Probleme vor dem neuen Hauptbahnhof Hohn und Spott für Planer

Münster -

Seit dem Neubau der Empfangsstation gibt es keine Möglichkeit mehr, mit dem Auto vorn am Haupteingang vorfahren zu können, um Leute abzusetzen oder abzuholen. Das ist problematisch besonders für Mobilitätseingeschränkte.

Von Helmut P. Etzkorn
Die Zeiten ändern sich: Nach dem Neubau des Empfangsgebäudes dürfen nur noch Taxen am Eingang des Hauptbahnhofs vorfahren. Früher gab es zumindest ein paar Stellflächen für Privatwagen im Wendehammer.
Die Zeiten ändern sich: Nach dem Neubau des Empfangsgebäudes dürfen nur noch Taxen am Eingang des Hauptbahnhofs vorfahren. Früher gab es zumindest ein paar Stellflächen für Privatwagen im Wendehammer. Foto: Oliver Werner

Nahezu einhellig fallen die Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf unsere Berichterstattung zu den fehlenden Abstellplätzen für Autofahrer aus, die Reisende vor dem Hauptbahnhof absetzen wollen. Fazit: Viel Hohn und Spott für die Verantwortlichen von Stadt und Bahn, die offenbar eine komplette Zielgruppe der Bahnhofsnutzer überhaupt nicht im Visier hatte.

„Das war immer schon so in Münster, Menschen mit Handicap kommen nicht zurecht“, meint Cajus Bullmann zum Problem, dass es auch für mobilitätseingeschränkte Menschen kaum Chancen gibt, direkt vor dem Bahnhof abgesetzt werden zu können. Und die beiden Rollstuhlfahrer-Parkplätze gegenüber der Post sind häufig mit Rädern zugestellt, meldet Heike Ellen . oft bleibe dann nur noch die Möglichkeit, auf der Straße stehen zu bleiben, das sorgt dann natürlich bei dem hohen Verkehrsaufkommen rund um den Knotenpunkt für neuen Ärger.

Dreck und Verkehrschaos

Für andere Kommentatoren „ist und war die Bahnhofsvorfahrt eine Katastrophe“. Der Vorplatz selbst wird von Hans Rudolf als „Dritte-Welt-Style“ eingeordnet, alles sehe zudem sehr verschmutzt aus.

Immer noch nicht gelöst sei auch das Problem der Lieferanten, die mit ihren Transportern trotz anderer Weisung auch von den Geschäftsleuten weiter vor dem Hauptbahnhof stehen und ausladen. „Von Freundlichkeit und Rücksichtnahme der Fahrer kann man nicht sprechen. Man wird von denen vom Fußweg weggedrängt“, meint Anna-Lena Schmidt.

Beklagt werden auch viel zu wenig Fahrradstellplätze, und ein „undurchdachtes Lieferkonzept“. Facebook- Nutzer „Charly Brown“ meint, man hätte einfach im Vorfeld der Planungen mehr auf die Bürger hören sollen, statt alles einfach durchzuboxen. Am Ende fehle dann immer etwas in der Planung, was angeblich zu Beginn man „nie“ hätte vorhersehen können.

Wildes Parkchaos der Räder

Andere ärgern sich über das „wilde Parkchaos der Räder“ rund um die neue Empfangshalle. Durch die nun täglich sichtbarer werdenden Einschränkungen auf der Ostseite des Bahnhofs, die über Jahre zur Großbaustelle wird, sehen viele Bahnkunden neue Probleme auf sich zukommen.

„So einfach wird es dann auch hinten nicht mehr sein, überhaupt jemanden in Nähe des Tunnels mal eben aussteigen zu lassen, oder dort auf jemanden zu warten, weil der Zug mal wieder Verspätung hat“, meint Daniel Kölns. Zumal dort auch noch Schilder stehen, die eigentlich die Durchfahrt auf den asphaltierten Stellplatz verbieten.

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