Geschäftsführer sind sich nicht grün Erneuter Streit an der Spitze der Stadtwerke

Münster -

Dicke Luft zwischen den beiden Geschäftsführern der Stadtwerke Münster: Dr. Henning Müller-Tengelmann und Dr. Dirk Wernicke sind sich seit Monaten nicht grün. Die Gremien führen erste Gespräche mit beiden.

Von Ralf Repöhler
Dr. Wernicke
Dr. Wernicke Foto: Oliver Werner

Ist es nur ein peinliches Kompetenzgerangel oder ein knallharter Machtkampf um die Ausrichtung eines mit 1000 Mitarbeitern und über 470 Millionen Euro Jahresumsatz bedeutenden Unternehmens in Münster? Zwischen den beiden gleichberechtigen Geschäftsführern der Stadtwerke, Dr. Henning Müller-Tengelmann und Dr. Dirk Wernicke , gibt es seit Monaten einen offenen Konflikt, der selbst vor Mitarbeitern und Führungskräften ausgetragen werde. Das unterstreicht jetzt auch ein anonymes Schreiben, das den Gremien geschickt worden ist.

Dr. Henning Müller-Tengelmann Foto: Oliver Werner

Stimmung schlecht, Zahlen gut

Der Aufsichtsrat und sogar der Personalausschuss der Stadtwerke, aber auch Politik und Verwaltung haben als Gesellschafter reagiert. So gab es erste Gespräche mit beiden Geschäftsführern, um vor allem eine Ursachenforschung zu betreiben. Denn, und da ist sich die Politik einig: Der Unternehmenserfolg leide bislang nicht unter dem Dauerzwist, die Zahlen seien gut. Befürchtet und unterstellt wird allerdings, dass politische Akteure diesen Konflikt ausnutzen könnten.

Fakt ist, dass der kaufmännische Geschäftsführer Müller-Tengelmann und der technische Geschäftsführer Wernicke nicht gut zusammengefunden haben. Wernicke ist seit dem Jahr 2014 Nachfolger von Dr. Andreas Hoffknecht, dessen Vertrag von der damaligen Ratsmehrheit (CDU und SPD) nicht verlängert worden war. Hintergrund waren damals ebenfalls Streitigkeiten in der Geschäftsführung.

Doch auch Müller-Tengelmann und Wernicke waren nie eine harmonische Doppelspitze. Lange vor der Vertragsverlängerung von Müller-Tengelmann in diesem Frühjahr (bis zum Jahr 2023) gab es einen der Politik bekannten Konflikt zwischen den Geschäftsführern wegen ihrer Kompetenzen.

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Thema Windenergie sorgt für Streit

Aktuelles Streitthema ist der Bau der Windenergie­ anlagen im Norden der Stadt, den Müller-Tengelmann für nicht wirtschaftlich hält und bei dem Wernicke große ­Rückendeckung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Gerd Joksch erfährt. Anderes Beispiel: Wernicke setzt sich für eine „grüne Wärmeversorgung“ der Konversionsgebiete (frühere Kasernen) ein, Müller-Tengelmann auf eine Fernwärmelösung.

Die Politik wird im Herbst 2018 darüber zu entscheiden haben, ob der im Jahr darauf auslaufende Vertrag von Wernicke verlängert wird.

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