Video-Umfrage zu Skulptur-Projekten
Die Kunst nimmt Abschied: Welche Skulpturen sollen bleiben?

Münster -

Im LWL-Museum werden die Skulptur-Projekte am kommenden Samstag (30. September) offiziell beendet. Beim öffentlichen Gespräch geht es um die Frage: „Wem gehören die Skulptur-Projekte?“ Alle dürfen mitreden.

Mittwoch, 27.09.2017, 20:09 Uhr

Ob Thomas Schüttes „Nuclear Temple“ der Stadt erhalten bleibt? Nach Ansicht der Redaktion hätte er jedenfalls das Zeug dazu.
Nicht alle Skulpturen verschwinden: Hier eine Auswahl der Arbeiten, die nach Ansicht der Redaktion eine Chance auf eine Bleibe in Münster haben könnten (v.l. oben, im Uhrzeigersinn): Sany, „Marginal Frieze/Fallande ting“ (Bispinghof); John Knight, „A work in situ“ (LWL-Museum); Thomas Schütte, „Nuclear Temple“ (Alter Zoo); Oscar Tuazon, „Burn the Formwork“ (Kanal); Hreinn Friðfinnsson, „fourth house of the house project since 1974“ (Sternbuschpark). Foto: Matthias Ahlke

Die fünfte Ausgabe der Skulptur-Projekte ist am Sonntagabend (1. Oktober) Geschichte. „Ob Erfolg oder nicht, das entscheidet sich in vier oder fünf Jahren!“, meint Prof. Kasper König im Bilanzgespräch. Er spricht damit vor allem die künstlerische Ernte der Ausstellung an, die sich auch erst an der Wirkungsgeschichte ablesen lasse.

Jana Duda , Pressesprecherin der Skulptur-Projekte, kann zumindest schon auf einen neuen Besucherrekord verweisen: Nach vorläufigen Schätzungen sind seit Anfang Juni sicher mehr als 575.000 Besucher in der Freiluft-Ausstellung gezählt und geschätzt worden.

Diese Skulpturen bleiben auf keinen Fall in Münster

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  • bonin burr gerharz

    Was bleibt von den Skulptur-Projekten 2017 in der Stadt? Dieses Werk schon einmal nicht. Der Laster vor dem LWL-Museum erhält mit Sicherheit einen richtigen Parkplatz. Die Moore-Skulptur lässt er aber da.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Trotz aller Popularität: Der Unterwasser-Steg von Ayse Erkmen bleibt nicht in Münster. Er müsste dauerhaft von Rettungsschwimmern gesichert werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Pierre Huyghes Werk in der Eishalle wird zerstört. Auf dem Gelände wird ein Wohnquartier gebaut.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch die recycelte Oberfinanzdirektion von Christian Odzuck muss weichen. An ihrer Stelle an der Andreas-Hofer-Straße entsteht eine Schule.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Der Spenden-Stein von Lara Favaretto am Ludgeriplatz wird zermahlen und von einer Firma verbaut, das Geld geht an die Flüchtlingshilfe in Büren, beides will die Künstlerin so.

    Foto: Gerhard H. Kock

Geht es nach König, soll die nächste Ausgabe der Kunstausstellung erst 2028 stattfinden. Der Elf-Jahres-Abstand könnte die Skulptur-Projekte von ständigen Vergleichen mit der Documenta und anderen Kunstereignissen lösen.

Die „Institutionalisierung des Skulptur-Projekte-Archivs“ ist ein wichtiger Anker für die zukünftige Trägerschaft aus Landschaftsverband, Stadt Münster und dem neu gegründeten Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, die sich Kasper König wünscht, um für mehr Unabhängigkeit zu sorgen. „Weniger ist mehr“, sinniert der Künstlerische Leiter.

Vielleicht müsse man hier und da auch mal Kunst wegnehmen, damit Platz entstehe für Neues. Im saturierten Münster fehle auch ein wenig die Perspektive, die Entwicklung.

Entsprechend zurückhaltend geht das Projekte-Team mit der Frage um, welche der 2017er-Arbeiten dauerhaft der Stadt erhalten bleiben könnten. Die Performances sind außen vor, besonders flüchtige Arbeiten ebenfalls. Klar ist, dass die spektakulären temporären Skulptur-Projekte wie der Hafensteg oder die Urwelt in der Eissporthalle zurückgebaut werden müssen. So beginnt der Abbau am Hafen nach Angaben von Jana Duda bereits am kommenden Montag.

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Das Kuratorenteam habe dem Landschaftsverband und der Stadt einige Skulpturen zum Ankauf empfohlen. Welche – darüber werde geschwiegen bis die politischen Gremien im Oktober in die Diskussion einsteigen. Zumal daran auch die Bürgerschaft ein Wörtchen mitzureden habe.

Mitreden: Das ist ausdrücklich auch bei der Abschlussveranstaltung der Skulptur-Projekte vorgesehen, die am Samstag (30. September) um 18 Uhr im LWL-Museum beginnt. Nach Grußworten der Träger und einer Expertenrunde wird das Podium freigegeben, jeder darf sich äußern. Das Motto der Veranstaltung lautet: „Wem gehören die Skulptur-Projekte?“ Anschließend steigt im Foyer die Abschiedsparty. 

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