Abbau der Skulptur-Projekte Freier Blick auf Moore

Münster -

Viele der Skulpturen, die vom 10. Juni bis zum 1. Oktober in Münster gezeigt wurden, sind schon wieder verschwunden. Auch der Lkw vor dem Museum ist abgefahren.

Von Gabriele Hillmoth
Die schwarze Umzugskiste vom Tieflader, der jetzt drei Monate vor dem LWL-Museum gestanden hat, wurde am Montagmorgen zerlegt. Am Nachmittag gab Walter Büldmöller (kleines Foto) Gas und rauschte mit dem Lkw davon.
Die schwarze Umzugskiste vom Tieflader, der jetzt drei Monate vor dem LWL-Museum gestanden hat, wurde am Montagmorgen zerlegt. Am Nachmittag gab Walter Büldmöller (kleines Foto) Gas und rauschte mit dem Lkw davon. Foto: Matthias Ahlke

Die schwarze Umzugskiste liegt entsorgt in einem Container. Walter Büldmöller tippt leicht auf das Gaspedal, dann setzt sich der 18-Tonner-Diesel vor dem LWL-Kunstmuseum in Bewegung. Der Lkw-Kapitän hupt noch einmal, dann ist er weg.

Moore im Blickfeld

Was von der Skulptur von Cosima von Bonin und Tom Burr bleibt, ist ein dunkler Schatten auf dem Pflaster vor dem Museum. Dafür kehrt Henry Moores Bogenschütze ins Blickfeld zurück. Der Abbau der Skulptur-Projekte , die am Sonntagabend (1. Oktober) zu Ende gegangen sind, ist in vollem Gange.

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Den Anfang machten unmittelbar nach Ausstellungsende die Kronleuchter von Aram Bartholl im H1-Tunnel, der am heutigen Dienstag als Laufweg für die Radveranstaltung Giro zur Verfügung stehen muss.

Bei Jana Duda, Sprecherin der Skulptur-Projekte, überwiegt am Tag nach dem Ausstellungsende die Wehmut. „Holterdiepolter“ erfolge der Abbau verschiedener Objekte, erzählt sie. Die Masken vom Überwasserfriedhof wurden am Montag eingelagert, die Figuren vom Brunnen an der Kreuzschanze mit schwerem Gerät abtransportiert.

"Nichts zu machen" mit Abrissbirne

Einige Wochen werden vergehen, meint die gebürtige Bielefelderin, die in Berlin lebt und für die Ausstellung zur Wahl-Münsteranerin geworden ist, bis das recycelte Finanzamt von Christian Odzuck an der alten Oberfinanzdirektion zerlegt ist. Mit einer Abrissbirne sei da nichts zu machen, stellt Duda klar.

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Der Boden sieht schöner aus als zuvor.

Jana Duda

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Der Teppich im Foyer des Landesmuseums ist verschwunden. „Der Boden sieht schöner aus als zuvor“, schwärmt die Ausstellungssprecherin. Die Museumshandwerker räumen zurzeit die Wohnung von Gregor Schneider an der Pferdegasse aus. Alles wird in Einzelteile zerlegt, das Material geht in den Fundus des Künstlers zurück.

Foto: Matthias Ahlke

Und die Lkw-Skulptur vor dem Museum? Der Brummer, der drei Monate vor dem Museum stand, war eine Initiative des Kunstvereins. Vorsichtshalber brachte Kfz-Mechanikermeister Walter Büldmöller von der Firma Beresa in Bösensell zum Abtransport auch Techniker Ralf Baum mit. Für den Fall, dass die Zugmaschine nicht auf Anhieb anspringen sollte.

Überbrückungshilfe notwendig

„Meistens halten die Batterien nur ein bis zwei Wochen“, sagte Büldmöller, der den Lkw vor der Ausstellung auf den Zentimeter genau eingeparkt hatte. Der 59-Jährige sollte recht behalten mit seiner Vermutung, dass die Batterien leer sind. Ralf Baum leistete Überbrückungshilfe, dann schnurrte die 450-PS-Maschine.

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