Probleme mit der Drogenszene Kleine Bahnhofstraße nur der Anfang?

Münster -

Der Ordnungsausschuss diskutierte über die Drogenszene rund um den Hauptbahnhof. Wegen der Bautätigkeit geht Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer von „unkontrollierten Effekten“ aus.

Von Klaus Baumeister
Bedingt durch den Abriss des alten Tankstellengeländes in dem Bereich zwischen Von-Vincke-Straße und Kleiner Bahnhofstraße hat sich dort eine Drogenszene etabliert. Das Areal ist inzwischen durch einen Zaun gesichert – hier ein älteres Foto.
Bedingt durch den Abriss des alten Tankstellengeländes in dem Bereich zwischen Von-Vincke-Straße und Kleiner Bahnhofstraße hat sich dort eine Drogenszene etabliert. Das Areal ist inzwischen durch einen Zaun gesichert – hier ein älteres Foto.

Wer wissen möchte, was demnächst am Bremer Platz abgeht, der muss sich an der Kleinen Bahnhofstraße umschauen. Diese These vertrat am Dienstagabend der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer im zuständigen Ratsausschuss für Ordnung.

Bedingt durch den Abriss des alten Tankstellengeländes in dem Bereich zwischen Von-Vincke-Straße und Kleiner Bahnhofstraße hat sich dort eine Drogenszene etabliert, gegen die die Polizei laut Heuer verstärkt mit „Festnahmen und Razzien“ vorgehe.

Anwohnerbeschwerden ernst nehmen

Demnächst stehen auch am Bremer Platz Veränderungen bevor, wenn dort das neue Empfangsgebäude für den Hauptbahnhof errichtet wird. „Exemplarisch kann man an der Kleinen Bahnhofstraße sehen, wie ein Neubau zu unkontrollierten Effekten führen kann“, sagte Stadtrat Heuer im Hinblick auf die am Bremer Platz ansässige Drogenszene.

Der GAL-Fraktionschef Otto Reiners mahnte ein „ganzheitliches Konzept“ an, um mit den Problemgruppen rund um den Hauptbahnhof umzugehen. Die Anwohnerbeschwerden an der Kleinen Bahnhofstraße seien ernst zu nehmen. An einem solchen Konzept, so Heuer, werde unter Federführung des Jugendamtes bereits gearbeitet. Während bei der Stadt die Sozialarbeit in der Drogenszene im Vordergrund stehe, falle der Kampf gegen gewerbsmäßige Drogenhändler in die Zuständigkeit der Polizei.

Keine Beschwerden wegen Ruhestörung

Auf Anfrage des CDU-Ratsherr Jan Leiße bestätigte Ordnungsdezernent, dass sich auch an der Engelenschanze eine bislang nicht bekannte Drogenszene angesiedelt habe. Der Linke-Fraktionschef Rüdiger Sagel wollte wissen, ob es sich hierbei um die Szene handle, die man sonst auch am Bremer Platz antreffe.

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Heuer erklärte daraufhin, dass die Polizei massive Probleme mit nordafrikanischen Gruppen habe, „die aus anderen Städten anreisen“ und nur schwer dingfest gemacht werden könnten.

Zumindest einen kleinen Erfolg konnte Heuer für die Kleine Bahnhofstraße vermelden. Beschwerden wegen Ruhestörungen seien nicht zu verzeichnen.

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