Anwohner klagen über besetzte Plätze Rücksichtsloses Parken im Kiepenkerlviertel

Münster -

Wer in der Innenstadt wohnt und einen Anwohner-Parkplatz gefunden hat, lässt das Auto am liebsten stehen. Denn der Parkplatz ist bei der nächsten Runde sicher weg.

Von Gabriele Hillmoth
Die Baustelle zwischen Bergstraße und Apostelkirche verursacht viel Lärm, über den die Nachbarschaft unglücklich ist. Das Tiefbauamt hat die Baustelle genehmigt. Bewohner klagen aber auch, dass auf dem Parkplatz nebenan viele der 40 Plätze vor allem am Wochenende zugestellt werden.
Die Baustelle zwischen Bergstraße und Apostelkirche verursacht viel Lärm, über den die Nachbarschaft unglücklich ist. Das Tiefbauamt hat die Baustelle genehmigt. Bewohner klagen aber auch, dass auf dem Parkplatz nebenan viele der 40 Plätze vor allem am Wochenende zugestellt werden. Foto: gh

Samstags, sagt der Bewohner aus dem Kiepenkerl-Viertel, erledigten sie alle Einkäufe nur noch zu Fuß. Das Auto würde an diesem Tag nicht bewegt. Aber nur aus dem einfachen Grund, betont der junge Mann, weil man befürchten müsse, bei der Rückkehr keinen freien Platz mehr für den Pkw zu finden. Der Engpass, sagt der Bewohner, habe mit der Baustelle zwischen Bergstraße und Apostelkirche und dem Besucherstrom aufgrund der Skulptur-Projekte nur noch zugenommen.

Regelmäßig würde beispielsweise eine Musikergruppe ihr Fahrzeug auf der Fläche mit 40 Pkw-Plätzen an der Apostelkirche abstellen, erzählt der Bewohner. Darauf angesprochen, würden sie plötzlich kein Wort mehr verstehen.

Regelmäßige Verwarnungen

Das Falschparken auf Bewohnerparkplätzen wird seitens der Stadt mit einer Verwarnung von 15 Euro geahndet, erklärt Werner Schulik von der Stadt. Sollte das Falschparken mehr als drei Stunden betragen, erhöht sich die Strafe auf 30 Euro. „Hier gelten bundeseinheitliche Verwarnungsgelder nach dem Bußgeldkatalog“, bestätigt Schulik.

Viele Plätze sind am Wochenende besetzt. Foto: gh

An Werktagen würden Falschparker auf den Bewohnerparkplätzen regelmäßig verwarnt, beschreibt der Fachstellenleiter der Straßenverkehrsbehörde die Praxis. „Werktags und im Rahmen der Möglichkeiten“, ergänzt er. Samstags sei der Service- und Ordnungsdienst nur eingeschränkt unterwegs. Ein Abschleppen von Fahrzeugen komme nicht in Frage. Das sei unverhältnismäßig, es sei denn, es handele sich um einen Rettungsweg oder um eine Zufahrt, so Schulik.

Der Fachstellenleiter macht deutlich, dass der Bewohnerparkplatz an der Apostelkirche ausschließlich den Bewohnern vorbehalten sei. Eine Ausnahme sind Handwerksbetriebe, wenn sie eine Genehmigung besitzen würden. Eine Sonderregelung wie eine Schranke für die Nutzer des Parkplatzes an der Apostelkirche bezeichnet Schulik als unpraktikabel.

Bewohnerparkausweise & Ausnahmegenehmigungen

Insgesamt sind nach Angaben der Stadt innerhalb der Bewohnerparkzone C rund 260 reservierte Bewohnerparkplätze ausgewiesen. Neben dem Platz an der Apostelkirche ist dies (bis auf die Marktzeiten) eine Fläche auf dem Domplatz sowie am Parkplatz Hörsterplatz. Der Bewohnerparkausweis C gilt demnach aber auch als Ausnahmegenehmigung zum Parken auf Kurzzeitparkplätzen, auf denen sonst Parkuhren oder Parkscheinautomaten die Zeiten regeln.

Geregelt sei aber auch die Baustelle zwischen Bergstraße und Apostelkirche, wo ein Wohn- und Geschäftshaus entsteht. Diese Baustelle ist vom Tiefbauamt genehmigt worden, heißt es bei der Stadt. Mit Lärm und Staub kämpfen die Nachbarn in diesem Sommer. Sie beklagen vor allem den Krach zur besten Terrassenzeit – mitten im Sommer.

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