Kampfmittelsuche auf der Umgehungsstraße Achtfacher Bombenverdacht

Münster -

Der Kampfmittelräumdienst hat im Erdreich unter der gesperrten Umgehungsstraße insgesamt acht Verdachtspunkte für mögliche Bombenblindgänger sondiert. Nun müssen die Fundstellen ausgehoben werden. Erst dann ist klar, ob wirklich Kampfmittel im Boden sind.

Von Helmut P. Etzkorn

Ob die Umgehungsstraße B 51 nach zweiwöchiger Vollsperrung im Bereich St. Mauritz am kommenden Freitag (4. August) wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, steht in den Sternen. Bei den seit vergangenem Montag laufenden Sondierungsarbeiten des Kampfmittelräumdienstes haben sich nach Abschluss der Tiefbohrungen unterhalb der Fahrbahn zwischen Warendorfer Straße und Wolbecker Straße insgesamt acht Verdachtspunkte erhärtet. Dort liegt definitiv eine größere Menge Metall und Eisen im Boden, vermutlich sind es aber Bombenblindgänger aus dem 2. Weltkrieg. Darauf lassen zumindest Luftbildauswertungen im Vorfeld der Arbeiten schließen.

„Endgültig kann man natürlich erst etwas sagen, wenn die Bagger das Erdreich beiseitegeschafft haben“, so Theresa Frigger von der Bezirksregierung in Arnsberg, die für die Kampfmittelsuche zuständig ist.

Werden Bomben freigelegt, gibt es mehrere Handlungsoptionen: Ist kein Zünder mehr vorhanden, kann die Bombe ohne Probleme aus dem Boden gehoben und abtransportiert werden. Sind Aufschlagzünder angebracht, wird je nach Sprengstoffmenge und Größe der Bombe ein Evakuierungsradius in Abstimmung mit der Feuerwehr festgelegt und die Bevölkerung gewarnt. Erst danach kann die Entschärfung in die Wege geleitet werden. Im schlimmsten Fall handelt es sich bei einer Fundbombe um ein Kampfmittel mit Säurezünder. Dann ist es möglich, dass die Bombe vor Ort im Boden gesprengt werden muss.

In Vorbereitung für die Ausschachtungen muss Grundwasser abgepumpt werden. Diese Arbeiten sind an diesem Wochenende vorgesehen. Die Sondierungen selbst sind laut Projektleiter Hans-Joachim Peters vom Landesbetrieb Straßenbau problemlos über die Bühne gegangenen, der starke Regen habe nicht zu einer Verzögerung geführt. Dennoch sei es durchaus möglich, dass wegen der mutmaßlichen Entschärfung die Vollsperrung noch einige Zeit länger bestehen bleiben müsse.

Täglich rollen rund 20 000 Autos über die stark frequentierte Verkehrsachse zwischen Autobahn und Kreis Warendorf. Weil Ferien sind, halten sich die Staus auf der Umleitungsstrecke in erträglichen Grenzen.

Wegen schlechten Wetters verzögern sich die Bauarbeiten auf der Straße Am Max-Klemens-Kanal. Die Sperrung soll nun bis zum 1. August bestehen bleiben.

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