Betrüger in Münster unterwegs Falsche Polizisten erbeuten über 100.000 Euro

Münster -

Betrüger haben sich in den letzten zwei Wochen in Münster als Polizisten ausgegeben. Sie rufen ihre Opfer an oder klingeln unangekündigt an der Haustür. Allein bei drei dieser Taten erbeuteten die Täter insgesamt über 100.000 Euro. Die Dunkelziffer dürfte höher sein. 

Von Katharina Röling
Falsche Polizisten sind in Münster unterwegs.
Falsche Polizisten sind in Münster unterwegs. Foto: dpa

Mit einer ganz miesen Masche gingen in den letzten zwei Wochen Diebe in Münster auf Beutezug. Sie gaben sich in über zehn Fällen als Polizisten aus und gewannen so das Vertrauen ihrer Opfer. Am Donnerstag (7.9.) suchten zwei männliche Täter eine 86 und eine 81 Jahre alte Münsteranerinnen am Bohlweg und am Niedersachsenring heim. Sie erschienen in zivil und gaben sich mit gefälschten Ausweisen als Kriminalbeamte aus. Dies wurde von den Opfern nicht weiter hinterfragt. Die beiden Damen ließen die Männer in ihre Wohnungen.

Um die Damen abzulenken, verwickelte einer der Täter sie in ein Gespräch. Währenddessen durchsuchte der andere die Zimmer der Wohnung. Dabei wurde in einem Fall Schmuck gestohlen.

In anderen Fällen berichtet die Polizei von Tätern, die ihre Opfer telefonisch kontaktieren. Um die Menschen abzulenken, rascheln sie mit einem Papier im Hintergrund und behaupten, gegen sie läge ein Haftbefehl vor. Daraufhin werden die Opfer aufgefordert, Bargeld an die Wohnungstür zu hängen, damit es möglichst schnell von den Dieben eingesammelt werden kann. Alternativ sollen die Opfer Geld auf ein Konto überweisen. Durch diese Maschen haben die Täter bereits Geldsummen im sechsstelligen Bereich erbeutet.

Neben den falschen Polizisten versuchen Betrüger nach wie vor mit dem Enkeltrick, an das Geld der Menschen zu kommen. Besonders älteren Menschen wird daher zur Skepsis geraten, insbesondere bei Fremden an der Haustür oder am Telefon. Kinder und Enkel sollten sich nicht scheuen, ihre Eltern und Großeltern über die Gefahren aufzuklären.

Die falschen Polizisten sind nach wie vor auf freiem Fuß. Hinweise zu den zwei Taten und den Männern nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0251 275-0 entgegen. Die 86-jährige Münsteranerin beschreibt die beiden Männer als circa 35 Jahre alt, 1,80 Meter groß, dunkelblond, deutsch und gepflegt. Sie trugen graue Jacken. Die 81-jährige Frau schätzte die Täter auf 40 bis 45 Jahre alt. Ansonsten stimmen die Beschreibungen überein.

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