geschwindigkeitsreduzierungen könnten laut Stadt knapp 5000 Anlieger spürbar vom Lärmpegel entlastet werden. Die Ortsdurchfahrt von Wolbeck soll als „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ nur noch mit maximal 20 Stundenkilometern befahren werden.

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Bei Fahrbahnsanierungen bis zum Jahr 2020 auf der Weseler Straße, der Grevener Straße, der Kanalstraße sowie den Ringen und der Gartenstraße soll zudem Asphalt mit lärmmindernder Wirkung eingebaut werden.

Ärgerlich ist bei dem ganzen Maßnahmenpaket, dass die Lärmbereiche rund um die Autobahnen und die Bundesstraßen bislang ausgespart werden. Bund und Land sind zuständig, lassen es sich bislang aber nicht anmerken. „Das regt natürlich viele betroffene Bürger auf. Aber wir können nur unsere Bereiche abarbeiten und versuchen, Druck zu machen“, so Peck. 

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