Neuer Hauptbahnhof Münster
Parkprobleme: Menschen mit Behinderungen kommen kaum zum Zug

Münster -

Direkt vor dem neuen Hauptbahnhof gibt es kaum Möglichkeiten, mobilitätseingeschränkte Menschen aussteigen zu lassen. Auch die Taxifahrer sind mit ihrer neuen Zufahrt noch nicht ganz zufrieden.

Donnerstag, 24.08.2017, 06:08 Uhr

Links neben der Taxenvorfahrt gibt es zwei Rollstuhlfahrer-Parkplätze. Die einzig legale ­Chance, mobilitätseingeschränkte Menschen nah am Bahnhof absetzen zu können.
Links neben der Taxenvorfahrt gibt es zwei Rollstuhlfahrer-Parkplätze. Die einzig legale ­Chance, mobilitätseingeschränkte Menschen nah am Bahnhof absetzen zu können. Foto: hpe

Die Taxifahrer wollen endlich Abfallbehälter an ihrem Standplatz und finden den zu kleinen Wendehammer „ungeeignet“. Abgestellte Leezen blockieren den schmalen Fußweg an der Radstation und zwingen Reisende, mit ihren Koffern über die Taxiausfahrt zu laufen. Für Menschen mit Behinderungen gibt es kaum Chancen, sie in Nähe des neuen Haupteingangs aussteigen zu lassen.

Auch nach der Fertigstellung des Empfangsgebäudes wimmelt es vor dem Hauptbahnhof an kleinen und größeren „Baustellen“, die Reisenden und Dienstleistern das Leben schwer machen.

Prof. Johannes Sturm beispielsweise braucht aktuell Gehhilfen und lässt sich von seiner Frau mit dem Auto zum Bahnhof bringen. Weil es keine Haltebuchten mehr gibt, parkt sie in der Taxenvorfahrt. „Busvorfahrt perfekt, Radzufahrt perfekt, aber kein Halteplatz für Autos, die jemanden absetzen wollen“, so Sturm.

An der Hamburger Straße hat Gottfried Otte aus Telgte einen der wenigen Parkplätze ergattert. Seine Töchter müssen nun mit den Koffern vorbei an der Baustelle auf der Ostseite durch den Tunnel laufen, um vorn zum Reisezentrum zu kommen. „In jeder Kleinstadt ist das besser geregelt“, schimpft der Techniker.

Taxifahrer Sven Jensen ärgert sich über die vielen Autofahrer, die an den Verbotsschildern vorbei wie anno dazumal die Taxenvorfahrt nutzen und vorn im Wendehammer alles blockieren. Sein radikaler Vorschlag: „Den Oberbau der Radstation absägen, eine Decke betonieren und dort Kurzzeitparkplätze für Autos einrichten.“

Weil zum Teil noch alte Gelbmarkierungen in Höhe Hamburger Tunnel angebracht sind, fahren die Radler auf dem Weg zur Innenstadt quer zwischen den wartenden Taxen her. „Gefährlich, man sieht sie zu spät“, meint Taxifahrer Ali Ahmad. Für Rollstuhlfahrer gibt es zwei Stellplätze gegenüber der Post. Ein dritter Platz kommt neben zehn Kurzzeitparkflächen wieder in die „kleine“ Bahnhofstraße, wenn dort das Baugerät für das Deilmann-Hochhaus verschwunden ist.

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Immer wieder sieht man Autofahrer, die sich dreist in die Busspuren vor dem Bahnhof einfädeln und dann zwischen den Bussen halten, um Reisende abzusetzen.

„Kiss and ride“ ist ohnehin nur noch in den Wartezonen hinter dem Bahnhof möglich. Verkehrsplaner Michael Milde verweist auf die Parkhäuser und Abstellflächen in der „kleinen“ Bahnhofstraße. Sollten sich am Bremer Platz noch Chancen für Kurzparker ergeben, will man aktiv werden. Vorn allerdings gehe auf Dauer nichts mehr.

Wie funktionieren die doppelstöckigen Fahrradständer am Hauptbahnhof?

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  • Im Hamburger Tunnel und in Bahnhofsnachbarschaft stehen nun doppelstöckige Fahrradständer. Wer den Anweisungen der Piktogramme an den Ständern folgt, braucht keine große Kraftanstrengung, um das Rad auf den oberen Parkplatz zu bugsieren.

    Rund um den Bahnhof stehen neue doppelstöckige Fahrradständer. Aber wie kommt die Leeze bloß nach oben?

    „Wenn man es erst einmal ausprobiert hat, ist es ganz einfach“, sagt Alexander Nienhaus, der die Doppelstockständer für uns ausprobiert hat.

    Hier ist unsere Bedienungsanleitung:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Erstmal den Träger für das Rad herausziehen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... bis es nicht weiter geht.

    Wichtig: Nur wenn die Schiene vollständig in die Gasse gezogen ist, lässt sie sich herunterklappen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Als nächstes den Träger auf den Boden drücken.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dann das Vorderrad der Leeze unten in die Führung setzen, ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... hochschieben und abschließen. Denn wenn das Rad erst in der oberen Etage steht, kommt man oft nur noch schwer an das Schloss.

    Wichtig: Hier machen manche den Fehler, das Rad von der Seite in das Gestell hieven zu wollen – und das kann bei nicht ganz so leichten Modellen etwas anstrengend sein.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nun kann man den heruntergedrückten Ständer wieder hochziehen ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... und mitsamt dem Fahrrad nach vorn schieben. Fertig.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Hamburger Tunnel und in Bahnhofsnachbarschaft stehen nun doppelstöckige Fahrradständer. Wer den Anweisungen der Piktogramme an den Ständern folgt, braucht keine große Kraftanstrengung, um das Rad auf den oberen Parkplatz zu bugsieren. Foto: Matthias Ahlke
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