„Wir haben totales Glück gehabt“ Münsteranerin erlebt Hurrikan „Irma“ in Florida mit

Münster / Fort Lauderdale -

Mit mehr als 200 Stundenkilometern raste „Irma“ über Florida hinweg. Mittendrin: Juliane Roberts. Die gebürtigen Münsteranerin hat den Hurrikan miterlebt.

Von Anna Spliethoff
Umgestürzte Palmen und Bäume hat Juliane Roberts (kl. Foto l.) bei einem Spaziergang durch Fort Lauderdale mit Handyfotos festgehalten – einen Tag nachdem Hurrikan Irma für die Verwüstung gesorgt hatte. Sohn Jovi war von den herabgestürzten Bäumen überwältigt.
Umgestürzte Palmen und Bäume hat Juliane Roberts bei einem Spaziergang durch Fort Lauderdale mit Handyfotos festgehalten – einen Tag nachdem Hurrikan Irma für die Verwüstung gesorgt hatte. Sohn Jovi war von den herabgestürzten Bäumen überwältigt. Foto: Privat

Autos liegen unter ausgerissenen Palmen begraben, Straßenschilder sind abgeknickt wie Streichhölzer: „Der Tag nach dem Hurrikan war schon deprimierend“, gibt Juliane Roberts zu. Die gebürtige Münsteranerin lebt seit zehn Jahren in Florida. Hautnah hat sie Hurrikan „Irma“ miterlebt.

Unterricht fiel aus

„Alle Menschen sind in Panik ausgebrochen“, berichtet Juliane Roberts von den Tagen vor „Irma“. In Fort Lauderdale, knapp 40 Kilometer nördlich von Miami, unterrichtet die Lehrerin an einer Grundschule, ab Donnerstag fand dort kein Unterricht mehr statt. Im Supermarkt versuchte Juliane Roberts ein paar Nahrungsmittel einzukaufen, doch: „Wasser habe ich schon gar nicht mehr bekommen.“ Nur ganz früh am nächsten Morgen konnte sie noch ein paar Kanister ergattern.

Die 40-Jährige, die der Liebe wegen in die USA ging, wohnt im zehnten Stock eines Hochhauses. „Wir haben seit Jahren die Pflicht, dass wir hurrikansichere Fenster haben“, sagt Roberts. Die seien zwar unheimlich teuer gewesen, doch als „Irma“ tobte, „da war ich wirklich froh“.

Juliane Roberts wohnt seit zehn Jahren in Florida – „Irma“ war ihr erster Hurrikan. Foto: Privat

Zwar gilt Florida als besonders gefährdet, für Juliane Roberts war es in zehn Jahren aber der erste Hurrikan. „Es war wirklich beängstigend“, gibt die 40-Jährige zu. Als sie von „Irma“ hörte, habe sie am liebsten vorher in den nächsten Flieger steigen wollen. Zusammen mit einigen Nachbarn „haben wir aber beschlossen, dass wir hier bleiben“. In ihrer Wohnung habe man die Stunden gemeinsam verbracht. Und der Humor ging nicht verloren: „Wir haben den Cocktail Hurricane getrunken.“

"Alle hatten Angst"

Am Sonntag traf „Irma“ auf Florida, doch Fort Lauderdale wurde weitestgehend verschont. „Wir haben totales Glück gehabt“, sagt Juliane Roberts. Doch sie gibt auch zu: „Alle hatten wirklich Angst.“ Deutlich schlimmer hat es die sogenannten Keys getroffen, dort hat Roberts ein Ferienhaus: „Wie es da aussieht, weiß ich nicht.“ Noch seien die Straßen nicht sicher, erst am Wochenende werde sie sich die Zerstörung ansehen.

Mit ihrem Sohn Jovi unternahm die 40-Jährige am Tag nach „Irma“ einen Spaziergang durch die Stadt. Ausgerissene Bäume und umgeknickte Straßenschilder prägen das Bild. Auch die Ampeln funktionieren noch nicht wieder.

Auch wenn Hurrikan „Irma“ das Zuhause von Juliane Roberts fast vollständig verschont hat, habe sie danach „erstmal aufgeatmet“. Doch die Lehrerin sieht die Situation auch realistisch: „Wir leben in Florida, da muss man mit dem Risiko eines Hurrikans leben.“

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