Debatte über Maßnahmen SPD will Schutzräume für die „Bahnhofs-Szene“

Münster -

In einem Antrag an den Rat fordert die SPD Schutzräume für benachteiligte Menschen in der Bahnhofs-Szene. Noch bevor auf der Ostseite die Bauarbeiten richtig starten, müsse etwas geschehen, so SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung.

Von Helmut Etzkorn
Einen Schutzraum im Bereich der Grünanlagen am Bremer Platz will die SPD-Fraktion für die Menschen in der Bahnhofs-Szene. 
Einen Schutzraum im Bereich der Grünanlagen am Bremer Platz will die SPD-Fraktion für die Menschen in der Bahnhofs-Szene.  Foto: Oliver Werner

Die SPD-Fraktion wird am Mittwoch im Rat einen Antrag einbringen, der „benachteiligten Menschen im Bahnhofsumfeld“ eine dauerhafte Existenzberechtigung und ausreichend Schutzraum im Bereich der Grünanlagen am Bremer Platz sichert.

SPD fordert schnelle Maßnahmen

„Mit dem Bulldozer allein wird man die Problemlage nicht lösen können“, so SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung . Damit die schon begonnenen Abwanderungsbewegungen der Obdachlosenszene sich nicht in eine „unkontrollierte Verdrängung in Nebenstraßen und Hinterhöfe“ fortsetzt, fordert die SPD schnelle Maßnahmen zeitgleich mit dem Baubeginn auf der Ostseite des Bahnhofs.

Noch bevor Ende des Jahres die Pergola an der Bremer Straße abgebrochen wird, soll es nach den Vorstellungen der SPD dort auf „einem angemessenen Teil der bisherigen Freiflächen“ Pavillons oder Zelte mit Sichtschutz geben. Ferner soll die Stadt über erfahrene Träger wie Indro e.V. eine adäquate sozialpädagogische Begleitung im Quartier Bahnhof sicherstellen. Dazu sei es erforderlich, dort eine zusätzliche Personalstelle einzurichten.

Anlieger sollen eingebunden werden

In die sozialraumbezogene Arbeit sollen Anwohner, Geschäftsleute, Polizei, Ordnungsamt und das Bahnhofsmanagement miteingebunden werden. Jung: „Das alles hätte vorab geregelt werden müssen. Alle haben sich aber nur die schönen Pläne angeschaut, statt gleichzeitig auch das soziale Umfeld zu betrachten.“

Natürlich müssten die Behörden gegen Drogendealer vorgehen. Dies sei aber nicht einfacher, wenn sich Szene-Standorte verlagern.

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